Eine Forscherin in einem Labor in Kenia in dem ein Impfstoff gegen eine der größten Armutskrankheiten, Aids, getestet wird
Eine Forscherin bei der Arbeit in einem Labor der International AIDS Vaccine Initiative (IAVI) in Kenia. Aids gehört zusammen mit Malaria und Tuberkulose zu den drei größten Armutskrankheiten. Weltweite Investitionen in die Erforschung dieser Krankheiten sind laut "G-Finder"-Studie 2015 weiter gesunken. Foto: 2011, Sokomoto Photography for International AIDS Vaccine Initiative (IAVI) (CC BY-NC-ND 2.0)

Investitionen für Forschung zu Armutskrankheiten gesunken

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Deutsche Stiftung Weltbevölkerung: „Mangelnde Finanzierung gefährdet Menschenleben”

Hannover, 16. Februar 2017. Rund drei Milliarden US-Dollar wurden 2015 in die Forschung und Entwicklung zu armutsbedingten Krankheiten wie Aids, Tuberkulose und Malaria investiert. Das sind 68 Millionen US-Dollar weniger als im Vorjahr. Damit sank die Gesamtsumme der Investitionen aus dem öffentlichen Sektor, der Industrie und von gemeinnützigen Organisationen im dritten Jahr in Folge. Diese Zahlen gehen aus der neuen „G-Finder“-Studie hervor, die das unabhängige Institut Policy Cures aus Australien heute veröffentlicht hat.

Aus dem öffentlichen Sektor kamen 1,93 Milliarden US-Dollar. Das entspricht rund zwei Dritteln der gesamten Investitionen. Der Beitrag des öffentlichen Sektors ist damit auf den niedrigsten Stand seit 2007 gefallen. Damals waren es 1,91 Milliarden US-Dollar. Deutschland investierte 2015 51 Millionen US-Dollar – das entspricht einem Anteil von 2,6 Prozent.

Wie in den Jahren zuvor floss der überwiegende Teil der Gelder (71 Prozent) in die Forschung und Entwicklung zu den großen drei Armutskrankheiten Aids, Tuberkulose und Malaria. Doch auch hier waren die Investitionen im Vergleich zu 2014 rückläufig. Für Malaria sanken sie um drei Prozent, für Aids sogar um 5,4 Prozent.

Die meisten Todesfälle durch Armutskrankheiten könnten verhindert werden

„Die mangelnde Finanzierung gefährdet Menschenleben“, sagt Renate Bähr, Geschäftsführerin der DSW. „Über eine Milliarde Menschen in Entwicklungsländern leiden unnötigerweise an armutsbedingten Krankheiten. Bessere Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten könnten die meisten krankheitsbedingten Todesfälle verhindern. Außerdem fehlt es weiterhin an wirksamen Schutzimpfungen gegen viele dieser Krankheiten. Deutschland ist als Wissenschaftsstandort in der Pflicht, sich stärker für Forschung und Entwicklung zu Armutskrankheiten einzusetzen. Gerade im Hinblick auf die derzeitige G20-Präsidentschaft muss die Bundesregierung ein deutliches Zeichen setzten und andere Länder mitziehen.“

Weitere Informationen

Titelseite der G-Finder-Studie zu weltweiten Investitionen in Armutskrankheiten

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