Jugendliche aus einem Projekt der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung in Kenia
Jugendliche können eine Chance auf Entwicklung in den ärmeren Regionen der Welt sein – wenn sie die Chance dazu bekommen.

Jugendliche – Schlüssel für Entwicklung

Leonie Müßig Blog, Jugendliche, Weltbevölkerung Leave a Comment

Die Welt ist jung. 42 Prozent der rund 7,54 Milliarden Erdenbürger sind Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 24 Jahre. In Entwicklungsländern ist ihr Anteil an der Bevölkerung besonders hoch. Während in Europa 27 Prozent der Bevölkerung jünger als 24 Jahre sind, ist ihr Anteil in Afrika mit 60 Prozent mehr als doppelt so hoch. Diese Zahlen stammen aus dem DSW-Datenreport 2017. Der nimmt in diesem Jahr Jugendliche in den Fokus, denn sie haben das Potenzial, ihre Länder und die Welt mit ihrer Arbeitskraft und neuen Ideen voranzubringen. Gerade in den ärmeren Regionen der Welt können Jugendliche der Schlüssel für Entwicklung sein. Das setzt allerdings voraus, dass Mädchen wie Jungen eine gute Gesundheitsversorgung, Bildung und Arbeit haben.

Grafik der Anteile verschiedener Altersgruppen an der Bevölkerung (in Prozent) im Jahr 2017, gesamt und nach Regionen

Neben mangelnder Gleichberechtigung in den drei genannten Bereichen sind frühe Schwangerschaften und Geburten jedoch ein großes Hindernis auf dem Lebensweg der Mädchen und jungen Frauen in Entwicklungsländern. Besonders hoch ist die Zahl früher Geburten in Afrika südlich der Sahara. Hier bekommen durchschnittlich 119 von 1.000 Mädchen und jungen Frauen zwischen 15 und 19 Jahren ein Kind. In Tansania und Uganda – wo die DSW mit Projekten vertreten ist – sind es sogar 132 pro 1.000 Mädchen und jungen Frauen. Das zeigt, wie wichtig Sexualaufklärung und Verhütung sind. Zumal viele dieser Geburten ungewollt sind. Außerdem sind in der Statistik die ganz jungen Mütter unter 15 Jahren noch gar nicht enthalten.

Ein Plan für die Zukunft

Investitionen in Jugendliche bei Gesundheit, Bildung und Arbeit spielen für die wirtschaftliche Entwicklung der Länder eine entscheidende Rolle. Wie diese verläuft, hängt auch von der demografischen Entwicklung ab. Denn wenn die Bevölkerung weiter stark anwächst, wie in Afrika südlich der Sahara, können durch gut ausgebildete Arbeitskräfte erzielte Erfolge schnell aufgebraucht sein. Darum sind Aufklärung und Verhütung im Jugendalter so wichtig, um Mädchen und junge Frauen vor ungewollten Schwangerschaften zu schützen.

Foto: Jonathan Torgovnik

Eine frühe Schwangerschaft bedeutet oft das schulische Aus. In Tansania beispielsweise gibt es ein Schulverbot an staatlichen Schulen für Mädchen während und nach der Schwangerschaft. Selbst wenn es keine derartigen Hürden gibt, fehlt den jungen Müttern meist die Unterstützung bei der Kinderbetreuung oder sie müssen sich Arbeit suchen, um die Familie finanziell zu unterstützen. Da ist Schule zweitrangig. Ohne einen Schulabschluss ist die Arbeit jedoch entsprechend einfach und schlecht bezahlt, und es ist für die Mädchen und junge Frauen schwer bis unmöglich, sich später weiterzuqualifizieren. Wenn sie überhaupt eine Arbeitsstelle bekommen. Denn häufig arbeiten sie unbezahlt im Haushalt.

Oftmals folgen auf das erste Kind bald weitere – auch das verhindert eine Fortsetzung der Schullaufbahn. Dabei könnte gerade Bildung ungewollte und frühe Schwangerschaften und Geburten verhindern. Studien zeigen, dass gut ausgebildete Frauen im Durchschnitt später und weniger Kinder bekommen als ihre Altersgenossinnen mit weniger oder keiner Bildung. Mit dem entsprechenden Wissen und Zugang Verhütungsmitteln können Mädchen und junge Frauen erst ihr Leben und dann ihre Familie planen!

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