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3,2 Milliarden US-Dollar für Forschung zu vernachlässigten Krankheiten

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Hannover, 13. Dezember 2017. Im Jahr 2016 wurden weltweit 3,2 Milliarden US-Dollar in die Forschung und Entwicklung zu vernachlässigte Armutskrankheiten investiert. Das sind 99 Millionen US-Dollar mehr als im Vorjahr und stellt die erste Mittelerhöhung seit dem Jahr 2012 dar. Das geht aus dem neuen Forschungsbericht „G-Finder“ hervor, den das unabhängige Institut Policy Cures Research heute veröffentlicht. Die Förderung Deutschlands durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung stieg dem Bericht zufolge von 23 Millionen US-Dollar (2015) auf 28 Millionen US-Dollar (2016). Damit belegt das Ministerium im internationalen Vergleich mit anderen Gebern den zwölften Platz.

DSW: „Deutschland muss sich stärker engagieren“

„Täglich sterben fast 18.000 Menschen an vermeidbaren und behandelbaren Krankheiten – vor allem in Entwicklungsländern“, sagt Renate Bähr, Geschäftsführerin der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW). „Bei diesen Krankheiten fehlt der Pharmaindustrie der wirtschaftliche Anreiz für Investitionen, da die Betroffenen in der Regel nicht zahlungskräftig sind. Daher begrüße ich es, dass international mehr Mittel für die Forschung und Entwicklung von neuen Präventions-, Diagnose- und Behandlungsmethoden, wie zum Beispiel Impfstoffe, investiert werden. Doch um die Krankheiten in den Griff zu bekommen, muss deutlich mehr getan werden. Auch Deutschland muss sich stärker engagieren. Die deutsche Fördersumme ist mit 28 Millionen US-Dollar im internationalen Vergleich zu niedrig und Deutschlands Rolle als einer der weltweit größten Volkswirtschaften nicht angemessen. Länder wie die USA, Großbritannien und Frankreich investieren deutlich mehr.“

Vernachlässigte Armutskrankheiten

Vernachlässigte Armutskrankheiten sind Krankheiten, die vor allem Menschen in einkommensschwachen Ländern, aber auch benachteiligte Gruppen in einkommensstarken Ländern treffen und zu deren Bekämpfung es keine hinreichende Forschung und Entwicklung gibt. Zu diesen Krankheiten gehören Aids, Tuberkulose und Malaria sowie 18 von der Weltgesundheitsorganisation benannte Tropenkrankheiten, zum Beispiel Dengue-Fieber und die Schlafkrankheit. Millionen von Menschen, die hauptsächlich in ärmeren Ländern leben, werden derzeit von medizinischen Fortschritten bei Prävention, Diagnose und Behandlung ausgeschlossen.

 

Hier finden Sie den neuen G-Finder (englischsprachig)

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