Globaler Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria hilft weltweit
UN Photo/Marco Dormino

5 Fragen – 5 Antworten zum Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria

Mareike Döring Blog, Globale Gesundheit, HIV und Aids Leave a Comment

1. Was ist der Globale Fonds?

Einfach gesagt ist der Globale Fonds ein Topf, in den Regierungen, Unternehmen und andere Organisationen Geld einzahlen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Weltweit gibt es ganz verschiedene Arten von Fonds mit ganz unterschiedlichen Zielen. Der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria trägt sein Ziel schon im Namen.

Die drei großen Infektionskrankheiten Aids, Tuberkulose und Malaria fordern auch heute noch fast drei Millionen Menschenleben jedes Jahr. Besonders Menschen in sogenannten Entwicklungsländern sind von ihnen betroffen, weil es meist an Geld für Präventionsmaßnahmen, Diagnostika und Behandlungen fehlt. Zudem sind die Gesundheitssysteme der Länder nicht in der Lage, jedem Menschen Zugang zu grundlegender Gesundheitsversorgung zu ermöglichen. Hier schafft der Globale Fonds seit seiner Gründung im Jahr 2002 Abhilfe. Er finanziert unter anderem lokale Gesundheitsministerien, die dann mit dem Geld Programme im jeweiligen Land umsetzen können. Die Maßnahmen reichen von mückenabwehrenden Netzen gegen Malaria, über Tuberkulose-Medikamente sowie HIV-Tests und antiretroviraler Therapie für Menschen, die von HIV betroffen sind, bis hin zur grundsätzlichen Verbesserung der Gesundheitsversorgung.

2. Was macht den Globalen Fonds besonders?

Wenn man hört, dass der Globale Fonds jedes Jahr rund vier Milliarden Euro “verteilt”, kommt es einem vielleicht komisch vor, dass er nur von einem einzigen Büro in Genf aus geleitet wird… Wie soll das denn gehen? Der Trick ist, dass in Genf nur das sogenannte “Monitoring”, also die Beobachtung, Prüfung und Evaluierung der Programme, passiert. Bei der Planung sind Regierungen, Zivilgesellschaft und Privatsektor sowie die Menschen gefragt, die von den Krankheiten betroffen sind. Das hat zum einen den Vorteil, dass keine unnötigen Kosten entstehen, um den Fonds selbst am Laufen zu halten. Zum anderen kann er so an vielen Orten auf der Welt zu investieren und dabei sicherstellen, dass er die Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung auch wirklich trifft. Der Globale Fonds ist die größte Organisation bei der Eindämmung von Tuberkulose und Malaria und die zweitgrößte zur Bekämpfung von HIV und Aids.

 3. Was hat der Globale Fonds bisher erreicht? 

Antiretrovirale Medikamente (ARV) zur Behandlung von HIV und Aids

Bevor der Globale Fonds ins Leben gerufen wurde, schienen die drei großen Infektionskrankheiten unbesiegbar zu sein – Millionen von Menschen starben und Familien wurden durch die Krankheiten zerrissen. Doch seit seiner Gründung im Jahr 2002 hat der Globale Fonds 27 Millionen Menschenleben gerettet und gibt Hoffnung, dass irgendwann niemand mehr daran sterben muss. Alleine im Jahr 2017 erreichte er im Bereich Prävention 9,4 Millionen Menschen mit HIV-Präventionsprogrammen, ermöglichte 79,1 Millionen HIV-Tests und verteilte 197 Millionen Moskitonetze. 17,5 Millionen Menschen konnten mit der antiretroviralen Therapie behandelt werden, 108 Millionen wurden wegen Malaria und fünf Millionen wegen Tuberkulose behandelt. Noch Mal: Innerhalb von nur einem Jahr.

Neben diesen beeindruckenden Zahlen zeigt auch das übergeordnete Ziel des Globalen Fonds positive Effekte: Gesundheitssysteme in sogenannten Entwicklungsländern werden langfristig gestärkt, Kinder können zur Schule gehen, statt früh an Malaria zu sterben und als gesunde, erwachsene Menschen zur Entwicklung ihrer Gemeinschaft beitragen.

4. Warum ist 2019 ein entscheidendes Jahr für den Globalen Fonds?

Wenn man sich den Globalen Fonds als einen Topf vorstellt, aus dem der Kampf gegen die drei großen Armutskrankheiten finanziert wird, ist es klar, dass dieser Topf irgendwann leer ist. Deshalb wird er alle drei Jahre wieder aufgefüllt, nämlich bei der sogenannten Wiederauffüllungskonferenz (auf Englisch “Replenishment”). Der Fonds gibt dabei eine Einschätzung, wie viel Geld er für die nächsten drei Jahre benötigt und erklärt, wofür dieses Geld ausgegeben wird. Dies bezeichnet man als den sogenannten “Investment Case”. Am 10. Oktober 2019 findet die Wiederauffüllungskonferenz zum sechsten Mal statt, dieses Mal im französischen Lyon. Geber müssen sich jetzt entscheiden, wie viel sie die nächsten drei Jahre in den Globalen Fonds investieren können und wollen. Dabei liegt eine besonders große Verantwortung bei staatlichen Gebern, denn von ihnen kommt bei weitem der größte Teil der Gelder.

Mit einem Beitrag von 810 Millionen Euro für die aktuelle Periode 2017 bis 2019, ist Deutschland der viertgrößte staatliche Geber des Fonds. Am meisten gaben bislang die USA. Da die aktuelle Administration jedoch große Einschnitte bei der internationalen Entwicklungszusammenarbeit ankündigt, wird hier voraussichtlich ein erhebliches Defizit entstehen. Wenn die Bundesregierung dazu beitragen möchte, dass der Globale Fonds über die Mittel verfügt, die er benötigt, um weiterhin Menschenleben zu retten, muss sie einen starken und gemessen an ihrer Wirtschaftskraft angemessenen Beitrag beisteuern.

5. Wie trägt der Globale Fonds zur Erreichung von internationalen Zielen bei?

Die Nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals, SDG's) der Vereinten Nationen.

Im Jahr 2015 beschlossen die Vereinten Nationen eine Reihe von Zielen, die sie bis zum Jahr 2030 erreicht haben wollen. Diese 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) beinhalten unter anderem die Beseitigung von Hunger sowie Bildung für alle. Gleich als drittes auf der Liste der Ziele steht: “Gesundes Leben für alle”. Als Teil dieses Ziels verpflichtet sich die internationale Gemeinschaft, bis 2030 die Epidemien AIDS, Tuberkulose und Malaria sowie andere vernachlässigte Krankheiten zu beenden. Der Globale Fonds nimmt hierbei die entscheidende Rolle ein. Ohne ihn kann Ziel Nummer drei nicht erreicht werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.