Was gegen unsichere Abtreibungen hilft: ungewollte Schwangerschaften durch Aufklärung und Verhütung vermeiden. Foto: Jonathan Torgovnik
Was gegen unsichere Abtreibungen hilft: Ungewollte Schwangerschaften durch Aufklärung und Verhütung vermeiden. Foto: Jonathan Torgovnik

Jährlich 8,2 Millionen Abtreibungen in Afrika

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Drei Viertel aller Abtreibungen sind unsicher

In Afrika gab es zwischen 2010 und 2014 durchschnittlich 8,2 Millionen Schwangerschaftsabbrüche pro Jahr. Drei Viertel dieser Abtreibungen fanden unter unsicheren Bedingungen statt. Die Abtreibungsrate auf dem Kontinent liegt seit 20 Jahren nahezu unverändert bei 34 Abtreibungen pro 1.000 Frauen. In Industrieländern ist sie hingegen um mehr als ein Viertel gesunken – auf 27 Abtreibungen pro 1.000 Frauen. Das gibt die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) auf Grundlage einer aktuellen Studie des US-amerikanischen Guttmacher Instituts bekannt.

In Afrika geht mindestens jeder zehnte Todesfall bei Müttern auf unsichere Abtreibungen zurück. Weltweit ist das der höchste Anteil. Laut den Autoren der Studie könnten viele dieser Todesfälle durch eine bessere Gesundheitsversorgung verhindert werden.

Einer der Hauptgründe für die hohen Abtreibungszahlen in Afrika sind ungewollte Schwangerschaften. 21,6 Millionen ungewollte Schwangerschaften gibt es jedes Jahr auf dem Kontinent. 38 Prozent davon enden in einer Abtreibung. Um ungewollte Schwangerschaften zu vermeiden, empfiehlt das Guttmacher Institut, Mädchen und Frauen den Zugang zu Aufklärungsangeboten und modernen Verhütungsmitteln zu erleichtern. Ganz besonders gelte dies für unverheiratete Mädchen und junge Frauen. Sie sind durch Stigmatisierung häufig von entsprechenden Angeboten ausgeschlossen. Abtreibungsverbote hingegen verhindern laut Studie Schwangerschaftsabbrüche nicht, sondern fördern im Gegenteil zumeist unsichere Abtreibungen.

Über die DSW

Die DSW ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ziel unserer Arbeit ist es, zur Umsetzung des Menschenrechts auf Familienplanung und zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Jugendliche sind daher die wichtigste Zielgruppe unserer Projekte. Auf nationaler und internationaler Ebene nehmen wir Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter.

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