Mädchen mit einer verpackten Binde in der Hosentasche

Menstrual Hygiene Day – noch längst nicht alles geregelt

Leonie Müßig Blog, Müttergesundheit, Weibliche Genitalverstümmelung 0 Comments

Spezielle Tage gibt es für so ziemlich alles. Aber ein Tag für die Tage? Am 28. Mai fand zum dritten Mal der Menstrual Hygiene Day statt – ins Leben gerufen von der Nichtregierungsorganisation WASH. Denn bei der Hygieneversorgung rund um die Regelblutung ist noch einiges im roten Bereich.

Die Möglichkeit einfach in die Drogerie zu gehen und Tampons oder Binden zu kaufen, gibt es für viele Mädchen und Frauen, gerade in Entwicklungsländern, nicht. Das hat verschiedene Gründe. Das Thema wird tabuisiert. Binden sind entweder nicht verfügbar oder für viele Familien nicht erschwinglich. Mit der Folge, dass auf unhygienische Alternativen zurückgegriffen wird. Dass die Menstruation ein natürlicher Vorgang ist und keine „unreine“ Angelegenheit, scheint weltweit noch nicht in allen Köpfen angekommen zu sein. „Unrein“ dagegen sind häufig die sanitären Anlagen in Bildungseinrichtungen in Entwicklungsländern. Keine geschlechtergetrennten Toiletten, mangelnde Sauberkeit oder es fehlt schlicht und ergreifend ein Mülleimer.

Mangel mit weitreichenden Folgen

Scham und Unsicherheit führen dazu, dass Mädchen in Entwicklungsländern häufig während ihrer Regel nicht in die Schule gehen und dadurch an mehr als 50 Tagen im Jahr fehlen. Das wiederum hat Auswirkungen auf ihre Bildung und Berufschancen.

Verteilung von Hygienepaketen

Verteilung von Hygienepaketen beim Young Adolescents Programme in Kenia

Im Rahmen des Young Adolescents Projects in Kenia verteilt die Stiftung Weltbevölkerung Hygienepakete für Mädchen und informiert über alle Fragen rund um die Monatsblutung. Dabei geht es nicht nur um ein bisschen Watte, sondern darum, Mädchen die Chance zu geben, sich zu selbstbewussten und selbstbestimmten Frauen zu entwickeln.

Aus dem ostafrikanischen Land kommen gute Nachrichten. Seit 2011 fällt dort keine Mehrwertsteuer mehr auf Hygieneartikel für Frauen an. Weltweit gibt es diese Null-Besteuerung derzeit nur noch in Kanada und Irland. Der Tag der Tage wird also gebraucht, um das Thema aus der dunklen Ecke zu holen und einen Wandel im Denken und der Hygieneversorgung für Mädchen und Frauen einzuleiten.

 

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