Das Gavi Logo

“Wir wollen jedes Kind erreichen” – Gastbeitrag von Seth Berkley

Seth Berkley Blog, Globale Gesundheit 0 Comments

Ende Januar 2015 richtet Deutschland unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel die Wiederauffüllungskonferenz der Impfallianz Gavi aus. In unserem Blog schreibt Gavi-Geschäftsführer Seth Berkley, warum Impfprogramme so wichtig sind und was er von Deutschland erwartet.

Dr. Seth Berkley: 

“Die meisten Kinder auf der Welt können heute dank Impfungen gesund und ohne Angst vor potenziell lebensbedrohlichen Krankheiten aufwachsen. Trotzdem sterben jedes Jahr immer noch 1,5 Millionen Kinder unter fünf Jahren an Krankheiten, die durch Impfen vermeidbar wären. Hinzu kommt, dass jedes fünfte Kind weltweit nicht einmal alle Grundimpfungen erhält – an neuentwickelte Impfstoffe ist gar nicht zu denken. Die meisten dieser Kinder leben in den ärmsten Ländern der Welt.

Das Gavi Logo

Seit dem Jahr 2000 rettet die Impfallianz Gavi Leben.

Wir bei Gavi arbeiten gerade auf ein wichtiges Ziel im Jahr 2015 hin: Wir brauchen die finanzielle Unterstützung von Regierungen weltweit, damit Impfungen alle Kinder erreichen – ganz egal, wo sie leben. Auf diese Weise lassen sich die 1,5 Millionen Todesfälle am besten reduzieren.

Die Bundesregierung und die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland spielen dabei eine entscheidende Rolle: Am 27. Januar 2015 wird Bundeskanzlerin Angela Merkel Gastgeberin einer Konferenz in Berlin sein, bei der Vertreter von Gebern, Entwicklungsländern, Impfstoffherstellern und viele weitere Teilnehmer zusammen kommen. Wir hoffen, dass sie dort gemeinsam finanzielle Zusagen machen werden, die die Finanzierung von Gavi-geförderten Programmen bis zum Jahr 2020 sichern.

Gavi orientiert sich an klaren Fakten. Wirksamkeit und Ergebnisse stehen im Vordergrund. Das ist in wirtschaftlich schwierigen Zeiten besonders wichtig, denn als Steuerzahler möchte man natürlich wissen, ob das Geld auch wirklich den Menschen zu Gute kommt, die es am dringendsten brauchen.

Die Unterstützung der Geber, der Einsatz der Partnerländer und eine nachhaltige Preispolitik stellen sicher, dass wir in Zukunft jedes Kind mit Impfungen erreichen.

Mit voller Finanzierung kann Gavi Länder in Afrika und Asien dabei unterstützen, zwischen 2016 und 2020 zusätzlich 300 Millionen Kinder zu impfen und so fünf bis sechs Millionen Leben zu retten. Aber das ist nur die unmittelbare Auswirkung: Gesunde Kinder können zur Schule gehen und aus ihnen werden später Erwachsene, die zu einer funktionierenden Gesellschaft beitragen. Kranke Kinder müssen gepflegt werden, so dass Familienmitglieder nicht zur Arbeit gehen können. Kranke Kinder benötigen außerdem medizinische Behandlung – diese Krankheitskosten belasten Familien finanziell und gehen häufig mit Armut einher. Wenn wir die bereits aufgebauten Impfprogramme fortsetzen, kann das wirtschaftliche Vorteile zwischen 80 und 100 Millionen US-Dollar nach sich ziehen.

Auf dem Weg dorthin wollen wir nun noch einen Zahn zulegen: Als ich im Jahr 2011 zu Gavi kam, haben wir 22 Impfeinführungen unterstützt. Für 2015 bereiten wir momentan die Einführung von mehr als 150 vor. Dies ist ein Teil unserer Strategie, um die Impfraten in den ärmsten Ländern der Welt zu erhöhen und schließlich jedes Kind mit Impfungen zu erreichen.

Wir unterstützen die jeweiligen Länder dabei, ihre Impfprogramme nachhaltig zu gestalten und zunehmend mehr Eigenverantwortung zu übernehmen. Diese Arbeitsweise ergibt sich schon aus unserem Finanzierungskonzept, denn alle Partnerländer beteiligen sich mit steigender Wirtschaftskraft auch in wachsendem Umfang an ihren eigenen Impfprogrammen. Wir schätzen, dass die Entwicklungsländer in den fünf Jahren von 2016 bis 2020 insgesamt 1,2 Milliarden US-Dollar zu Gavi-geförderten Projekten beisteuern werden. Das ist fast das Dreifache verglichen mit der Periode von 2011 bis 2015.

Gavis Ziel ist, dass die Partnerländer nach und nach ihre Impfprogramme komplett selbst finanzieren. Dieser stetige Prozess sorgt für Zustimmung und dafür, dass die entsprechenden Regierungen Budgets für Impfungen in ihrem Haushalt einplanen, die es vorher möglicherweise noch gar nicht gab.

Durch unseren Auftrag, etwa 60 Prozent aller Babys weltweit zu impfen, verfügt Gavi über eine beachtliche Kaufkraft. Durch diese konnten die Preise für zahlreiche Impfstoffe erheblich gesenkt werden. So ist beispielsweise der Preis für die Fünffachimpfung – die vor fünf gefährlichen Krankheiten schützt – sowie für die Impfstoffe gegen Pneumokkoken und Rotaviren für Gavi-Länder seit 2010 um 37 Prozent gesunken.

Die Unterstützung der Geber, der Einsatz der Partnerländer und eine nachhaltige Preispolitik stellen sicher, dass wir in Zukunft jedes Kind mit Impfungen erreichen. Ich freue mich sehr, dass Deutschland auf dem Weg dorthin eine führende Rolle übernommen hat, die mit der Ausrichtung der Geberkonferenz am 27. Januar 2015 in Berlin ihren Höhepunkt erreichen wird. Deutschland hat jetzt – mehr als je zuvor – eine Vorreiterrolle und hilft Millionen Kindern dabei, ein gesundes Leben zu führen.”

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.