Jugendliche sind der Schlüssel!

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Die Bevöl­ke­rung in Ost­afrika ist jung. 64 Pro­zent – etwa 251 Mil­lio­nen Men­schen – sind unter 25 Jahre alt. Eine Gene­ra­tion vol­ler Hoff­nun­gen und Poten­ziale. Doch das Leben ist für sie nicht immer leicht. Ken­nedy Mambo Chande, Koor­di­na­tor des Youth-to-Youth Projekts der DSW, erklärt im Inter­view, wel­che Hür­den zu neh­men sind.

Ken­nedy, was sind die größ­ten Her­aus­for­de­run­gen für Jugend­li­che in Ostafrika?
Ein Groß­teil der Jugend­li­chen lebt in Armut und hat kei­nen regel­mä­ßi­gen Zugang zu guter Bil­dung. Das betrifft vor allem Mäd­chen, die häu­fig zu Hause mit­ar­bei­ten müs­sen, statt zur Schule zu gehen. Jugend­li­che aus armen Ver­hält­nis­sen sind dazu gezwun­gen zu arbei­ten, um über­haupt etwas zu essen zu haben. In die­ser Situa­tion wird Bil­dung eine zweit­ran­gige Ange­le­gen­heit. Ohne Bil­dung wird es wie­derum schwie­rig, spä­ter einen Job zu fin­den. Als Folge davon lan­den viele Jugend­li­che im soge­nann­ten infor­mel­len Sek­tor – das heißt sie ver­su­chen, sich mit einem eige­nen Busi­ness durch­zu­schla­gen, ohne dafür die not­wen­di­gen Kennt­nisse zu haben. Zudem ist ihr Gewerbe nicht ange­mel­det, und sie haben kaum Rechte.

Portait Kennedy Mambo Chande

Kennedy Mambo Chande, Koordinator des Youth-to-Youth Projekts der DSW.

Wel­che Rolle spie­len Sexu­al­auf­klä­rung und Verhütung?
Das Auf­klä­rungs­an­ge­bot in den Schu­len ist sehr begrenzt, und wer nicht zur Schule geht, bekommt davon oft nichts mit. In die­ser Situa­tion wer­den Jugend­li­che ver­wund­bar. Sie wis­sen nicht, wie sie ver­hü­ten und eine Schwan­ger­schaft ver­mei­den kön­nen. Mäd­chen wer­den häu­fig allein aus dem Grund dazu gezwun­gen, jeman­den zu hei­ra­ten, weil er sie ver­sor­gen kann. Fortan tref­fen meist die Män­ner die Ent­schei­dun­gen für die Haus­halte – oft nicht zum Bes­ten der Mäd­chen und Frauen.

Was ist das Beson­dere am Youth-to-Youth Projekt, und wie pro­fi­tie­ren Jugend­li­che davon?
Jugend­li­che sind der Schlüs­sel, um viele der genann­ten Pro­bleme zu lösen. Wir ver­mit­teln ihnen wert­vol­les Wis­sen zu Sexua­li­tät, Gesund­heit und Unter­neh­mer­tum. Diese Infor­ma­tio­nen geben sie an Gleich­alt­rige, aber auch an andere Gemein­de­mit­glie­der wei­ter. Unsere Unter­su­chun­gen zei­gen, dass das sehr gut funk­tio­niert. Wir arbei­ten zum Bei­spiel mit Jugend­li­chen, die mit HIV infi­ziert sind und die durch unsere Trai­nings neuen Mut gefasst haben.

Was moti­viert dich, diese Arbeit zu machen?
Kürz­lich habe ich einen unse­rer Jugend­klubs in Uganda besucht. Er war vol­ler Jugend­li­cher, die in einer Schlange dar­auf war­te­ten, bera­ten zu wer­den. Ich fragte einen Jun­gen: „Warum kommst du hier­her?“ Er sagte: „Die­ser Jugend­klub erfüllt meine Bedürf­nisse.“ Er war von weit her gezielt zu die­sem Jugend­klub gekom­men, weil er dort ver­stan­den und gut behan­delt wird. Das höre ich häu­fig und ermu­tigt mich, dass wir das Rich­tige tun.

Ken­nedy Mambo Chande koor­di­niert seit Okto­ber 2014 das Youth-to-Youth Projekt der Deutschen Stif­tung Welt­be­völ­ke­rung in Äthio­pien, Kenia, Tan­sa­nia und Uganda. Die­ser Bei­trag erscheint auch im Blog von Enga­ge­ment Glo­bal.

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