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Aus Kampf wird Kraft: Zubeidas Weg mit den Msambweni Queens

Blog | 16. Juli 2025 | #Empowerment

Zubeida hatte keinen leichten Start ins Leben. Sie wurde Mutter, während sie eigentlich selbst noch ein Kind war, und sah sich plötzlich unzähligen Herausforderungen gegenüber. Doch weder ihre frühe Schwangerschaft noch der Umstand, dass sie die Schule nur bis zur dritten Klasse besuchte, haben sie davon abgehalten können, fest an ihren Hoffnungen und Träumen festzuhalten. Zubeidas Geschichte erzählt von Stärke, Widerstandskraft und Hoffnung – und davon, wie sie alle Schwierigkeiten überwunden hat.

Zubeida wuchs in Kenia in großer Armut auf.  Da ihr das Geld für Schulbücher fehlte, fragte sie bei Männern nach Unterstützung – die Idee hatte sie von einigen ihrer Freundinnen, die sich mithilfe älterer Freunde einen Schulbesuch leisten konnten. Doch so kam es schließlich, dass Zubeida im Alter von 15 Jahren zum ersten Mal schwanger wurde.

Viele Jahre lang war es für Zubeida ein Kampf, irgendwie über die Runden zu kommen. Doch im Jahr 2020 änderte sich alles. Damals stieß sie auf eine lokale Gruppe, die sofort ihr Interesse weckte – die „Msambweni Queens“, eine Initiative, die Mädchen in ihrer Gemeinde seit ihrer Gründung eine Stimme gibt.

„Das erste Mal begegnete ich den ‚Msambweni Queens‘ bei einer Aufklärungsveranstaltung in einer Klinik, bei der sie über frühe Schwangerschaften und Kinderehen informierten. Ihre Arbeit hat mich tief bewegt, und ich schloss mich ihnen an, weil ich spürte, dass diese Gruppe mir die Unterstützung geben konnte, die ich so dringend brauchte.“

In Kenia sind Teenagerschwangerschaft weiterhin ein großes Problem. Etwa jedes siebte Mädchen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren ist entweder schwanger oder bereits Mutter. Das zeigt, wie dringend notwendig Initiativen wie die „Msambweni Queens“ sind.

Bevor die „Msambweni Queens“ gegründet wurden, gab es in der Gemeinde kaum verlässliche Informationen zu Fragen über Aufklärung, Sex oder Gesundheit. Menschen, vor allem Frauen, die mit HIV infiziert waren, wurden häufig als Prostituierte abgestempelt, doch seit der Aufklärung begonnen hat, werden diese Vorurteile zunehmend weniger. Dadurch können die Menschen heute viel einfacher medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.

Die „Msambweni Queens“, die von der DSW Partnerorganisation Youth for a Sustainable World in Kenia unterstützt werden, arbeiten in der Gemeinde mithilfe von Dialogen und Lehrveranstaltungen, die sich an Jugendliche von 14 bis 24 Jahre richten. Sie klären auf über sexuelle Themen, Fragen der Gesundheit, Teenagerschwangerschaften und sexuell übertragbare Infektionen. Ihr Engagement geht jedoch über das Thema Teenagerschwangerschaft hinaus und widmet sich auch anderen Herausforderungen, mit denen junge Frauen und Mädchen in Kenia konfrontiert sind – etwa weibliche Genitalverstümmelung und Kinderehen.

„Früher gab es hier viele Fälle von Genitalverstümmelung, aber heutzutage kommt so etwas nur noch selten vor. Allerdings haben wir immer noch das Problem, dass Mädchen in jungen Jahren verheiratet werden. Als Mitglied der ‚Msambweni Queens‘ setze ich mich dafür ein, diese Praxis vollständig zu beenden. Die meisten Mädchen, die früh verheiratet werden, sind diejenigen, die in jungen Jahren schwanger geworden sind Einige von ihnen werden sogar noch vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet.“

Trotz oder gerade wegen all der Schwierigkeiten, die sie meistern musste, ist Zubeida fest entschlossen, für ihre Kinder einen anderen Weg zu schaffen.

„Ich möchte ein gutes Leben führen und meinen Kindern ein besseres Leben ermöglichen, damit sie nicht die gleichen Probleme durchmachen müssen wie ich. Außerdem möchte ich das Leben anderer Menschen in meiner Gemeinde verändern und sie zu einem besseren Ort machen.“

Zubeidas Geschichte erinnert eindrucksvoll daran, wie sehr lokale Initiativen und besonders Gruppen, die von Frauen geführt werden, Leben verändern können. Ihr Weg mit den „Msambweni Queens“ ist nicht nur eine Geschichte darüber, persönliche Herausforderungen zu überwinden, sondern auch darüber, Mädchen in ihrer Gemeinde zu stärken, ihnen Bildung zu ermöglichen und ihnen die Freiheit zu geben, ihre Zukunft selbst zu bestimmen.

Leigh-Ann McSweeney

Referentin Presse- & Öffentlichkeitsarbeit

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