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DSW nimmt an der ICFP 2025 teil

Blog | 15. Dezember 2025

Im November nahmen Vertreter*innen von DSW, Youth for A Sustainable World (YSW) und DSW Tansania an der Internationalen Konferenz zur Familienplanung (ICFP) in Bogotá (Kolumbien), teil. Zum ersten Mal in Lateinamerika lautete das Motto: „Gerechtigkeit durch Handeln“ Zur Konferenz kamen über 3.000 Teilnehmende aus 128 Ländern, um die sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte (SRGR) weltweit voranzubringen.

SRGR steht weltweit unter Druck. Die ICFP fand daher genau zum richtigen Zeitpunkt statt: In den vergangenen zwölf Monaten sind Programme und Fortschritte beim Thema sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte (SRGR) von massiven Widerständen betroffen gewesen. Von der Wiedereinführung der Mexico City Policy über umfassende Kürzungen der Entwicklungszusammenarbeit bis hin zum Abbau von USAID – all diese Veränderungen haben unmittelbare Folgen, die vor allem Frauen und Mädchen treffen. Vor diesem Hintergrund bot die ICFP einen entscheidenden Moment für die Fachleute, um Wissen auszutauschen, sich zu vernetzen und trotz aller Rückschläge neuen Schwung mitzunehmen. Kolleg*innen von der DSW, YSW und DSW Tansania brachten sich bei Vorträgen und Paneldiskussionen aktiv ein.

Am 4. November richtete die DSW gemeinsam mit der GIZ (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) ein Panel aus. Bei der Sitzung ging es um die Frage, wie SRGR-Finanzierung in einem sich wandelnden Umfeld der öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit (EZ) gesichert werden kann. Die Sprecher*innen betonten, dass zwar die Mobilisierung nationaler Ressourcen und innovativer Finanzierungsmechanismen zunehmend an Bedeutung gewinnen – doch die EZ auf zunächst absehbare Zeit Bestandteil einer Mischfinanzierung bleiben wird. Die Panellist*innen unterstrichen zudem die Notwendigkeit, SRGR als wirtschaftliche Investition zusehen, Finanzministerien und politische Entscheidungsträgerinnen einzubinden und evidenzbasierte Advocacy-Ansätze zu nutzen, um Finanzierungen zu schützen und auszubauen.

Zentrale Erkenntnisse aus der Sitzung:

Eine nachhaltige SRGR-Finanzierung bedeutet nicht nur, finanzielle Mittel zu mobilisieren – es geht auch darum, sicherzustellen, dass jede Person Zugang zu der Versorgung und den Wahlmöglichkeiten hat, die sie verdient. Und es ist machbar: Die Erfahrungen vieler lateinamerikanischer Länder zeigen, dass nationale Finanzierung und Beschaffung sowie die Aufnahme reproduktiver Gesundheitsgüter in Versicherungssysteme erfolgreich umgesetzt werden können.

In ihrem Schlusswort stimmte Lisa Görlitz, Leiterin der EU-Advocacy bei der DSW, dem YSW Programm Referent Fidelis Athiambo zu, dass die EZ „vielleicht nicht zurückkommt“. Dennoch müsse es andere Wege geben, in Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen mit besonders hohen Bedarfen finanziellen Spielraum zu schaffen – etwa durch Schuldenerleichterungen, da viele nationale Haushalte derzeit durch ihre Schuldenlast massiv eingeschränkt werden.

Melisa Anaselil, Projektkrankenschwester von YSW, nahm am 5. November am Panel „Von den Rändern ins Zentrum: Inklusive SRGR in Krisenzeiten voranbringen“ teil. Anhand von Fallstudien aus der Pazifikregion sowie Kolumbien und Kenia und anhand neuer Forschungsergebnissen des Berlin-Instituts wurde diskutiert, was es in der Praxis braucht, um Inklusion wirklich zu stärken. Melisas Beiträge machten deutlich, dass Vertrauen im direkten Gespräch entsteht und dass echter Wandel von den Rändern ins Zentrum nur gelingen kann, wenn wirklich alle einbezogen werden und in ihren Ansätzen flexibel bleiben.

Ein besonders bewegender Moment der Eröffnungszeremonie war die Auszeichnung von Dirk Roßmann, Stiftungsgründer der DSW, mit dem Global Humanitarian Award for Women’s and Children’s Health. Der Preis würdigt Persönlichkeiten, die sich über viele Jahre hinweg mit großem persönlichem Einsatz für SRGR – insbesondere Familienplanung – und eine bessere Versorgung rund um Schwangerschaft, Geburt und Kindergesundheit einsetzen. Da er nicht persönlich anwesend sein konnte, nahm unsere Programm-Vorständin Angela Bähr die Auszeichnung stellvertretend entgegen. In einer Videobotschaft übermittelte Dirk Roßmann seinen Dank an die Jury.

Die SRGR-Community steht vor großen und ernsten  Herausforderungen, Gleichzeitig hat die ICFP gezeigt, welches Potenzial in konkreten Lösungen, starken Partnerschaften und engagiertem Handeln steckt, wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen.Jetzt gilt es, den entstandenen Schwung in langfristige politische und finanzielle Verpflichtungen mitzunehmen, damit Gerechtigkeit durch Handeln nicht nur ein Motto bleibt, sondern zu einer gelebten Realität für Frauen, Mädchen und Gemeinschaften wird – überall!

Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW)

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