Schülerin in der Zentralafrikanischen Republik
Es verbleiben noch 500 Tage, um die Millennium-Entwicklungsziele zu erreichen. Foto: Picture: Simon Davis / Department for International Development (CC BY 2.0)

Noch 500 Tage MDGs – Der Countdown läuft!

Denny Ehrlich Blog, Entwicklungszusammenarbeit, Globale Gesundheit 0 Comments

Wer erinnert sich noch an das Jahr 2000? Es ist das Jahr, in dem Wladimir Putin und George W. Bush zum Präsidenten gewählt wurden. Es ist das Jahr der olympischen Spiele in Australien und der Expo in Hannover. Und es ist vor allem das Jahr, in dem Kofi Annan sich aufmachte die Armut zu beenden. Der damalige UN-Generalsekretär brachte 189 Mitgliedsstaaten dazu, eine scheinbar völlig utopische Erklärung abzugeben, um bis zum Ende des Jahres 2015 die Armut mit all ihren Folgen drastisch zu reduzieren. Bis zum Ablauf der Frist bleiben heute noch genau 500 Tage! Was ist daraus geworden? Und was kommt danach?

Erfolgsstory MDGs?

Zunächst der ganz große Erfolg der Millennium-Entwicklungsziele (MDGs): Noch nie in der Geschichte konnten binnen so kurzer Zeit so große Erfolge gefeiert werden. Das große Ziel, die extreme Armut bis 2015 um die Hälfte zu verringern, wurde schon im Jahr 2010 erreicht. Der MDG Bericht 2014 gibt einen kurzen Überblick über den Stand der MDGs. Seit 1990 leben trotz wachsender Weltbevölkerung 700 Millionen Menschen weniger von unter 1,25 US-Dollar am Tag. Klingt nach einem wirklich guten Ergebnis in dieser kurzen Zeit. Allerdings beschränken sich die Erfolge vor allem auf Ostasien und Südostasien, während die Fortschritte in anderen Teilen der Welt schleppender vorangehen. Neben der Armutsbekämpfung gab es auch in anderen Bereichen große Fortschritte. Ein kleiner Auszug:

  • 2,3 Milliarden Menschen haben seit 1990 einen verbesserten Zugang zu Trinkwasser.
  • Das Geschlechtergefälle beim Grundschulbesuch ist nahezu beseitigt: Heute gehen fast so viele Mädchen in die Grundschule wie Jungen.
  • Mehr als drei Millionen Malaria-Todesfälle wurden von 2000 bis 2012 abgewendet. 90 Prozent davon bei Kindern unter fünf Jahren, die am häufigsten an Malaria sterben.

Bei der Gesundheit hinkt es noch gewaltig

Unser Infoblatt zeigt, warum Gesundheit und Familienplanung auch für andere Bereiche wie Hunger oder Bildung eine Rolle spielen

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Obwohl wir große Fortschritte bei der Bekämpfung vernachlässigter Krankheiten wie Aids, Tuberkulose und Malaria gemacht haben, wird die internationale Gemeinschaft bei gesundheitsbezogenen Zielen scheitern. Schon jetzt steht fest, dass die Ziele zur Senkung der Kinder- und Müttersterblichkeit nicht mehr erreichbar sind. Die Sterblichkeitsrate von Unter-Fünfjährigen ging zurück, doch noch immer sterben 48 von 1.000 Kindern – statt den avisierten 30. Und: Tag für Tag kommen rund 800 Frauen und Mädchen durch Komplikationen während der Schwangerschaft oder Geburt ums Leben. Die meisten dieser Todesfälle wären vermeidbar!

Was kommt 2015 nach den MDGs? 

Auf http://mdg500.org/ gibt es übrigens eine schöne Seite zu den verbleibenden 500 Tagen der MDGs.

Auf http://mdg500.org/ gibt es übrigens eine schöne Seite zu den verbleibenden 500 Tagen der MDGs.

Nach 2015 ist natürlich nicht einfach Schluss. Im Herbst 2015 sollen die neuen Ziele vorgestellt werden. Zurzeit wird weltweit in Ausschüssen und Gremien akribisch an dem Nachfolger der MDGs gearbeitet. Auch wir beteiligen uns an den Diskussionen und setzen uns dafür ein, dass Gesundheit künftig eine wichtige Stellung einnimmt.

Die Gesundheitssysteme müssen gestärkt und weltweit besser ausgestattet werden, damit die Kinder- und Müttersterblichkeit weiter zurückgeht. Dabei darf es keine Frage des Geldbeutels sein, ob Menschen eine Behandlung bekommen oder nicht. Der universelle Zugang zu sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechte muss dabei sein, genau wie das Ziel, HIV-Infektionen komplett zu vermeiden.

Die Bilanz der MDGs: Ja, sie sind ein Erfolg, aber …

Es verbleiben noch 500 Tage um das „aber…“ ein wenig kleiner werden zu lassen.

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