Aktivistinnen in San Diego mit dem englischen Schriftzug zu "Stoppt Gewalt gegen Frauen"
Am 25. November ist der „Internationale Tag für die Beseitigung der Gewalt gegen Frauen“. Menschen weltweit machen darauf aufmerksam, dass jede dritte Frau in ihrem Leben ein Opfer von Gewalt wird. Foto: Chris West (CC BY 2.0)

Geschlechtsspezifischer Gewalt die Stirn bieten

Leonie Müßig Blog, Jugendliche, Weibliche Genitalverstümmelung Leave a Comment

Fäuste als Argumente? Gewalt kann niemals eine Lösung sein, egal in welcher Situation. Schon gar nicht, wenn sich die Gewalt gegen körperlich Schwächere richtet. Die körperliche Unversehrtheit ist ein Menschenrecht, gegen das leider viel zu oft verstoßen wird. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) erlebt weltweit jede dritte Frau Gewalt durch ihren Partner. Zwar ist häusliche Gewalt eine der am weitesten verbreiteten Gewalttaten gegen Frauen, doch bei weitem nicht die einzige. So genannte geschlechtsspezifische Gewalt hat viele Gesichter und ist leider immer noch weltweit verbreitet. Sie kann sowohl Frauen als auch Männer betreffen, doch sind durch ihre körperliche Unterlegenheit und meist schwächere soziale Stellung besonders Mädchen und Frauen betroffen.

Not lässt geschlechtsspezifische Gewalt wachsen

Vergewaltigungen, sexuelle Übergriffe und Belästigungen passieren täglich. Besonders in Entwicklungsländern werden die Delikte häufig nicht angezeigt, weil sich die Opfer schämen, nicht ernst genommen werden oder im schlimmsten Fall mit Übergriffen durch die Ordnungshüter rechnen müssen, die sie eigentlich beschützen sollten. Wehren können sich Mädchen und Frauen auch nur dann, wenn sie wissen, dass durch Gewalttaten ihre Rechte verletzt werden. Deshalb ist es so wichtig, ihnen Zugang zu Bildung und Informationen zu geben. Dadurch kann auch gegen kulturelle Bräuche angegangen werden, die direkt oder indirekt zu Gewalt gegen hauptsächlich Mädchen und jungen Frauen führen – wie die weibliche Genitalverstümmelung und Zwangs- und Kinderehen.

Eine von Gewalt gezeichnete Frau aus Ruanda erzählt vor Publikum ihre Geschichte

Gewalt gegen Mädchen und Frauen dürfen wir nicht akzeptieren!
Foto: Julien Harneis (CC BY-SA 2.0)

In Krisen- und Notsituationen haben Mädchen und Frauen oft das Nachsehen. Sie werden zu einer Ware oder bloßen Objekten, wie im Falle der immer noch verbreiteten Sklaverei. „Frauen und Kinder zuerst“ gilt in Ausnahmesituationen nur selten. In Kriegsgebieten und auf der Flucht gibt es keine ordnende Macht mehr, was einen rechtsfreien Raum schaffen kann, wo vermeintlich alles erlaubt ist. Eine der perfidesten Waffen im Krieg war und ist die systematische Vergewaltigung von Frauen jeden Alters. Nicht nur müssen die Frauen mit den körperlichen und psychische Folgen der Vergewaltigung leben, oft werden sie durch den Übergriff von ihrer eigenen Gemeinschaft ausgeschlossen, haben schlechteren Zugang zu Gesundheitsversorgung und kaum eine Chance, finanziell auf eigenen Beinen zu stehen. Kommt es durch die Vergewaltigung zu einer ungewollten Schwangerschaft, sehen die Zukunftsaussichten für das Kind eher düster aus.

Gewalt wird digital

Eine andere Facette der geschlechtsspezifischen Gewalt ist die psychische oder seelische Gewalt. Sie ist immer eine Begleiterscheinung der körperlichen Gewalt, kann aber auch für sich alleine stehen. Internet und neue Technologien bieten eine Plattform für Belästigung, Mobbing und Stalking. Täter können sich hier hinter Pseudonymen verstecken und anonym digitale Gewalt ausüben. Dabei kann die Gewalt alle treffen. Besonders Jugendliche stehen hier im Fokus, die einerseits gedankenlos mit den neuen Medien interagieren, ohne sich über die Folgen klar zu sein und die andererseits ein leichtes Ziel für Täter darstellen. Hier ist es wichtig, Jugendlichen den richtigen Umgang mit sozialen Medien beizubringen: Was darf ich, was nicht und wo lauern Gefahren? Das gilt weltweit, denn das Netz kennt keine Grenzen.

Der „Internationale Tag für die Beseitigung der Gewalt gegen Frauen“ der Vereinten Nationen erinnert jedes Jahr am 25. November an die Situation von Mädchen und Frauen. Und daran, dass Gewalt, insbesondere geschlechtsspezifische, endlich ein Ende haben muss.

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