3 wichtige Erkenntnisse im Jahresbrief von Bill und Melinda Gates zur globalen Gesundheit

Denny Ehrlich Blog, Globale Gesundheit 0 Comments

Der diesjährige Jahresbrief von Bill und Melinda Gates ist eine Art Halbzeitpfiff: Die beiden schreiben, was mit den Milleniumszielen bis 2015 erreicht wurde und was sie von den nächsten 15 Jahren bis 2030 erwarten.

2015 ist ein enorm wichtiges Jahr: Die Millenniumsziele laufen in diesem Jahr aus, und die Weltgemeinschaft steckt derzeit die Köpfe zusammen, um zu beraten, wie es danach weitergeht.

Wir als Stiftung befassen uns ja intensiv mit dem Thema globale Gesundheit – genau wie die Stiftung von Bill und Melinda Gates. Deswegen fassen wir hier für euch dazu die drei wichtigsten Punkte aus ihrem Jahresbrief zusammen.

1. Gesundheitlich geht es den Menschen in den ärmsten Ländern heute deutlich besser

Auch wenn sich mir aufgrund der vielen weltweiten Krisen manchmal der Eindruck aufdrängt, dass es wohl noch nie schlimmer gewesen sein muss: In Sachen Entwicklungspolitik machen wir enorme Fortschritte. Ein Beispiel? Im Jahr 1990 hat jedes zehnte Kind in einem Entwicklungsland keine fünf Jahre alt geworden. Doch dann investierten wir (als Welt) mit den Entwicklungszielen mehr in Behandlungsmethoden und in bessere und neue Impfstoffe und bauten die Gesundheitssysteme aus. Und heute? Erlebt jedes zwanzigste Kind seinen fünften Geburtstag nicht. Ist das ein Grund zu feiern? Bestimmt nicht! Es zeigt aber: Wir machen Fortschritte, denn heute bekommen viel mehr Kinder die Chance zu überleben. Aber wir haben noch viel vor uns.

Die Kindersterblichkeit sinkt. Quelle: gatesnotes.com/2015-annual-letter

Die Kindersterblichkeit sinkt. Quelle: gatesnotes.com/2015-annual-letter

Gänzlich hinter uns und bald ausgerottet haben wir hoffentlich in naher Zukunft Krankheiten oder Parasiten wie Polio, den widerlichen Guineawurm oder die sogenannte Flussblindheit. Denn es sind besonders die Fortschritte bei den Impfungen in den letzten Jahren die dazu führen, dass Krankheiten eingedämmt werden oder gar gänzlich verschwinden und mehr Menschen überleben.

2. Money talks

Bill Gates verkündet auf der Geberkonferenz für die Impfallianz Gavi, dass die Bill und Melinda Gates Stiftung 1,5 Milliarden US-Dollar für Gavi besteuern wird.

Bill Gates verkündet auf der Geberkonferenz für die Impfallianz Gavi, dass die Bill und Melinda Gates Stiftung 1,5 Milliarden US-Dollar für Gavi besteuern wird.

Von nichts kommt nichts, das gilt auch für die Entwicklungszusammenarbeit. Das heißt, wenn wir wollen, dass es Menschen in der Welt besser geht, müssen wir auch bereit sein, Geld in die Hand zu nehmen. Dass die Investitionen lohnen, ist längst bewiesen, auch wenn es viele nicht glauben wollen. Für ein Beispiel nochmal zurück zu den Impfungen: Mit der Impfallianz Gavi wurden seit dem Jahr 2000 stolze 500 Millionen Kinder geimpft. Sieben Millionen Kinder wurden gerettet. Und bis zum Jahr 2020 will die Impfallianzweitere 300 Millionen Kinder impfen. 7,5 Milliarden US-Dollar braucht es dafür. Deutschland hat gerade die Geberkonferenz für Gavi ausgerichtet – das Geld ist zusammengekommen. Die Bundesregierung gibt 600 Millionen Euro bis zu Jahr 2020). Mit Investitionen in Forschung und Infrastruktur bekommen wir hoffentlich bald Ebola und sogar Malaria klein. An Letzterer sterben jedes Jahr mehr als eine Million Menschen.

3. Wir können HIV zumindest deutlich zurückdrängen

Polio ist heute zu 99 Prozent ausradiert. Bis 2030 soll das auch mit Malaria der Fall sein. Riesige Fortschritte erwarten Bill und Melinda Gates auch bei der Bekämpfung von HIV und Aids.  35 Millionen Menschen leben auf der Welt mit HIV. In 15 Jahren soll es sich nur noch um einen Bruchteil davon handeln.

Neue Verhütungsmittel dafür sorgen, dass besonders Mädchen und Frauen in Afrika deutlich besser geschützt werden. Denn Mädchen und Frauen im Alter von 15 bis 24 Jahren infizieren sich in den Ländern Afrikas südlich der Sahara doppelt so häufig mit HIV wie Jungs und Männer in diesem Alter. Zudem hat sich das Leben mit HIV und Aids durch eine Reihe an Medikamenten und Behandlungsmethoden schon heute deutlich verbessert.

Und vielleicht gibt es ja bis 2030 auch Sensationelles in Sachen HIV-Impfstoff zu vermelden.

Zu den Gatesnotes

 

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