Gruppe jubelnder Frauen und Mütter verschiedener Gruppen zur Müttergesundheit in Kenia
Zum Muttertag 2017: ein Hoch auf alle, die mithelfen, damit Schwangerschaft und Geburt sicher und reibungslos verlaufen. Dieser Tag ist auch für sie! Foto: Jonathan Torgovnik/Reportage by Getty Images

Zum Muttertag: Mütter schützen und unterstützen

Leonie Müßig Blog, Müttergesundheit 0 Comments

Am 14. Mai ist Muttertag. Ein Tag der Freude und Dankbarkeit – für alle durchwachten Nächte, getrocknete Tränen, gute Ratschläge und Umarmungen. Kurz: ein Tag, um unseren Müttern etwas zurückzugeben für alles, was sie für uns getan haben. Aber auch Gelegenheit, kurz inne zu halten und daran zu denken, welche Strapazen Frauen weltweit auf sich nehmen, um Kindern das Leben zu schenken. Viele Frauen, vor allem in Entwicklungsländern, setzen dabei ihr eigenes Leben aufs Spiel. Das ist furchtbar und darf nicht sein!

In den letzten Jahren hat sich glücklicherweise einiges in Sachen Müttergesundheit getan. Beispielsweise wurden 2013 73 Prozent aller Geburten von ausgebildetem Gesundheitspersonal betreut, während es zur Jahrtausendwende noch 62 Prozent waren. Außerdem ist die Müttersterblichkeit zwischen 1990 und 2015 um fast 44 Prozent zurückgegangen. Allerdings starben 2015 immer noch 303.000 Frauen durch Komplikationen während Geburt und Schwangerschaft. Das sind 830 Frauen pro Tag. Zwei Drittel von ihnen in Afrika südlich der Sahara. Dort werden aktuell auch nur knapp über die Hälfte aller Geburten durch Fachpersonal betreut. Es gibt also noch einiges zu tun.

Mit Müttergesundheit ist die Gesundheit von Frauen während Schwangerschaft und Geburt sowie kurz nach der Entbindung gemeint. Sie ist nicht nur für die Mutter wichtig, sondern auch für das Kind. Da beide im wahrsten Sinne des Wortes eng miteinander verbunden sind, hat der Gesundheitszustand der Mutter auch direkte Auswirkungen auf das noch ungeborene Kind und seine spätere Entwicklung. Umso wichtiger ist es, dass alle Menschen, insbesondere werdende Mütter, einen allgemeinen Zugang zu Gesundheitsversorgung (Universal Health Coverage, UHC) haben.

Müttergesundheit ist keine One-Woman-Show

An der Gesundheit von Müttern sind im besten Fall viele verschiedene Menschen beteiligt: Denn keine Frau sollte mit den Herausforderungen, Veränderungen und Fragen, die eine Schwangerschaft mit sich bringt, allein gelassen werden. Dabei fängt die Unterstützung schon vor der eigentlichen Schwangerschaft an. Es ist wichtig, dass die Schwangerschaft auch gewollt ist – d. h. Sexualaufklärung und Verhütung verfügbar sind. Oder – sollte das nicht der Fall sein – eine sichere Abtreibung möglich ist. Deshalb ist die Arbeit der von geschulten Beraterinnen und Beratern zu den Themen Sexualität, Verhütung und Schwangerschaft so wichtig. Sie leisten einen unschätzbaren Beitrag dazu, den Frauen Angst und Unsicherheit zu nehmen und ihnen verschiedene Möglichkeiten der freiwilligen Familienplanung aufzuzeigen. Besonders wichtig sind solche Beratungsangebote für junge Menschen. In unseren Jugendklubs übernehmen ausgebildete Jugendliche diese Aufgabe und informieren Gleichaltrige. Dabei arbeiten sie eng mit medizinischem Personal zusammen. Wie das genau abläuft, erklären sie selbst in unserem Video:

Damit es nicht lebensgefährlich wird, ein Kind zu bekommen, ist eine durchgängige intensive Betreuung extrem wichtig. Während Schwangerschaft und Geburt und auch in der Zeit danach ist die Hebamme oder in der männlichen Form der Entbindungspfleger eine enge Bezugsperson für Mütter. Sie spielen besonders in Entwicklungsländern eine wichtige Rolle, wo das nächste Krankenhaus oft sehr weit entfernt ist. Würden dort alle Mütter durch ausgebildete Hebammen und Entbindungshelfer betreut, könnten viele Leben von Müttern und Neugeborenen gerettet werden. Allerdings hat gerade in ländlichen Gebieten derzeit nur jede dritte Frau eine ausreichende Versorgung durch medizinisch geschultes Personal. Das medizinische Personal leistet ebenso einen wichtigen Beitrag zur Müttergesundheit. Zu ihnen gehören zum Beispiel Frauenärzte, Geburtshelfer, Anästhesisten, Krankenpfleger und Kinderärzte.

Nicht vergessen darf man die Forscher, die speziell auf die Bedürfnisse von werdenden Müttern entwickeln. Denn gerade während der Schwangerschaft können Krankheiten das Leben und die langfristige Gesundheit von Mutter und Kind gefährden. Das kann zum Beispiel eine HIV-Infektion, eine Ansteckung mit Grippe oder leider sehr aktuell dem Zika-Virus sein.

Für diesen Muttertag gilt also: ein großes Dankeschön an alle Mütter dieser Welt und an die vielen Menschen, die mithelfen, dass diese Mütter möglichst gefahrlos ihre Kinder zur Welt bringen können!

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