Gesundheitsversorgung ist für Menschen in Afrika südlich der Sahara besonders wichtig

Sadiah Meiselbach Blog, Globale Gesundheit 0 Comments

Viele Menschen in Afrika südlich der Sahara sind mit der Qualität der Gesundheitsversorgung unzufrieden und wünschen sich deshalb, dass Gesundheit zu einer der zentralen Entwicklungsprioritäten ihrer Länder wird. Das belegt eine neue Umfrage des US-Meinungsforschungsinstituts Pew Research Center.

Die Umfrage wurde in neun großen Ländern in Afrika südlich der Sahara durchgeführt, auf die rund die Hälfte der Bevölkerung der Region entfällt. Durchschnittlich 82 Prozent der Befragten bezeichneten die schlechte Gesundheitsversorgung als ein sehr großes Problem in ihrem Land. Ebenfalls ganz oben auf der Liste der Sorgen rangierten fehlende Arbeitsmöglichkeiten (88 Prozent), schlechte Qualität der Schulen (81 Prozent), staatliche Korruption (80 Prozent) und Kriminalität (80 Prozent). Auf die Frage, welches Entwicklungsthema neben der Wirtschaft höchste Priorität in ihren Ländern haben sollte, nannten die Befragten in acht von neun Ländern die Gesundheitsversorgung. Auf dem zweiten Platz folgt die Bildung – ein Bereich, der in Südafrika an erster Stelle genannt wurde.

Bereits 2013 hatte das Pew Research Center in sechs der neun Länder eine Umfrage zu der Frage durchgeführt, welches die wichtigsten Prioritäten im Gesundheitsbereich seien. An erster Stelle stand die Verbesserung der Krankenhäuser (17 Prozent), gefolgt von der Behandlung von HIV und Aids (15 Prozent) und der Bekämpfung von Hunger (13 Prozent). Deutlich dahinter rangierten Probleme wie die Trinkwasserqualität (7 Prozent), der Kampf gegen Infektionskrankheiten und die vorgeburtliche Betreuung (beide 6 Prozent) sowie die Impfung von Kindern (1 Prozent). In vielen dieser Bereiche hat Afrika südlich der Sahara seit der Verabschiedung der Millennium-Entwicklungsziele im Jahr 2000 große Fortschritte erzielt – aber eben nicht genug, um die Zielsetzungen zu erreichen. Nach wie vor verzeichnet die Region die höchste Zahl von HIV-Neuinfektionen, den höchsten Anteil an Unterernährten und die höchste Mütter- und Kindersterblichkeit.

Die Gesundheitsversorgung zählt zu den Schlüsselbereichen, in denen sich ausländische Hilfsorganisationen in der Region engagieren. Laut der Umfrage von 2015 sind die Menschen in den neun Ländern sehr zuversichtlich (im Durchschnitt 70 Prozent der Befragten), dass ausländische Hilfsorganisationen mit dazu beitragen, drängende Probleme in ihrem Land zu lösen. 68 Prozent meinen, ihr Land würde mehr ausländische Hilfe benötigen, als es gegenwärtig erhält – mit der Ausnahme von Südafrika, wo sich nur 26 Prozent der Befragten mehr Entwicklungszusammenarbeit wünschen. Zugleich begegnen viele Menschen in diesen Ländern ausländischen Hilfsprogrammen mit Skepsis. Für knapp über die Hälfte (53 Prozent) stellt bei den Programmen Korruption ein großes Problem dar, 45 Prozent halten sie für ineffizient.

Im vergangenen Jahrzehnt ist die Wirtschaft in Afrika südlich der Sahara stark gewachsen – so stark, dass die Menschen in der Region im weltweiten Vergleich mit am zufriedensten bezüglich der wirtschaftlichen Entwicklung sind und ihre wirtschaftlichen Zukunftsaussichten mit am optimistischsten bewerten. Dessen ungeachtet sind viele der Meinung, dass ihre Länder vor großen Herausforderungen stehen, und nennen die Gesundheitsversorgung als eines der dringlichsten Probleme. Diese Sorgen werden von den Statistiken zu Gesundheit und Armut bestätigt: Sie zeigen, dass die Region in diesen Bereichen gegenüber vielen anderen sich entwickelnden Regionen in der Welt hinterherhinkt. Um das zu ändern, wünschen sich viele Menschen in Afrika südlich der Sahara unverkennbar ein stärkeres Engagement von der internationalen Gemeinschaft.

Geschrieben von Katie Simmons, Associate Director of Research, Pew Research Center

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