Maureen links, Wandera rechts und in der Mitte der Kondomautomat.
Maureen und Wandera aus dem Projekt GeNext Uganda.

Weltverhütungstag #1: Von ugandischen Kondomautomaten und Männergesprächen

Denny Ehrlich Blog, Frühe Aufklärung, Jugendliche, Projektberichte 0 Comments

Am 26. September ist Weltverhütungstag. Zu diesem Anlass erzählen uns ein paar junge Menschen, wie sie sich als „GeNext Youth Champions“ in Uganda mit Herz und Seele für Aufklärung und Verhütung einsetzen. Den Anfang machen Maureen und Wandera.

Maureen Kitimbo: Mythen und Kondomautomaten

Maureen Kitimbo in einem der Jugendklubs der Stiftung Weltbevölkerung

Maureen Kitimbo in einem der Jugendklubs der Stiftung Weltbevölkerung

„Verhütungsmittel darf ich erst verwenden, wenn ich schon mal schwanger war !“ Diesen und ähnliche Sätze höre ich öfter von jungen Mädchen. „Wer sagt denn sowas“, will ich wissen. Sie sagen dann, dass Eltern oder Lehrer ihnen solche Dinge erzählen.

Es gibt unheimlich viele Mythen, mit denen wir zu kämpfen haben. Mir zeigen solche Dinge, dass wir eben nicht nur mit den Jugendlichen, sondern auch mit den Erwachsenen reden müssen. Und das machen wir dann! Ich arbeite als Jugendberaterin und spreche viel mit Jugendlichen – aber zunehmend auch mit Erwachsenen. Wir veranstalten Dialogrunden mit den Gemeinden und diskutieren mit ihnen, was es bringt, wenn die Jugendlichen frühzeitig aufgeklärt werden und Verhütungsmittel verwenden können. Und natürlich reicht es nicht aus, etwas über die Verhütungsmittel zu wissen – und das man sie durchaus verwenden sollte, bevor man schwanger wird. Die Jugendlichen brauchen auch einfache Möglichkeiten, an die Verhütungsmittel heranzukommen.

 

Kondomautomat aus Uganda in einer Bar

Kondomautomat aus Uganda in einer Bar

Ich lebe und arbeite in Busia auf ugandischer Seite. Die Stadt ist in der Mitte geteilt – ein Teil liegt in Uganda, der andere in Kenia. Es ist eine lebhafte Stadt. Viele junge Menschen gehen aus – in private Kinos, Billardclubs oder Bars. Eigentlich nicht gerade Orte, die besonders gesundheitsfördernd sind. Doch wir konnten mehrere Betreiber überreden, dass wir eine Art Kondomautomat bei ihnen aufstellen dürfen. Dort bekommen Jugendliche und Erwachsene kostenlos Kondome. Warum? Es gibt zwar Verhütungsmittel in Gesundheitsstationen, aber die jungen Leute sind nun mal eher hier. Und abends haben die Gesundheitsstationen auch nicht mehr auf. Als wir den ersten Kondomautomaten aufgestellt haben, merkten wir gleich: Die Nachfrage ist groß. Die Kondomautomaten mussten zum Teil täglich nachgefüllt werden. Und so konnten wir mehr und mehr Betreiber davon überzeugen, mehr Kondomautomaten aufzustellen.

Wandera O. Simon: Jungs- und Männergespräche

Wandera Simon im Gesundheitszentrum

Wandera Simon im Gesundheitszentrum

Wie Maureen komme auch ich aus Busia und arbeite hier in einer Klinik. Ich fahre aber auch häufig in das 20 Kilometer entfernte Lumino, um dort in einer Gesundheitsstation als Freiwilliger mitzuhelfen. In Lumino werden viele Mädchen früh schwanger. Und viele treiben ab.

Ein großes Problem ist, dass viele Jungs und die Männer eine negative Einstellung zu Verhütungsmitteln haben. Deswegen reden wir intensiv mit ihnen und mit der ganzen Gemeinde. Als heranwachsender Mann habe ich einen guten Draht zu den Jungs und kann mit ihnen viele wichtige Gespräche führen –über Verhütung und auch dass es wichtig ist ihre Partnerinnen zu akzeptieren.

Der Bedarf an solchen Angeboten ist riesig. Wir brächten eigentlich noch viel mehr Jugendberater für die vielen jungen Menschen hier. Außerdem sollte jedes Gesundheitszentrum eine eigene Jugendecke bekommen, und die Schulen in der Region müssten noch stärker in solche Angebote eingebunden werden. Zusammen mit meinen Freunden und Kollegen werde ich mich weiter dafür einsetzen.


Im Rah­men der glo­ba­len Kam­pa­gne zum Welt­ver­hü­tungs­tag führt die Deutsche Stif­tung Welt­be­völ­ke­rung (DSW) das Pro­jekt GeNext Uganda: My Life, My Future! durch. Ziel des von Bayer Healthcare Pharmaceuticals unterstützten Projekts ist es, Jugendlichen in den ugandischen Distrikten Busia und Wakiso besseren Zugang zu altersgerechten Informationen und Dienstleistungen zum Thema Sexualität und Verhütung zu ermöglichen. Die Stiftung arbeitet dabei mit der lokalen Jugendorganisation Reach a Hand Uganda zusammen, die unter anderem Social Media-Aktivitäten umsetzt.

Als GeNext Youth Cham­pi­ons wer­den Jugend­li­che aus­ge­zeich­net, die in den Bereichen Sexualaufklärung und freiwillige Familienplanung umfassend geschult wurden und ihr Wissen an andere Jugendliche weitergeben.


Dreiteilige Blogserie zum Weltverhütungstag

Hier geht’s zu Teil 2 der Serie.

Hier geht’s zu Teil 3 der Serie.

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