Gastbeitrag mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Botschaft Nairobi.

Nairobi, die Hauptstadt Kenias, ist in Zeiten von COVID-19 eine Stadt von gegensätzlichen Realitäten. Während es in einigen Vierteln still ist – die Straßen menschenleer, die Bewohner unsichtbar in üppigen Grünanlagen, ihre Häuser mit Wasser, Lebensmitteln und anderen Dingen des täglichen Bedarfs gefüllt – sieht Kibera, die größte informelle städtische Siedlung Afrikas und Heimat von Hunderttausenden von Menschen, einer anderen Realität ins Auge.

 

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Die Zahlen der Volkszählungen variieren, aber UN Habitat schätzt, dass in dem dicht besiedelten Teil Nairobi’s 500.000 bis 700.000 Menschen leben. Armut definiert seit langem das tägliche Leben; COVID-19 ist nur ein weiteres Hindernis in einem Leben in Armut und Not. Die meisten Menschen bemühen sich täglich so sehr ums Überleben, dass die Bedrohung durch COVID-19 im Vergleich dazu verblasst.

Der Zugang zu Wasser ist extrem eingeschränkt. Mit nur 200 Wasserstellen für die rund 700.000 Bewohner ist regelmässiges Händewaschen fast unmöglich. Antibakterielle Handdesinfektionsmittel und Schutzmasken sind eine unerschwingliche Anschaffung und eine Selbstquarantäne ist einfach keine Alternative. Die Aufrechterhaltung der physischen Distanz in Kibera ist unmöglich: Die Menschen leben in winzigen, überfüllten Häusern. Diese Bedingungen machen es allzu leicht für eine Virus wie COVID-19 sich auszubreiten.

Nachdem der erste Fall in Kenia festgestellt worden war, hat die Regierung am 12. März umfassende Maßnahmen ergriffen, um die Ausbreitung von COVID-19 zu verlangsamen. Von 19.00 Uhr bis 5.00 Uhr (seit kurzem von 21.00 Uhr bis 4.00 Uhr morgens) werden in Nairobi alle Aktivitäten eingestellt. Die Ausgangssperre, mit der die Ausbreitung von COVID-19 gestoppt werden soll, hat ganz eigene Konsequenzen: Verlust des Arbeitsplatzes und Unfähigkeit, die Familie zu ernähren oder Miete zu zahlen. Die meisten Einwohner von Kibera sind Tagelöhner, die keine oder nur wenige Ressourcen haben; das bedeutet, dass sie arbeiten müssen, um genug Geld zu verdienen, um Nahrung für ihre Familien und andere Grundbedürfnisse wie Miete zu bekommen.

Doch Kibera lässt sich kaum zu einem Ort der Armut und Not reduzieren. Vielmehr ist Kibera eine Mischung aus Vielfalt, Lebendigkeit und Talent – besonders in Zeiten von COVID-19, in denen die Menschen in Kibera in der engen Gemeinschaft Kraft finden. Es gibt unzählige Geschichten, die darauf warten, erzählt zu werden; Geschichten, in denen die Menschen ihr Schicksal selbst in die Hand genommen haben; Geschichten, die der Gemeinschaft Hoffnung geben; denn selbst in den angstvollsten Zeiten gibt es Hoffnung.

Mit “Risto Za Namba Nane” wollen Stephen Okoth Ochieng – bekannt als Ondivow oder Picha Marangi (“farbenfrohe Bilder”) – ein Filmemacher und Stylist aus Kibera und Chris Innocent Owino – bekannt als Imchristogram – CEO und Gründer von NovatechMedia, einer Gemeinschaft von Kreativen, die sich leidenschaftlich für Projekte engagieren, die ein transformatives Potenzial für die Gesellschaft Kenias haben – das Narrativ ändern, das Kibera in Zeiten von COVID-19 beherrscht.

Ja, ich komme von einem Ort, den viele als einen Hort von Krankheit, Verzweiflung und Unordnung, von Armut und Not gemalt haben. Aber trotz der harten Realität des täglichen Lebens gibt es Geschichten von Freude und Glück. Meine Mission ist es, diese Geschichten ans Licht und dadurch Hoffnung nach Kibera zu bringen – und von Kibera aus in die Welt.

Folgen Sie @Ondivow Photography und @NovatechMedia, um über dieses spannende Projekt auf dem Laufenden zu bleiben!

Das Projekt wird von der Deutschen Botschaft Nairobi unterstützt!