Bevölkerungsentwicklung: Gruppe von Menschen in Afrika; aus der Vogelperspektive fotografiert
Die Weltbevölkerung wächst: jede Sekunde um fast drei Menschen.

Bevölkerungswachstum #1: Wie sich die Menschheit bis heute entwickelt hat

Ute Stallmeister Blog, Freiwillige Familienplanung, Weltbevölkerung 0 Comments

Heute leben mehr als sieben Milliarden Menschen auf der Erde – 7.259.385.920 mit der Veröffentlichung dieses Beitrags am 8. September 2014. Und das Bevölkerungswachstum geht weiter: Jedes Jahr kommen rund 80 Millionen Menschen hinzu. Das entspricht ungefähr der Bevölkerungsgröße Deutschlands. Doch wie hat sich die Weltbevölkerung historisch entwickelt? 

Wer auf unsere Weltbevölkerungsuhr schaut, muss ein schnelles Auge haben, um mit der aktuellen Zahl der Weltbevölkerung mitzukommen. Denn pro Sekunde kommen fast drei Erdbewohner hinzu.

Das Bevölkerungswachstum verlief nicht immer so rasant. Bis etwa zum Jahr 1800 hat es gedauert, bis die Menschheit die Milliardenmarke überschritten hat. Erst 1927 wurde die zweite Milliarde erreicht. Dann wurden die Abstände zwischen den weiteren Milliarden-Marken kürzer, wie sich an der Grafik ablesen lässt. Zuletzt hat es gerade einmal zwölf Jahre gedauert, bis die Weltbevölkerung um eine weitere Milliarde gewachsen ist.

Warum gab im letzten Jahrhundert ein so rasches Bevölkerungswachstum?

Nach dem Zweiten Weltkrieg verbesserte sich die medizinische Versorgung, und die Nahrungsproduktion (die sogenannte Grüne Revolution) nahm zu. Dadurch stieg die Lebenserwartung, und die Säuglingssterblichkeit ging zurück. Zugleich blieb vielerorts der Wunsch nach großen Familien bestehen. Und: Millionen Frauen fehlte – und fehlt auch immer noch! – der Zugang zu Aufklärung und Verhütung, was zu zahlreichen ungewollten Schwangerschaften führte. Allein in Entwicklungsländern gibt es rund 80 Millionen ungewollte Schwangerschaften – jedes Jahr!

In der Folge beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum weiter. Dabei stieg der Anteil der Menschen in Entwicklungsländern an der Weltbevölkerung immer weiter an: 1950 lag der Anteil noch bei 68 Prozent, 2014 bereits bei 83 Prozent. Die Bevölkerung ist vor allem in denjenigen Ländern gewachsen, in denen die Armut besonders groß und der Mangel an freiwilliger Familienplanung äußerst hoch ist.

Bei der Armutslinderung in Entwicklungsländern wäre somit viel erreicht, wenn alle Frauen, die verhüten möchten, auch die Möglichkeit dazu bekämen. Denn: Kleineren Familien geht es besser!

Immerhin: Die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau weltweit ist von rund fünf Kindern in den 1960er Jahren auf heute 2,5 Kinder deutlich gesunken. Das bedeutet, dass es heute zwar immer noch ein weltweites Bevölkerungswachstum gibt, sich aber die Wachstumsraten verlangsamt haben.

Neugierig geworden? Weitere Infos zum Bevölkerungswachstum in Teil 2 und Teil 3 unserer Serie.

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