Eine kenianische Frau mit Baby auf dem Arm hält in einer Gesundheitseinrichtung in Rabai (Kenia) eine Kupferspirale in der Hand – damit können Frauen langfristig verhüten.
Mehr als 200 Millionen Frauen in Entwicklungsländern können nicht verhüten. Dabei sind Sexualaufklärung und der Zugang zu Verhütungsmitteln unerlässlich für Entwicklung. Foto: Jonathan Torgovnik

Bericht: Mehr als 200 Millionen Frauen in Entwicklungsländern können nicht verhüten

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Mehr als 200 Millionen Frauen in Entwicklungsländern können nicht verhüten, obwohl sie das gern möchten. Das geht aus einem heute veröffentlichten Bericht der Expertenkommission des US-amerikanischen Guttmacher Instituts und der Fachzeitschrift The Lancet hervor. Die Autoren bemängeln unter anderem schwaches politisches Engagement, unzureichende finanzielle Mittel und mangelnde Bereitschaft seitens der Politik, sich offen und umfassend mit Fragen der Sexualität zu beschäftigen. Den Bedarf an modernen Verhütungsmitteln und Gesundheitsdiensten für Schwangere in Entwicklungsländern vollständig zu decken, würde laut Kommission im Jahr neun US-Dollar pro Person kosten – doppelt so viel wie heute investiert wird.

DSW: „Sexualaufklärung und Zugang zu Verhütungsmitteln sind unerlässlich für Entwicklung“

Dazu sagt Renate Bähr, Geschäftsführerin der DSW: „Umfassende Sexualaufklärung und der Zugang zu modernen Verhütungsmitteln sind unerlässlich für Entwicklung. Wenn Frauen frei entscheiden können ob, wann und mit wem sie wie viele Kinder bekommen, verbessert dies nicht nur die Gesundheit der Frauen, sondern stärkt zugleich die Rolle der Frau und das Haushaltseinkommen steigt. Hätten alle Frauen in Entwicklungsländern Zugang zu Verhütungsmitteln und Gesundheitsdienstleistungen, gäbe es im Vergleich zum vergangenen Jahr 67 Millionen weniger ungewollte Schwangerschaften und 224.000 weniger Todesfälle durch Schwangerschaft und Geburt bei Frauen. Das wäre jeweils ein Rückgang von rund drei Viertel der Fälle. Für eine nachhaltige Entwicklungspolitik sollte die Bundesregierung deshalb ihre Ausgaben gerade in den Bereichen Aufklärung und Verhütung sowie sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte verstärken.“

Über die DSW

Die DSW ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ziel unserer Arbeit ist es, zur Umsetzung des Menschenrechts auf Familienplanung und zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Jugendliche sind daher die wichtigste Zielgruppe unserer Projekte. Auf nationaler und internationaler Ebene nehmen wir Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter.

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