Als ich im Jahr 2007 bei der Stiftung anfing, bekam ich gleich eine spannende Aufgabe: Ich sollte einen Journalistenpreis bei der DSW einführen. Ich stürzte mich gleich in die Arbeit und startete zunächst mit der Recherche, was es auf diesem Gebiet bereits alles gab. Ich war überrascht, wie viele Journalistenpreise ausgeschrieben wurden! Dennoch war ich überzeugt, dass ein weiterer Journalistenpreis dringend nötig war. Denn über den engen Zusammenhang zwischen Bevölkerungsentwicklung, Armut, Gesundheit und Umweltschutz in Entwicklungsländern wurde viel zu selten berichtet. Es wurde höchste Zeit, dass diese vernachlässigten Themen durch eine öffentlichkeitswirksame Auszeichnung mehr Aufmerksamkeit erfuhren.

Rund zwei Monate später war es soweit: Die DSW schrieb den ersten Journalistenpreis in ihrer Geschichte aus. Der Preis war mit insgesamt 5.000 Euro dotiert. In den folgenden Wochen reichten Journalisten ihre Artikel ein – einer spannender als der andere. Die hochkarätig besetzte Jury stand nun vor der großen Herausforderung, aus all den qualifizierten Bewerbungen die drei geeignetsten auszusuchen. Keine leichte Aufgabe! Die Entscheidung fiel schließlich auf die beiden freien Journalisten Marc Engelhardt und Charlotte Wiedemann sowie Harro Albrecht (Die Zeit). Die Preisträger wurden anschließend bei einer feierlichen Preisverleihung in Berlin geehrt.

In den Folgejahren wiederholten wir dieses Verfahren jährlich und zeichneten viele großartige Journalisten mit dem Preis aus. Darunter waren Timofei Neshitov (Süddeutsche Zeitung), Wolfgang Bauer (Die Zeit), Jan Rübel (Agentur Zeitenspiegel) und Cord Aschenbrenner (freier Journalist) – um nur einige der ersten Preisträger zu nennen.

Nachdem die DSW dieses Prozedere ein paar Jahre lang durchgeführt hatte, machte ich mir Gedanken, wie man den Preis optimieren könnte. In der Tat war es uns gelungen, die öffentliche Aufmerksam auf unsere Themen zu erhöhen – vor allem durch die Preisverleihung, bei der jedes Jahr mehr als 100 Gäste aus Ministerien, Bundestag, Wirtschaft und Zivilgesellschaft vertreten waren, darunter stets die Leitung des Entwicklungsministeriums. Doch hatten wir lediglich bestehende Artikel ausgezeichnet, nicht aber zur Veröffentlichung neuer Artikel beigetragen. Das aber wollte ich unbedingt erreichen und änderte daher das Konzept.
Seit 2015 schreiben wir nun einen Medienpreis aus, mit dem wir Journalisten und Bloggern Recherchereisen nach Afrika südlich der Sahara finanzieren. Dies ermöglicht ihnen, frei von wirtschaftlichem Druck Beiträge zum Zusammenhang zwischen Bevölkerungsdynamiken, Entwicklung und Gesundheit zu recherchieren und zu veröffentlichen. Der erste Durchlauf hat mich ermutigt, dass dies der richtige Weg ist.

Ich bin zuversichtlich, dass die DSW auch in Zukunft mit diesem Preis dazu beitragen wird, dass großartige Artikel zu Nischenthemen wie Kinderehen, Genitalverstümmelung und Scheidenfisteln entstehen!

Von Ute Stallmeister, Pressesprecherin der DSW