Aufklärungsveranstaltung zu Verhütungsmöglichkeiten

Haben wir die Chance verspielt Aids ein Ende zu setzen?

Leonie Müßig Blog, Globale Gesundheit, HIV und Aids 1 Comment

Eine Woche vor der Welt-Aids-Konferenz im südafrikanischen Durban schlägt UNAIDS in einem Report Alarm. Die neuen Zahlen zeigen ein erschreckendes Bild: Offensichtlich hat sich die Welt zu früh über ein nahendes Ende der Aids-Epidemie gefreut. In den letzten fünf Jahren kamen jährlich mehr als zwei Millionen Neuinfektionen hinzu. Das wirft einen dunklen Schatten auf das Ziel der Vereinten Nationen, Aids bis 2030 auszurotten. Derzeit leben weltweit 36,7 Millionen Menschen mit HIV – 1,8 Millionen von ihnen sind Kinder unter 15 Jahren.

Obwohl Informationen zu Übertragungswegen vorliegen, genauso wie Kondome, um sich vor einer Ansteckung zu schützen, gehen in vielen Regionen die Ansteckungszahlen nach oben. 5.700 Menschen stecken sich täglich neu mit dem HI-Virus an. Zwei Drittel davon in Afrika südlich der Sahara. Dabei zeigt sich, wie bereits im Global Aids Update vom Mai diesen Jahres, dass vor allem Mädchen und junge Frauen zwischen 15 und 24 Jahren in dieser Region stark gefährdet sind. das liegt unter anderem daran, dass ihnen immer noch das umfassende Wissen über HIV und Ansteckungswege fehlt. Außerdem sind sie oft nicht gleichberechtigt und daher kaum in der Lage, auf Kondome in einer Partnerschaft zu bestehen. Zudem sind sie häufig geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt. Laut UNAIDS liegt der Schlüssel zur Beendigung der Aids-Epidemie darin, Mädchen und junge Frauen, vor allem in Afrika südlich der Sahara, mit entsprechenden Informationen und Angeboten zu erreichen.

Mehr Geld für Prävention benötigt

Genau darauf zielt unser Engagement in Ostafrika ab. Im Mittelpunkt stehen hier Jugendliche, die in Jungendklubs über sexuelle Gesundheit, sexuell übertragbare Krankheiten und Verhütungsmöglichkeiten informiert werden. Dabei geht es in der Hauptsache um Prävention. UNAIDS bemängelt in dem Bericht, dass die Prävention von der Weltgemeinschaft vernachlässigt wurde. Demnach werden aktuell nur 20 Prozent der weltweiten finanziellen Mittel für die HIV Prävention ausgegeben. Der Großteil fließt in die Behandlung.

Nun sind neue und optimierte Behandlungsmöglichkeiten natürlich eine gute Entwicklung. Sie verbessern das Leben der bereits von HIV betroffenen Menschen. Doch dürfen vorbeugende Maßnahmen und Medikamente dabei nicht aus den Augen verloren werden. Immer noch gibt es keine wirksame Impfung gegen den Virus. Das wäre einer der erfolgsversprechenden Schritte in Richtung Ausrottung von HIV und Aids.

Die Vorzeichen dafür stehen schlecht. UNAIDS prangert an, dass die derzeitigen Gebermittel auf dem tiefsten Stand seit 2010 seien. Zynischerweise offenbar eine Konsequenz der erzielten Erfolge bei der Bekämpfung von HIV und Aids in den vergangenen Jahren. Stellt man sich die Aids-Epidemie als einen Waldbrand vor, wird klar, dass das Engagement so lange beibehalten und sogar verstärkt werden muss, bis alle Brandherde gelöscht sind. Andernfalls riskiert man immer neues Aufflammen oder gar weitere Ausbreitung, wie jetzt zu sehen ist. Wir müssen handeln, um nicht als die Generation in Erinnerung zu bleiben, die es nur beinahe geschafft hätte, Aids ein Ende zu setzen.

Wie gut bist du über HIV und Aids informiert? Teste dein Wissen in unserem Quiz.

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