Vor Kinderehe und Genitalverstümmelung geflohen

Die Geschichte von Tumaini Daniel

Tumaini Daniel ist heute 17 Jahre alt und wurde in einer traditionellen Massai-Gemeinschaft geboren. Frühverheiratung und Genitalverstümmelung betreffen in ihrem Dorf fast jedes Mädchen. Auch Tumaini wurde schon vor ihrer Geburt einem Mann versprochen. Die Mädchen der Gemeinde beenden die Schule auf Grund der bereits arrangierten Ehen nur selten und auch für Tumaini war die Trauung nach dem Ende der Grundschulzeit beschlossen. Voller Angst floh das Mädchen ohne Unterstützung in der Nacht vor der Eheschließung zu ihrer Tante. Doch auch wenn diese alles versuchte, um ihre Nichte zu schützen, holte Tumainis Vater die Teenagerin nach nur einer Woche wieder ab, um sie erneut zur Hochzeit zu zwingen. Wie schon zuvor, gelang Tumaini auch dieses Mal die Flucht und sie fand erneut Unterschlupf bei ihrer Tante. Diese hatte sich in der Zwischenzeit Hilfe gesucht und gemeinsam mit dem Dorfvorsteher konnte sie durchsetzen, das Tumaini bei ihr wohnen durfte und die Hochzeit abgesagt wurde. Der Alptraum des jungen Mädchens hatte ein Ende! Doch was sollte sie nun tun? Tumaini hatte lediglich die Grundschule besucht und lebte plötzlich ohne Freunde in einer fremden Stadt. Der Pamoja Jugendklub der DSW brachte schließlich die endgültige Wendung im Leben des jungen Mädchens. Im Rahmen des Projektes „Mein Leben, meine Rechte, meine Zukunft!“ nahm Tumaini an dem 4-tägigen Training teil, lernte ihre Rechte kennen und erfuhr außerdem, wie sie ein kleines Geschäft aufbauen kann. Während des ersten Trainingstages weinte Tumaini ununterbrochen. Sie berichtete den anderen Teilnehmerinnen von ihrer Flucht vor der arrangierten Ehe und ihr Mut inspirierte die ganze Gruppe.

Bis heute wohnt Tumaini bei ihrer Tante, doch dank der Unterstützung der Stiftung hat sie bereits eine kleine Hühnerzucht aufgebaut und besucht seit kurzem eine Schneider-Schule. Sie ist zu einer selbstbewussteren jungen Frau geworden, die sich bereits in ihrer Gemeinde für Mädchenrechte stark macht und zuversichtlich in die Zukunft blickt: Sie möchte später zurückgehen in ihr Heimatdorf und andere Mädchen vor dem schlimmen Schicksal bewahren. „Die Stiftung hat meine Hoffnung wiedererweckt, meine Ziele erreichen zu können und jemand zu sein!” sagt die junge Frau stolz.


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