Am Weltgesundheitstag fordert die DSW Gesundheit für alle Menschen

Gesundheitsversorgung für alle? Sieben Dinge, die sich ändern würden

Mareike Döring Blog, Freiwillige Familienplanung, Globale Gesundheit, HIV und Aids, Müttergesundheit Leave a Comment

Am 7. April ist Weltgesundheitstag – in diesem Jahr steht die Forderung nach Universal Health Coverage, also flächendeckender Gesundheitsversorgung im Mittelpunkt. Das Thema könnte besser nicht gewählt sein, denn globale Gesundheit ist ein Ziel, das die Vereinten Nationen bis 2030 erreichen wollen. Außerdem ist die Gesundheitsversorgung aller Menschen ein Dreh- und Angelpunkt für den weltweiten Kampf gegen Armut.

Aber wie sähe eigentlich eine Welt aus, in der jeder Mensch Zugang zu Gesundheitsversorgung hat?

1. Niemand müsste sich zwischen Nahrung und Medizin entscheiden

Kranksein macht arm. Das ist die Realität für 100 Millionen Menschen, die jährlich in die Armut gedrängt werden, weil sie hohe Krankenhausrechnungen oder teure Medikamente aus eigener Tasche bezahlen müssen. Zusätzlich geben 800 Millionen Menschen mindestens zehn Prozent ihres Haushaltsbudgets für Gesundheitsleistungen aus. 180 Millionen davon sogar ein Viertel. Mit einer bezahlbaren Gesundheitsversorgung könnten diese Menschen gesund werden, ohne arm zu werden.

2. Aids, Tuberkulose und Malaria wären unter Kontrolle

Sechs Menschen sterben pro Minute an einer dieser Krankheiten: Aids, Tuberkulose oder Malaria. Betroffen sind überwiegend Menschen, die in Armut leben. 95 Prozent aller Menschen, die von HIV betroffen sind, leben in Entwicklungsländern. Diese Länder sind außerdem von 95 Prozent der Tuberkulosefälle und 90 Prozent der Malariafälle betroffen. Unteranderem die weiten Anfahrtswege zu Gesundheitsstationen führen dazu, dass sich Menschen zu spät Hilfe suchen. Personalmangel verhindert die zuverlässige Versorgung von Erkrankten, und Informationsmangel vor Ort erschwert die Prävention.

3. Keine Frau müsste mehr mit Scheidenfisteln leben

Scheidenfisteln entstehen häufig bei jungen Schwangeren, deren Körper noch nicht auf eine Geburt ausgelegt sind. Der Kopf des Babys drückt bei der Geburt auf Gewebe in der Gebärmutter, das in der Folge abstirbt. So entsteht ein Durchbruch zwischen Blase, Darm und Vagina, und die Betroffene kann ihre Ausscheidungen nicht mehr kontrollieren. Meist ist der Ausschluss aus der Gesellschaft die Folge. Circa zwei Millionen Frauen leben mit dieser Verletzung, die mit einer einfachen Operation zu heilen ist. Die meisten von ihnen in Afrika, südlich der Sahara und Südasien. Eine diskriminierungsfreie Gesundheitsversorgung würde diesen Frauen ein Leben in ihren Gemeinden ermöglichen. Prävention, Aufklärung und das Stärken von Mädchenrechten würden dafür sorgen, dass Frauen erst schwanger werden, wenn sie dazu bereit sind und Scheidenfisteln gar nicht erst auftreten.

4. Mädchen und Frauen könnten verhüten, wenn sie möchten – wann sie möchten

Jede vierte Frau in Entwicklungsländern kann nicht verhüten, obwohl sie das gern tun würde. Das führt dazu, dass 43 Prozent der Schwangerschaften in Entwicklungsländern ungewollt sind. Wenn sich ein Mädchen oder eine Frau entscheidet, die Schwangerschaft abzubrechen, findet dies in drei Viertel aller Fälle unter unsicheren Bedingungen statt. Mithilfe eines Gesundheitssystems, das sie in Verhütungsfragen unterstützt, könnten Mädchen und Frauen selbst planen, ob, wann und wie viele Kinder sie bekommen.

5. Eine Investition in das Gesundheitssystem würde sich auszahlen

Prävention ist langfristig günstiger, als ausgebrochene Krankheiten zu behandeln. Das verdeutlicht auch das Beispiel Malaria in Afrika südlich der Sahara: Dort sterben mit Abstand am meisten Kinder an einer Malariaerkrankung, allerdings schlafen bis zu 60 Prozent nicht unter einem Moskitonetz. Mit einer Gesundheitsversorgung, die auf Information und Prävention setzt, könnten Länder auf Dauer viel Geld sparen und zum Beispiel in Bildung investieren.

6. Wir hätten den ersten Schritt gemacht, um Armut zu beenden

Menschen, die in Armut leben, sind von dem Mangel an Gesundheitsleistungen weit häufiger betroffen und erkranken so mit höherer Wahrscheinlichkeit an einer vermeidbaren Krankheit. Sie sind dann vom regulären Arbeitsmarkt ausgeschlossen und müssen neben der psychischen und körperlichen Belastung auch mit einer finanziellen Belastung leben. Dabei ist Gesundheit die erste Voraussetzung, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Flächendeckende Gesundheitsversorgung würde diesen Teufelskreis brechen.

7. Wir wären der Umsetzung der Menschenrechte näher

Gesundheit ist ein Menschenrecht, von dem viel zu viele Menschen ausgeschlossen sind. Dabei muss es das Ziel sein, dass jeder Mensch ein würdevolles Leben führen kann. Denn Gesundheitsversorgung heißt: Gesundheit für alle Menschen, überall!

 

 

 

 

 

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