Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) hat sich der Initiative “Gender Champions” des Verbandes Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V. (VENRO) angeschlossen. Diese lehnt sich an ihr Vorbild der “International Gender Champions” an. Damit erteilen wir Panels wie zum Beispiel Podiumsdiskussionen auf Fachveranstaltungen, TV-Runden, Pressekonferenzen und anderen Debatten-Formaten, bei denen nur Männer anwesend sind, von nun an eine Absage. So leisten wir einen Beitrag für mehr Geschlechtergerechtigkeit und fördern die Sichtbarkeit von Frauen in Expert*innen-Runden. 

Aus Manels sollen Panels werden

Noch immer sprechen bei Panels allzu oft reine Männer-Gruppen – die Panels sind dann sogenannte Manels. Frauen und Personen anderen Geschlechts werden weniger als Expert*innen wahrgenommen und häufig gar nicht erst angefragt. Die Genderbalance ist dadurch noch viel zu oft unausgeglichen. Mit der Teilnahme an der Initiative “Gender Champions” stellt die DSW ihre Fachexpertise bei reinen Manels von jetzt an nicht mehr zu Verfügung. Unsere Gremien sowie die Geschäftsführung, politische Fachreferent*innen und andere Mitarbeiter*innen treten von nun an nur noch auf Panels auf, bei denen auf eine ausgewogene Genderbalance geachtet wird. Mindestens eine Person muss nicht-männlich sein, damit eine Teilnahme in Frage kommt.  

Ein Zeichen für Geschlechtergerechtigkeit und Diversität

Angela Bähr, Programmdirektorin und stellvertretende Geschäftsführerin der DSW.

“Ich bin Gender Champion, weil die gerechte Teilhabe von Frauen an allen gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen längst an der Zeit ist! Gerade in der Entwicklungszusammenarbeit, wo die Analyse und Beseitigung von Ursachen und Folgen fehlender Geschlechtergerechtigkeit einen großen Raum einnehmen, muss Genderbalance ganzheitlich gelebt werden”, sagt Angela Bähr, die als Programmdirektorin und stellvertretende Geschäftsführerin der DSW selbst Mitglied des VENRO-Vorstandes ist, und häufig zu Fachveranstaltungen eingeladen wird. “Durch meine Teilnahme an einem Panel kann es schonmal zwar kein reines Manel mehr sein, doch ich wünsche mir mehr als das: Bei jeder Veranstaltungsplanung sollte angestrebt werden, dass die Teilnehmenden möglichst vielfältig sind – dabei denke ich nicht nur an das Geschlecht sondern z.B. auch an die Hautfarbe, das Alter oder Menschen mit Behinderungen.” 

Stärkung von Frauen – nicht nur in der Projektarbeit

Jan Kreutzberg, Geschäftsführer der DSW.

“In unseren Projekten in Ostafrika arbeiten wir unermüdlich daran, dass Frauen selbst über ihr Leben, ihren Körper und ihre Kinderzahl bestimmen können – durch Sexualaufklärung, die Verbesserung ihrer Rechte, einen besseren Zugang zu Verhütungsmitteln und mehr Selbstbestimmung bei der Familienplanung”, erklärt DSW-Geschäftsführer Jan Kreutzberg. “Fehlende Gleichberechtigung ist eine Hauptursache dafür, dass der Bedarf für unsere Arbeit so groß ist. Der Einsatz für mehr Geschlechtergerechtigkeit weltweit bestimmt auch unsere politische und Pressearbeit. Daher ist selbstverständlich, dass wir die VENRO-Initiative ‘Gender Champions’ tatkräftig unterstützen und bei unseren eigenen Veranstaltungen umsetzen. Ich bin Gender Champion, weil ich davon überzeugt bin, dass Diskussionen im Bereich Entwicklungspolitik nur positive globale Veränderungen voranbringen können, wenn nicht nur das männliche Geschlecht vertreten ist. Schließlich wird bei solchen Panels nicht selten über die Überwindung von Ungerechtigkeiten durch tief verwurzelte Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern gesprochen.”