Internationaler Tag der Jugend: Eine Gruppe von Jugendlichen freut sich in einem Projekt der DSW in Ostafrika

Der Jugend eine Chance geben

Sadiah Meiselbach Blog, Jugendliche

„Das Schick­sal jedes Vol­kes und jeder Zeit hängt von den Men­schen unter 25 Jah­ren ab.“

Johann Wolf­gang von Goethe

Der heu­tige „Tag der Jugend“ rich­tet den Blick auf eine Gene­ra­tion, die viel zu oft ver­nach­läs­sigt wird. Ihre Anlie­gen wer­den nicht ernst genug genom­men und ihre Poten­ziale nicht erkannt. Heute leben mehr junge Men­schen auf der Erde als jemals zuvor. 16 Pro­zent der Welt­be­völ­ke­rung sind zwi­schen zehn und 19 Jahre alt. Dabei lebt die Mehr­heit der Jugend­ge­ne­ra­tion in Ent­wick­lungs­län­dern – in Afrika süd­lich der Sahara ist rund jeder Fünfte zwi­schen zehn und 19 Jahre alt. Hier fehlt den meis­ten jun­gen Men­schen, was für uns selbst­ver­ständ­lich ist: eine gute Schul­bil­dung, eine ange­mes­sene Gesund­heits­ver­sor­gung ein­schließ­lich Sexu­al­auf­klä­rung und Zugang zu Ver­hü­tung sowie die Aus­sicht auf einen men­schen­wür­di­gen Arbeitsplatz.

Allan Kari­uki Mwangi – Kenia

Kurz vor sei­nem Schul­ab­schluss hatte Allan noch von einer Berufs­aus­bil­dung und einer gro­ßen Kar­riere geträumt. Doch ohne Per­spek­ti­ven auf eine bes­sere Zukunft hing er wie viele andere Jugend­li­che in Nai­robi bald mit Freun­den herum. Sein All­tag bestand aus dem über­mä­ßi­gen Kon­sum von Alko­hol und Dro­gen, Par­tys und unge­schütz­tem Sex. Damals erschien ihm das alles als harm­lo­ser Spaß. Um sich die­sen Spaß zu finan­zie­ren, eröff­nete er einen klei­nen Lebens­mit­tel­la­den, ohne jedoch das Know-how dafür zu haben. Schnell ver­gaß er seine Pläne für eine Berufs­aus­bil­dung. Mit 21 Jah­ren war für Allan der Spaß zu Ende: Allans Freun­din wurde schwan­ger und sein Geschäft ging pleite.

Bald danach nahm er an unse­rem Youth-to-Youth Pro­jekt in Githu­rai, Kenia, teil. Dort erhielt er unter ande­rem Trai­nings im Bereich Buch­hal­tung und Manage­ment – Fähig­kei­ten, die Allan nun nutzt, um sein Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Die Jugend von heute ist der Schlüs­sel für eine erfolg­rei­che Zukunft

Heute steht er mit­ten im Leben. Allan hat sei­nen Lebens­mit­tel­la­den neu eröff­net. Dazu betreibt er noch eine Bio-Geflügelfarm. Der junge Kenia­ner hat eine Chance erhal­ten, Ver­ant­wor­tung für sein Leben zu über­neh­men, und diese hat er genutzt. Jetzt möchte er der Gesell­schaft etwas zurück­ge­ben, indem er seine Lebens­er­fah­rung und sein Wis­sen an die nächste Gene­ra­tion von Jugend­li­chen weitergibt.

Allan hat viel an Selb­stän­dig­keit und Selbst­ver­ant­wor­tung dazu­ge­lernt und blickt jetzt vol­ler Zuver­sicht in die Zukunft: „Vor mei­ner Begeg­nung mit der Deutschen Stif­tung Welt­be­völ­ke­rung war mein Leben wie ein Schiff ohne Ruder. Jetzt kann ich selbst­stän­dig für meine Frau und Kin­der sorgen.“

Fei­ern wir also den heu­ti­gen Tag mit jun­gen Men­schen wie Allan, der die Chance ergrif­fen hat, sich und sei­ner Fami­lie ein bes­se­res Leben zu mög­li­chen. Allan hat es geschafft. Doch auch andere junge Men­schen brau­chen eine Chance, damit sie ihre gesund­heit­li­che und sozio­öko­no­mi­sche Situa­tion selbst ver­bes­sern kön­nen. Denn sie sind der Schlüs­sel zu einer effek­ti­ven Armuts­be­kämp­fung und einem nach­hal­ti­gen Wirt­schafts­wachs­tum. Der heu­tige „Tag der Jugend“ erin­nert daran, dass es höchste Zeit ist zu handeln.