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Echte Champions in Berlin: Von bereichernden Erfahrungen und bleibenden Eindrücken

Blog | 24. November 2025 | #Youth Champions #YouthCan

Ein Höhepunkt in unserem Jahreskalender ist stets Mitte Oktober: Denn dann finden nicht nur der World Health Summit (WHS) und der Internationale Dialog zu Bevölkerung und nachhaltiger Entwicklung (ID) in Berlin sowie die European Week of Action for Girls (EWAG) in Brüssel statt – es ist auch die Zeit, in der wir Jugendaktivist*innen aus Ostafrika gemeinsam mit betreuenden Mitarbeitenden nach Europa einladen. Die jungen Männer und Frauen, die mit unseren Büros und Partnern vor Ort zusammenarbeiten, setzen sich während ihres Besuchs bei hochrangigen Treffen und Konferenzen engagiert für die Anliegen der jungen Menschen aus ihrer Region und ihrer Heimat ein.

Auch wenn diese Reise eine äußerst bereichernde Erfahrung und eine großartige Chance darstellt, gab es in der Vergangenheit ab und an Schwierigkeiten, weil Visaanträge nicht genehmigt wurden. Doch in diesem Jahr glücklicherweise nicht und so freuten wir uns besonders, die Jugendaktivisten Joel aus Kenia, begleitet von Jackline von Youth for a Sustainable World (YSW), sowie die tansanischen Jugendaktivisten Frederick und die Jugendaktivistin Agusta gemeinsam mit Mariam aus dem DSW-Tansania-Team willkommen heißen zu dürfen.

Die Woche begann in Berlin beim WHS, wo unsere Youth Champions das Gespräch mit internationalen Gesundheitsexperten suchten und sich an lebhaften Diskussionen über die Stärkung von Gesundheitssystemen, der Förderung sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechte (SRHR) sowie zur stärkeren Einbindung junger Menschen beteiligten. Ihre Arbeit setzten sie anschließend beim ID fort: Dort trafen sie politische Entscheidungsträger*innen und brachten im Gespräch gezielt Erfahrungen aus ihren Gemeinden ein.

Frederick empfand Berlin als besonders inspirierend. Ein Höhepunkt für ihn war die Teilnahme an einer Sitzung des Parlamentarischen Beirats für Bevölkerung und Entwicklung (APPG), bei der er die Herausforderungen schilderte, mit denen junge Menschen in ländlichen Regionen konfrontiert sind – insbesondere beim Zugang zu jugendfreundlichen Angeboten. Er verließ Berlin mit der Überzeugung, dass „kollektives Handeln über Generationen hinweg nachhaltige Veränderungen bewirken kann“, wie er betonte.

Agusta erzählte retrospektiv, sie fühle sich ermutigt durch die Entschlossenheit, mit der junge Menschen und Entscheidungsträger*innen Seite an Seite arbeiten. Der Besuch in Deutschland und Belgien haben ihre Überzeugung gestärkt, dass Jugendliche nicht nur Nutznießer*innen von Politik sind, sondern vielmehr unverzichtbare Partner*innen bei ihrer Gestaltung.

Auch die Mitarbeitenden, die die Youth Champion begleiteten, teilten viele dieser Eindrücke. Für Jackline (YSW) etwa war ihre erste Reise nach Deutschland „wirklich transformativ“, wie sie sagte. Die Präsentation der kenianischen Life-Yangu-Plattform und der Austausch über innovative Ansätze aus anderen Regionen brachten neue Ideen hervor, wie die Beteiligung junger Menschen zu Hause weiter gestärkt werden kann und bestätigten ihre Überzeugung, wie kraftvoll die Verbindung von lokalem Engagement und globalem Dialog sein kann.

Mariam von der DSW Tansania hob den Wert der intensiven Gespräche in Berlin hervor – vom Bundestag über das BMZ bis hin zur APPG – und beschrieb sie als Momente, in denen gemeinsame Werte Grenzen überwinden. Aufbau- und Trainingssitzungen mit DSW Deutschland hätten zudem ihre Advocacy-Kenntnisse vertieft.

Nach ihrem Aufenthalt in Berlin reiste die Delegation weiter nach Brüssel zur EWAG. Für Joel aus Kenia war der Eintritt ins Europäische Parlament ein „Moment, von dem man als junger Aktivist nur träumt“. Als er bei einer EWAG-Veranstaltung sprach, rückte er die dreifache Bedrohung, der junge Menschen in Kenia ausgesetzt sind, in den Fokus seiner Rede – Teenagerschwangerschaften, HIV und geschlechtsspezifische Gewalt (GBV). Zudem schilderte er die Folgen der USAID-Kürzungen und forderte eine stärkere Einbindung junger Menschen in politische Entscheidungsprozesse.

Die diesjährige Delegation von Jugendaktivist*innen hat während ihrer Advocacy-Reise nach Berlin und Brüssel nachhaltig Eindruck hinterlassen. Alle waren sich einig, dass die Erfahrungen fern der Heimat äußerst bereichernd war – sie fühlten sich gehört, wertgeschätzt und in der Lage, die Themen ins Rampenlicht zu rücken, die junge Menschen in ihren Herkunftsländern betreffen.

Wir wünschen den jungen Aktivist*innen weiterhin viel Erfolg in ihrem Einsatz für Gesundheit, Rechte und vor allem die Zukunft junger Menschen. Ihr Engagement und ihre Führungskraft prägen die Debatten im In- und Ausland – und wir freuen uns darauf zu sehen, welchen Wandel sie auch künftig anstoßen werden!

Leigh-Ann McSweeney

Referentin Presse- & Öffentlichkeitsarbeit

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