Mitgründerin Carolin Silbernagl (links) mit Geschäftsführerin des Vereins, Ina Rosenstiel (rechts)
Mitgründerin von dothiv Carolin Silbernagl (links) mit der Geschäftsführerin des Vereins, Ina Rosenstiel (rechts).

.hiv – Eine Domain, die Hoffnung spendet

Denny Ehrlich Allgemein, Blog, HIV und Aids 0 Comments

Das Internet bekommt heute eine neue Domain. Neben Endungen wie .de oder .org, können sich Websitebesitzer jetzt auch für .hiv registrieren. Wir haben mit Carolin Silbernagl, Mitgründerin von dothiv gesprochen, die uns verrät, was es damit auf sich hat.   

Carolin, was ist die Idee hinter dothiv? 

Mit .hiv bringen wir sozusagen die digitale Aids-Schleife ins Netz. Mit .hiv können über Webseiten nun gleichzeitig Spenden gesammelt und auf das Thema aufmerksam gemacht werden. Innerhalb der nächsten zehn Jahre können wir HIV und Aids beseitigen. Der Start von .hiv ist der perfekte Moment dafür.

Wie funktioniert das Ganze? 

Unsere Domains haben zwei Besonderheiten: Zum einen gibt es die Mikrospenden, bei dem jeder Klick auf eine .hiv-Seite eine Spende auslöst, die wir als dothiv zahlen. Das Geld kommt von den gesammelten Registrierungsgebühren. 70 Prozent unserer Umsätze legen wir in den Spendentopf und spenden das dann an die HIV-Projekte. Und als Zweites empfehlen wir den Domainbesitzern, Weiterleitungen für die .hiv-Adresse auf ihre bestehenden Internetadressen einzurichten.

Wie viel kostet so eine Internetseite? 

Der Endpreis wird von den Domainbetreibern festgelegt.  Wir empfehlen natürlich die Günstigste zu nehmen, weil die Domainbetreiber auch gern noch was obendrauf packen. Deswegen haben wir auch eine Preisübersicht. Im Schnitt ist man so mit 13 Euro im Monat dabei.

Wohin geht das eingenommene Geld? 

Unser Förderschwerpunkt liegt darauf, den Zugang zu Aids-Medikamenten zu verbessern. Eigentlich kann man heute mit Aids-Medikamenten gut überleben, trotzdem sterben jedes Jahr 1,5 Millionen Menschen. Wir wollen dazu beitragen, dass damit Schluss ist. Wir starten mit vier Pilotprojekten: In Ruanda, den USA, der Türkei und Südafrika. Ab 2015 können sich Projekte und Organisationen selbstständig auf der Website bewerben und die User können darüber abstimmen, wer die Gelder bekommt. Dann soll das ganze nochmal so einen Mitmachschwung bekommen. Wir sind wohl weltweit die ersten, die sowas für ein großes Entwicklungsthema machen.

Wie viele Spenden soll denn in naher Zukunft dabei gesammelt werden? 

Im ersten Betriebsjahr wollen wir mindestens eine Million Euro an Spenden und eine Milliarde Klicks auf .hiv-Adressen. Und das ist durchaus machbar.

Wie ist die Idee zu Stande gekommen? 

Phillip, einem alten Freund von mir, kam die Idee als er mit seiner Werbeagentur an einer Pro-Bono-Kampagne für eine HIV-Stiftung gearbeitet hat. Das ganze Thema hat ihn dann nicht mehr losgelassen. Er hat sich gefragt, warum das Internet nicht global dafür genutzt wird. Also über eine Webseite hinaus.

Und dann war es im Grunde die Analogie der drei Buchstaben: .com hat drei Buchstaben und .hiv hat auch drei Buchstaben. Und es gibt wohl kein weltumfassenderes Entwicklungsthema, bei dem drei Buchstaben reichen, um eine Botschaft zu übermitteln. Irgendwann saß Phillip bei uns auf der Couch und hat uns davon erzählt. Ich hab drei Nächte nicht geschlafen und dann haben wir gesagt. Ok, jetzt los. Das war Ende 2010. In der Zwischenzeit haben wir das Start-up gegründet und mussten ordentlich Geld sammeln. Allein 185.000 Dollar für die Top-Level-Domain Bewerbung aufbringen. Und nun, fast vier Jahre später, kann sich jeder eine .hiv-Adresse einrichten.

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