Ebola, Zika und dann? Jetzt handeln, um die Gefahr weltweiter Epidemien zu verringern!

Ute Stallmeister Blog, Globale Gesundheit 0 Comments

Im Januar erst konnte die Welt aufatmen, als die Weltgesundheitsorganisation Westafrika für Ebola-frei erklärte. Nun musste die WHO erneut den globalen Gesundheitsnotstand wegen einer bedrohlichen Epidemie ausrufen, der sich in mehreren Teilen der Welt ausbreitet – dem Zika-Virus. Zwischen dem Virus und dem gehäuften Auftreten von Schädelfehlbildungen bei Säuglingen wird eine enge Verbindung angenommen – auch wenn der wissenschaftliche Beweis bislang noch nicht vollständig erbracht ist.

Einige Regierungen Südamerikas empfehlen Frauen nun, in der nächsten Zeit nicht schwanger zu werden. Familienplanung ist ein Menschenrecht. Das heißt: Jede Frau sollte frei darüber entscheiden können, ob, wann und wie viele Kinder sie bekommt. Das bedeutet zugleich, dass jeder Mensch auch die Möglichkeit braucht, Verhütungsmittel und andere Familienplanungsdienste in Anspruch zu nehmen. Das aber ist in Südamerika aufgrund teils restriktiver Gesetze nicht immer der Fall. Gerade in der jetzigen Notsituation muss dieser Zugang jedoch allen Frauen und Mädchen unabhängig von ihrem Einkommen ermöglicht werden.

Geringes öffentliches Interesse an Tropenkrankheiten

Wie bei Ebola verging auch bei Zika von der anfänglichen Verbreitung der Epidemie bis zur öffentlichen und politischen Wahrnehmung viel Zeit. Das ist bezeichnend für das magere öffentliche Interesse an Tropenkrankheiten: In Entwicklungs- und Schwellenländern grassieren zahlreiche, oft tödlich verlaufende Krankheiten, die kaum beachtet und somit viel zu wenig bekämpft werden. Und das, obwohl mehr als eine Milliarde Menschen von ihnen bedroht sind. Dazu zählen etwa die Chagas-Krankheit, Leishmaniose und Wurmkrankheiten wie die Flussblindheit und Echinokokkose.

[su_quote]Neue Epidemien können sich jederzeit ausbreiten[/su_quote]

Auch wenn Zika hoffentlich eines Tages besiegt sein wird: Neue Epidemien können sich jederzeit ausbreiten und die weltweite Gesundheit gefährden. Ein ganzheitlicher Ansatz ist daher wichtig, um die Gefahr solcher Krankheiten zu minimieren. Dazu gehören deutlich höhere Investitionen in Forschung und Entwicklung von Diagnostika, Impfstoffen und Medikamenten. Hier sind vor allem die Regierungen von Industrieländern – also auch die Bundesregierung – gefragt. Denn der Pharmaindustrie fehlen aufgrund der geringen Kaufkraft in Entwicklungsländern die finanziellen Anreize, in die Forschung und Entwicklung zu investieren. Bisher werden nur rund zwei Prozent der globalen Forschungsgelder für infektiöse Krankheiten aufgewendet, die besonders Entwicklungsländer betreffen!

Stärkung nationaler Gesundheitssysteme ist wichtig

Auch die Gesundheitssysteme in den betroffenen Ländern müssen verbessert werden – beispielsweise durch ausreichendes und qualifiziertes Gesundheitspersonal, lebenswichtige Medikamente und verbesserte Informationssysteme. Gleichzeitig muss sichergestellt sein, dass alle Menschen, die medizinische Hilfe brauchen, auch Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen haben. So könnte man in Notsituationen schneller und effektiver reagieren.

Wir dürfen nicht länger warten, bis noch eine Epidemie wie Ebola oder Zika die weltweite Gesundheit bedrohen. Der Handlungsbedarf besteht jetzt!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.