Gruppe von Jugendlichen in Kenia
Jugendliche unseres Young Adolescent Project (YAP) Kenia.

Nachhaltige Entwicklung: Ohne Jugendliche geht es nicht!

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Autor: Christoph Behrends

So jung wie heute war die Welt noch nie. Mehr als ein Viertel der Weltbevölkerung ist unter 15 Jahre alt. Neun von zehn dieser Kinder und Jugendlichen wachsen in weniger entwickelten Regionen auf. Dort sind sie vielen Herausforderungen ausgesetzt. Das beginnt oft schon mit einfachen Dingen wie regelmäßig zur Schule zu gehen oder medizinisch versorgt zu werden. Weltweit gehen 132 Millionen Kinder im Schulalter weder in eine Grund- noch in eine weiterführende Schule. Alle fünf Sekunden stirbt ein kleines Kind – an Ursachen, die in den meisten Fällen verhindert werden könnten. Oft haben junge Menschen zudem keine Möglichkeit, eine Ausbildung zu machen, und ihre beruflichen Aussichten sind aufgrund fehlender Arbeitsplätze dürftig. 40 Prozent der 200 Millionen Arbeitslosen weltweit sind junge Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren . Viele finden – wenn überhaupt – nur im informellen Sektor Arbeit – ohne Sicherheit und mit geringem Einkommen.

„Das Schicksal jedes Volkes und jeder Zeit hängt von den Menschen unter 25 Jahren ab.“ Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832)

Dabei liegt in der Jugend von heute der Schlüssel für die Entwicklung von morgen. Denn: wenn Jugendliche gesund aufwachsen und Zugang zu Bildung bekommen, sind sie produktiver und bewirken eher positive gesellschaftliche Veränderungen. Ein wichtiger Bestandteil des Erwachsenwerdens ist Sexualaufklärung. Sie kann Jugendliche vor einer Infektion mit HIV oder einer Schwangerschaft als Teenager schützen. Außerdem trägt sie dazu bei, dass Jugendliche für ihre Rechte eintreten und dass sie lernen, ihre Bedürfnisse gegenüber Erwachsenen zu äußern. Dass dies funktioniert, wissen wir aus unserer Projektarbeit.

Wenn Jugendliche in die Lage versetzt werden, ihr Potenzial zu nutzen, können sie dazu beitragen, den generationsübergreifenden Kreislauf der Armut zu durchbrechen. Der jüngst veröffentlichte UNDP-Bericht über menschliche Entwicklung zeigt, dass Investitionen in die jungen Lebensjahre eines Menschen weitreichende Effekte für Entwicklung haben und sich erheblich auszahlen.

„Junge Menschen müssen von Geburt an integriert werden. Eine Gesellschaft, die sich von ihrer Jugend abkehrt, kappt ihre Rettungsleine.“
Kofi Annan, Friedensnobelpreisträger und ehemalige UN-Generalsekretär

Trotz Fortschritten fehlt bisher auf politischer Ebene oft die Entschlossenheit, die Rechte junger Menschen umzusetzen. Doch: Wer eine nachhaltige Entwicklung erreichen will, muss Jugendlichen Zugang zu grundlegenden Gütern und Dienstleistungen ermöglichen, sie aktiv an Entscheidungsprozessen beteiligen und für Chancengerechtigkeit sorgen, damit sie unabhängig von Herkunft, sozialer Klasse, Geschlecht oder Abstammung aufwachsen können. Ihre Bedürfnisse sollten daher bei den Verhandlungen der Post-2015-Entwicklungsagenda besonders berücksichtigt werden.

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