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Die DSW trauert um einen treuen Wegbegleiter

Blog | 29. August 2025 | #Nachruf #Rolf Seelmann-Eggebert

Er sei kein Royalist, beteuerte Rolf Seelmann-Eggebert mehrfach, bezeichnete sich aber stets als großer Freund des afrikanischen Kontinents. Ob in seinen nach wie vor sehenswerten Reportagen über die europäischen Königshäuser, die ihn berühmt machten, oder in den Beiträgen, die er in den 1970er-Jahren als ARD-Korrespondent zunächst an der Elfenbeinküste und dann in Kenia drehte – immer wird eines deutlich: Rolf Seelmann-Eggebert war vor allem ein Freund der Menschen. Mit journalistischer Professionalität beobachtete er sie, erzählte ihre Geschichten und berichtete über sie, ohne je über sie zu urteilen. 

Als er 1991, inzwischen Korrespondent in London und als Adelsexperte bekannt, in der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen eine Rede von Erhard Schreiber hörte, der gerade im Begriff war, die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung zu gründen, ergriff Seelmann-Eggebert das Wort, um zu betonen, dass es „bestimmt vorteilhaft“ sei, „wenn für die Familienplanung auch eine private Stiftung in Deutschland tätig wird.“ Und er beließ es nicht bei warmen Worten, sondern wurde Kuratoriumsmitglied der ersten Stunde, wechselte später in den Vorstand und schließlich in den Stiftungsrat, den er erst 2020 aus gesundheitlichen Gründen verließ.

Kurz vorher war er für die Fernsehdokumentation „Wiedersehen mit Kenia“ in seine alte Wahlheimat zurückgekehrt. Darin zeichnet er ein ebenso nachdenkliches wie liebevolles Bild des Landes und seiner Menschen. Das Thema Familienplanung spielt in dem Film eine prominente Rolle, wie auch die Gruppe von Frauen die mit HIV leben und an einem DSW-Projekt in Nairobi teilnehmen.

Mit seiner großen Expertise und ebensolchem Engagement hat Rolf Seelmann-Eggebert die Entwicklung und Arbeit unserer Stiftung geprägt. In drei Jahrzehnten versäumte er kaum eine Gremiensitzung und bereicherte diese nicht nur fachlich, sondern auch menschlich. Viele in der DSW erinnern sich noch heute an seine im besten Sinne britisch anmutende, äußerst respekt- und dabei auch humorvolle Art.

Er moderierte Veranstaltungen für die DSW, hielt unzählige Vorträge über afrikanische Länder, gab den Menschen und ihren Geschichten seine in deutschen Wohnzimmern so vertraute Stimme. Sie wird fehlen!

Nicole Langenbach

Pressesprecherin Abteilungsleitung Kommunikation

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