Nichts ist stärker als eine nachhaltige Bevölkerungsentwicklung

2011 waren wir noch sieben Milliarden Menschen, im Jahr 2050 werden wir laut Prognosen der Vereinten Nationen mehr als neun Milliarden, im Jahr 2100 mehr als elf Milliarden sein.

Doch nicht die Bevölkerungszahlen sollten im Fokus stehen. Wichtiger ist vielmehr die Frage, weshalb die Weltbevölkerung wächst. Eine der Hauptursachen ist, dass jede vierte Frau in Entwicklungsländern nicht verhüten kann, obwohl sie das gerne möchte. Eine der Folgen: Mädchen und Frauen haben 74 Millionen ungewollte Schwangerschaften – jedes Jahr.

Weil sie nicht gleichberechtigt sind.
Weil sie nie sexuell aufgeklärt wurden und sie keinen Zugang zu Verhütungsmitteln haben.
Weil es ihnen an Bildungsmöglichkeiten mangelt.
Weil es ihnen an Arbeitsperspektiven fehlt.
Weil sie nicht aus der Armutsfalle herauskommen.

Unsere Hoffnungen setzen wir in die zwei Milliarden Menschen unter 24 Jahren. Die größte Jugendgeneration aller Zeiten. Sie kann den Wandel bringen – wenn ihre Potentiale erkannt und gefördert werden.

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Der wievielte Erdenbürger sind Sie?

Die Weltbevölkerung der Erde wächst – fast ausschließlich in den ärmsten Ländern der Welt. Wir alle sind Teil der Weltbevölkerung. Mit dieser Anwendung können Sie nun herausfinden, als wievielter Erdenbürger Sie auf die Welt gekommen sind, und Ihre Position auf der Bevölkerungskurve mit der von Freunden, Bekannten und Verwandten vergleichen.

Geben Sie hier Ihr Geburtsdatum ein und finden Sie heraus, der wievielte Erdenbürger Sie sind.

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Hintergründe zum Weltbevölkerungswachstum

Die Weltbevölkerung wächst um

Die historische Entwicklung der Weltbevölkerung

Die erste Milliarde erreichte die Weltbevölkerung im Jahr 1804. Bis 1900 lebten noch 1,6 Milliarden Menschen auf der Erde.
Im 20. Jahrhundert hat sich die Weltbevölkerung nahezu vervierfacht – ein in der Geschichte der Menschheit einmaliger Vorgang.
Bis 2100 wird die Weltbevölkerung auf etwa 11 Milliarden steigen. Danach stagniert das Wachstum aller Voraussicht nach. 
Das Bevölkerungswachstum findet zukünftig fast ausschließlich in den Entwicklungsländern statt.

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Die regionale Verteilung der Weltbevölkerung

Auch in Zukunft wird Asien die bevölkerungsreichste Region der Erde sein. Allerdings wird der asiatische Anteil an der Weltbevölkerung zurückgehen:
Lebt heute noch deutlich mehr als die Hälfte der Menschheit in Asien, werden es im Jahr 2100 voraussichtlich nur noch 43 Prozent sein.
Die stärksten Wachstumsraten verzeichnet Afrika. Bis 2100 wird sich die Bevölkerung auf dem Kontinent von
heute 1,1 Milliarden Menschen auf 4,2 Milliarden Menschen wohl fast vervierfachen. 

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Bevölkerungsprojektionen bis 2100

Für die mittlere Variante gehen die UN davon aus, dass die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau von heute 2,5 Kindern weltweit bis zum Jahr 2100 auf zwei Kinder pro Frau sinken wird. Die Weltbevölkerung würde demnach bis zum Ende des Jahrhunderts auf 11,2 Milliarden Menschen anwachsen. Wenn die durchschnittliche Kinderzahl um ein halbes Kind pro Frau höher läge, würde die Weltbevölkerung bis 2100 auf 16,6 Milliarden Menschen anwachsen (hohe Variante). Bei einem halben Kind weniger würden im Jahr 2100 nur noch 7,3 Milliarden Menschen auf der Erde leben (niedrige Variante).Indien wird China überholt haben, die afrikanischen Staaten holen auf, Deutschland sinkt ab. 

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Der Mythos Weltbevölkerungswachstum –
Leben retten = mehr Menschen?

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Zwei gute Gründe für das Wachsen der Weltbevölkerung

1. Menschen werden älter

Dank des medizinischen Fortschritts und der besseren Lebensbedingungen leben wir heute länger als je zuvor. Dies gilt sowohl für Industrie- als auch für Entwicklungsländer. Während die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau fast überall auf der Welt abnimmt, erreichen die Menschen in vielen Teilen der Erde ein weltgeschichtlich unerreichtes Alter.

2. Mehr Kinder überleben

Dank der industriellen Revolution und der weltweiten Fortschritte etwa im Gesundheitsbereich und bei der Ernährungssituation sank die Kindersterblichkeit erst in den industriellen Ländern und später auch in den Entwicklungsländern.

Aber: Dass mehr Kinder überleben, ist auch ein Grund für viele Eltern, weniger Kinder zu bekommen. Hohe Überlebenschancen von Kindern führen zum Geburtenrückgang, weil Eltern weniger um das Überleben ihrer eigenen Kinder besorgt sein müssen.

Sechs schlechte Gründe für das Wachsen der Weltbevölkerung


… und wie wir sie angehen!

1. Viele Menschen wurden nie sexuell aufgeklärt

Aufklärung ist die Grundlage dafür, dass sich Jugendliche und Erwachsene mit Verhütungsmitteln wie Kondomen vor ungewollten Schwangerschaften und sexuell übertragbaren Krankheiten wie HIV schützen. Doch über Sexualität zu reden, gilt in vielen Gesellschaften immer noch als Tabubruch. Nicht darüber zu sprechen, ist aber sehr gefährlich. Denn so verfestigen sich Mythen rund um das Thema Sexualität und um den eigenen Körper. Das kann gravierende Folgen für Mädchen und Frauen haben, wenn sie – oft ungewollt – schwanger werden.

Komplikationen infolge von Schwangerschaft und Geburt sind immer noch die häufigsten Todesursachen von Mädchen in Entwicklungsländern. Nur wer über ausreichend qualifizierte Informationen verfügt, kann sein Leben selbstbewusst und selbstbestimmt angehen.

Was die DSW tut

  • Wir haben ein Netzwerk von ca. 400 Jugendklubs in Ostafrika aufgebaut. Dort finden Jugendliche einen Platz, um mit speziell ausgebildeten, gleichaltrigen Jugendberatern über Sexualität zu sprechen.
  • In unserer politischen Arbeit setzen wir uns dafür ein, dass Sexualaufklärung weltweit eine größere Bedeutung bekommt.

2. Vielen Menschen fehlt der Zugang zur Familienplanung

Über Verhütungsmittel etwas zu wissen, ist das eine, sie auch verwenden zu können, das andere. Apotheken oder Krankenstationen sind häufig nicht mit Verhütungsmitteln ausgestattet, der Weg für viele Menschen zu weit. Oder vorhandene Verhütungsmittel werden nicht an Jugendliche ausgegeben, weil deren Bedarf nicht gesehen wird. In den Städten hat sich in den letzten Jahren viel getan, doch gerade in den ländlichen Gebieten muss dafür Sorge getragen werden, dass die Menschen eine Möglichkeit haben, moderne Verhütungsmethoden anzuwenden.

Was die DSW tut

  • Mit mobilen Aufklärungsfahrzeugen erreichen wir auch abgelegene Gebiete und versorgen Menschen beispielsweise mit Kondomen, damit sie sich vor einer ungewollten Schwangerschaft und einer Infektion mit HIV schützen können.
  • Jugendliche bekommen in unseren Klubs Kondome und jugendfreundliche Beratungen.
  • Unsere Mitarbeiter in Ostafrika und die Jugendlichen in den Jugendklubs geben Auskunft über die Vielzahl von Verhütungsmitteln – speziell für junge Menschen.

3. Zu viele Mütter müssen um ihre eigene und die Gesundheit ihrer Kinder fürchten

Gesundheit ist das A und O. Werdende Mütter müssen so versorgt werden, dass sie nirgendwo auf der Welt mehr um die eigene Gesundheit oder die Gesundheit ihrer Kinder fürchten müssen. Die Kindersterblichkeit hat auch einen hohen Einfluss auf die Geburtenzahl pro Frau, denn Paare sind erst bereit, weniger Nachwuchs zu bekommen, wenn sich die Überlebenschance für jedes einzelne Kind erhöht. Wichtig ist auch, ungewollte Schwangerschaften zu vermeiden.

Was die DSW tut

  • Wir statten Gesundheitsstationen für die Versorgung von (werdenden) Müttern aus.
  • Wir setzen und in den Projekten und unserer politischen Arbeit für die angemessene gesundheitliche Versorgung der Mütter ein.

4. Armut und Perspektivlosigkeit hemmen den Fortschritt

Die Bevölkerung wächst besonders in den ärmsten Ländern der Welt. Viele Kinder bieten eine Möglichkeit der Versorgung im Alter und bei Krankheit. Dabei könnte freiwillige Familienplanung die Entwicklungschancen armer Länder nachhaltig verbessern. In kleineren Familien wären die Kinder im Durchschnitt gesünder, hätten bessere Ausbildungschancen und Möglichkeiten am Erwerbsleben teilzunehmen. Das würde ihre wirtschaftliche Situation stärken und hätte damit auch einen positiven Einfluss auf die nächste Generation.

Junge Menschen in Entwicklungsländern verdienen eine bessere Bildung, eine gute Gesundheitsversorgung und vor allem eine Perspektive auf einen erfüllenden Arbeitsplatz.

Was die DSW tut

  • Wir bieten in unseren Projekten Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten und damit auch Berufsperspektiven für Jugendliche an.
  • Wir schulen Jugendliche im 1 x 1 der Wirtschaft.
  • Die Jugendlichen setzen ihre eigenen Ideen um, wie sie den Jugendklub finanziell am Laufen halten. Wir unterstützen sie dabei!
  • Wir setzen uns für eine Erhöhung der Entwicklungsgelder ein, damit arme Länder bessere Entwicklungsmöglichkeiten erhalten.

5. Fehlende Gleichberechtigung

Frauen sind in vielen Entwicklungsländern nicht gleichberechtigt. In Partnerschaften können sie oftmals nur schwer die Verwendung von Verhütungsmitteln und Familienplanung durchsetzen. Viele Frauen wünschen sich weniger Kinder als Männer – doch dies geht nur, wenn sie sich ihnen gegenüber auch behaupten können.

Besser gebildete und in ihren Rechten gestärkte Frauen können informierte, selbstbestimmte Entscheidungen zur freiwilligen Familienplanung treffen. Frauen brauchen mehr Mitsprachemöglichkeiten in der Familie und der Gesellschaft, damit sie Alternativen zur reinen Mutterrolle bekommen.

Was die DSW tut

  • In den meisten unserer Klubs herrscht eine ausgeglichene Anzahl an Jungen und Mädchen, die sich die Verantwortung und Aufgaben im Klub teilen. Es geht nicht ums Geschlecht, sondern um die Ziele und Potentiale im Leben.
  • In Rollenspielen wird das Thema Gleichberechtigung aufgegriffen. So lassen sich schon frühzeitig geschlechtsspezifische Vorurteile abbauen.
  • Die Gleichstellung von Mann und Frau ist eine unserer obersten politischen Prioritäten.

6. Schlechte Bildungschancen – besonders für Mädchen

Die Welt hat in Bildungsfragen in den letzten Jahren große Sprünge gemacht. Heutzutage werden fast alle Kinder eingeschult. Doch problematisch ist zum einen die Lehrqualität und zum anderen, dass nur sehr viel weniger Kinder auch eine weiterführende Schule besuchen als eine Grundschule. Besonders Mädchen in Entwicklungsländern werden häufig früh verheiratet oder müssen im Haushalt mitarbeiten und deshalb die Schule frühzeitig verlassen. Viele bekommen schon vor der Volljährigkeit ein Kind – und werden damit ihrer eigenen Zukunftschance beraubt.

Der Besuch einer weiterführenden Schule führt dazu, dass Frauen später Kinder bekommen und Familienplanung aktiver betreiben.

Was die DSW tut

  • Wir engagieren uns, damit die Länder selbst sich stärker für Jugendliche einsetzen. So wurde beispielsweise in Uganda mit unserer Unterstützung ein Gesetz erlassen, das eine Frühverheiratung von Mädchen verbieten.
  • Wir kooperieren mit Schulen, in denen Jugendthemen nun offen angesprochen werden. So verringert sich die Gefahr, dass beispielsweise Mädchen durch eine ungewollte Schwangerschaft frühzeitig die Schule verlassen müssen.

Warum unser Fokus auf Afrika liegt


Armut, die fehlende Gleichstellung der Geschlechter, fehlende Verhütungsmöglichkeiten und soziale Zwänge: Am größten ist der Bedarf in Afrika südlich der Sahara, wo die Geburtenraten am geringsten zurückgingen. Hier wird sich die Bevölkerung bis zum Ende des Jahrhunderts voraussichtlich fast vervierfachen. Unser Ziel ist es, den Teufelskreis aus Armut und dem Bevölkerungswachstum zu durchbrechen. Denn: Armut führt zu einem hohen Bevölkerungswachstum und ein hohes Bevölkerungswachstum führt zu mehr Armut.

Tansania hat heute beispielsweise eine Bevölkerung von 50 Millionen Menschen. Schon im Jahr 2050 werden hier schätzungsweise 130 Millionen Menschen leben. Für diese Menschen müssen Schulen, Krankenhäuser und genügend Nahrung zur Verfügung stehen – doch schon heute haben die meisten Staaten Probleme, die Menschen ausreichend mit Grundgütern zu versorgen.

Dass ein Ausweg möglich ist, haben viele asiatische Staaten gezeigt: Sie haben sowohl in Bildungs- und Gesundheitsprogramme als auch in Familienplanungsinitiativen investiert – und so binnen kürzester Zeit einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt. Dies ist auch in Afrika südlich der Sahara möglich.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Weltbevölkerung


  • Ja

  • Nein

Ein Platzproblem werden wir nicht bekommen. Die Frage muss lauten, wie wir unser gemeinsames Zusammenleben gestalten und wie sehr jeder Einzelne die Umwelt belasten möchte. Allein zwischen 1990 und 2012 stieg der Kohlendioxidaussoß weltweit um mehr als 60 Prozent, hauptsächlich ausgelöst durch den hohen ressourcenverbrauch in Industrie- und Schwellenländern.

Beispiel CO2-Ausstoß: Der gesamte Kontinent Afrika verbrauchte im Jahr 2012 lediglich 331 Millionen Tonnen CO2. Das kleine Japan hingegen verbrauchte 342,3 Millionen Tonnen Co2! Auch zwischen den Industrieländern gibt es große Unterschiede: In Schweden verbraucht ein Einzelner 5,6 Tonnen Co2 pro Jahr. In den USA sind es jährlich hingegen ganze 16,5 Tonnen Co2 pro Person.

Die Folgen der Erderwärmung aufgrund des Kohlendioxidaussoßtes bekommen aber besonders die Menschen in Entwicklungsländern zu spüren, die sich schlechter gegen steigende Meeresspiegel, Dürreperioden und Umweltkatastropen schüten können. Wir müssen die Klimaerwärmung begrenzen und die Schäden an Umwelt und Natur eindämmen. Wenn wir als Bewohner dieser Welt beispielsweise auf erneuerbare Energien setzen, den ungesunden Überkonsum an Fleisch verminderen, receyclen statt zu verschwenden und unseren Transport grüner gestalten, haben wir alle Platz auf dieser Welt.


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