Licht und Schatten in New York

Denny Ehrlich Allgemein, Blog 0 Comments

So jemanden sieht man nun wirklich nicht jeden Tag: den Retter von Bolivien und Polen – na gut, das ist vielleicht etwas übertrieben und, ehrlich gesagt, ein Auszug aus dem Titel eines Vanity Fair-Portraits. Dennoch ist Jeffrey Sachs eine Art Popstar der Entwicklungszusammenarbeit und wird des Öfteren als ein, wenn nicht der einflussreichste Volkswirtschaftler der Welt bezeichnet. Außerdem ist er Bestsellerautor und Sonderberater des UN-Generalsekretärs. Umso spannender war es daher für mich, Anfang April an dem UN-Expertentreffen zu den Auswirkungen der Post-2015-Ära für Bevölkerungs- und Entwicklungsforschung teilzunehmen, bei dem Sachs als Hauptredner auftrat.

Das Treffen fand im Rahmen der Sitzung der UN-Kommission für Bevölkerung und Entwicklung (CPD) statt, ein Forum der UN-Mitgliedsstaaten, das einmal im Jahr zusammenkommt. Ich war in der glücklichen Lage, Teil der offiziellen deutschen Delegation zu sein und dadurch die internationalen Verhandlungen zur Resolution zu unterstützen, die am Ende der Sitzung veröffentlicht wurde.

Verhandlungen enden ohne Resolution

Diese Verhandlungen sind oftmals zäh und zum Teil frustrierend, da manche Länder einige Themen, die im eher sperrigen Begriff ‚sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte‘ (SRGR) zusammengefasst werden, ablehnen – wie z.B. Abtreibung. Trotzdem verliefen die Diskussionen dieses Jahr in recht guter Atmosphäre. Es war daher umso enttäuschender, dass die Vorsitzende kurz vor Schluss eine finale Verhandlungsrunde ablehnte. Damit ist die Sitzung zum ersten Mal in 20 Jahren ohne die Verabschiedung einer gemeinsamen Resolution ausgegangen – und ohne das erneute Bekenntnis aller Staaten zur Erfüllung der Menschenrechte von Frauen und Mädchen und zur Eliminierung von HIV und Aids.

Jeffrey Sachs betont regelmäßig: „Wir haben ausreichend Mittel auf diesem Planeten um sicherzustellen, dass Menschen nicht an den Folgen von Armut sterben. Das ist die einfache Wahrheit.“ Gleichermaßen sind die tausenden Todesfälle, die jedes Jahr durch infolge von grausamen und unprofessionell durchgeführten Abtreibungen entstehen, vermeidbar. Hoffen wir also, dass alle Beteiligten im kommenden Jahr wieder erkennen, welchen Beitrag die CPD (nicht nur) hierzu leisten kann – und sie ein stärkeres Engagement zur Einigung zeigen!

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