Aktuelle Nachrichten und Entwicklungen

JUNI 2017

Weltbevölkerung

Die neuesten Weltbevölkerungsprojektionen der Vereinten Nationen gehen davon aus, dass 2050 9,8 Milliarden Menschen auf der Erde leben.

Die Weltbevölkerung wird von heute rund 7,6 Milliarden Menschen auf 9,8 Milliarden 2050 und 11,2 Milliarden 2100 wachsen. Das geht aus den neuesten Weltbevölkerungsprojektionen der Vereinten Nationen (UN) hervor. Zwar ist die Fertilität der meisten Ländern in den vergangenen Jahren zurückgegangen, doch gerade in Afrika ist sie weiterhin hoch. Dort bekommen Frauen derzeit durchschnittlich 4,7 Kinder, deutlich mehr als der weltweite Durchschnitt von 2,5 Kindern pro Frau. Die UN gehen in ihren Projektionen davon aus, dass die Fertilitätsrate in Afrika bis 2100 auf 2,1 Kinder pro Frau sinkt.

In den vergangenen Jahren ist die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau auf fast allen Kontinenten – mit Ausnahme von Europa – gesunken. Trotzdem wird die Bevölkerung Europas bis 2100 voraussichtlich von 742 Millionen auf 653 Millionen schrumpfen.

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Junge Mutter mit ihrem Baby

Im vergangenen Jahr wurden 777.000 Mädchen unter 15 Jahren in Entwicklungsländern Mütter – das sind 2.100 Geburten jeden Tag. Weit über die Hälfte (58 Prozent) davon in Afrika. Das geht aus einer Studie des US-amerikanischen Guttmacher Instituts hervor. Erste sexuelle Erfahrungen von Mädchen unter 15 Jahren finden laut Studie meist unter Zwang und Gewalt statt.

Die Macher der Studie empfehlen eine umfassende Sexualaufklärung bereits in der Grundschule. Außerdem müssten die soziokulturellen Gründe angegangen werden, die geschlechtsspezifische Gewalt und Kinderheiraten begünstigen und eine Gleichberechtigung der Geschlechter verhindern.

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Frauen warten in einem Fistula-Krankenhaus
Foto: DFAT

Gute Nachrichten aus Kenia: Mehr Frauen mit Scheidenfisteln werden operiert und dadurch von gesellschaftlicher Ausgrenzung befreit. Laut einem Artikel der Thomson Reuters Foundation hat sich die Zahl der jährlichen Scheidenfistel-Operationen seit 2010 auf jetzt 1.500 verdreifacht.

Scheidenfisteln sind folgenschwere innere Verletzungen, die bei der Geburt entstehen können und unter anderem Inkontinenz verursachen. Besonders junge Mütter sind häufig betroffen. In vielen Fällen führt die Geruchsbildung durch die Inkontinenz dazu, dass Familien und Freunde sich von den Betroffenen abwenden und diese gesellschaftlich isoliert werden.

Hillary Mabeya, Gründer eines Behandlungszentrums für Scheidenfisteln, führt die Zahlen auf einen Anstieg an ausgebildeten Chirurgen und Behandlungszentren zurück. Doch es müsse noch mehr getan werden: Mayeba ruft die Kenianische Regierung dazu auf, Krankenhäuser besser auszustatten und einen kostenlosen Zugang zur Geburtshilfe in abgelegenen Gebieten zu ermöglichen, damit Scheidenfisteln erst gar nicht entstehen.

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Auch die DSW setzt sich seit über zehn Jahren für Frauen mit Scheidenfisteln ein. Lesen sie hier über unser Projekt „Fight Fistula“ in Äthiopien.
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Preisverleihung mit Moderatorin Barbara Schöneberger, RTL Moderator Wolfram Kons sowie der YouTuberin und Vloggerin Diana zur Löwen

Beim Webvideopreis 2017, Europas größtem Social Media Award, haben wir den erstmals ausgeschriebenen „Engage The Future“ Wettbewerb gewonnen. Mit unserer Kampagne #PussyisPower möchten wir vor allem die junge Generation in Deutschland erreichen und ihnen die Hürden zeigen, vor denen Mädchen und Frauen in Entwicklungsländern täglich stehen.
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Die beiden afrikanischen Panelteilnehmerinnen erhoffen sich von der neuen deutschen Regierung nach der Bundestagswahl stärkere Unterstützung für Sexualaufklärung und Verhütung
Foto: Dirk Enters

Bei der Diskussionsveranstaltung der DSW mit rund 50 Teilnehmern am 30. Mai in Berlin tauschten sich Abgeordnete, Forscher und Vertreter zivilgesellschaftlicher Organisationen über die Chancen für Afrikas Jugend aus. Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Thomas Silberhorn, betonte, dass junge Menschen in Afrika kreativ und dynamisch seien und hohe Erwartungen an ihre Zukunft hätten. Daher seien Investitionen in Bildung, Gesundheit und neue Arbeitsplätze dringend notwendig, um den Bedürfnissen der wachsenden Jugendgeneration gerecht zu werden. Außerdem bräuchten die Jugendlichen ein Mitspracherecht bei den Themen, die sie betreffen.

Als besonders wichtig sahen die Teilnehmer eine Ausweitung der Angebote zu Aufklärung und Verhütung für Jugendliche an. Die beiden afrikanischen Panelteilnehmerinnen erhoffen sich von der neuen deutschen Regierung nach der Bundestagswahl stärkere Unterstützung in diesem Bereich. Deutschland hat bisher keine Mittel für internationale Initiativen wie „She Decides“ zugesagt, um die durch die Global Gag Rule von US-Präsident Trump entstandene Finanzierungslücke zu schließen. Staatssekretär Silberhorn stellte allerdings zusätzliche Gelder für den Weltbevölkerungsfonds der Vereinten Nationen in Aussicht.

Protestaktion zum Treffen der G20-Gesundheitsminister in Berlin.
Foto: Jörg Farys/die.projektoren

Bunte Viren und Bakterien greifen vor dem Brandenburger Tor die Weltkugel an, die nur von den wenigen Ärzten geschützt wird. Mit dieser Aktion anlässlich des Treffens der G20-Gesundheitsminister in Berlin forderte die DSW gemeinsam mit sechs weiteren Nichtregierungsorganisationen die Politik dazu auf, Gesundheitssysteme in Entwicklungsländern zu stärken und sich für mehr Forschung und Entwicklung zu Armutskrankheiten zu engagieren.

Noch immer sterben jede Minute rund sechs Menschen an den drei größten Armutskrankheiten Aids, Malaria und Tuberkulose. Hinzu kommen die vielen Todesfälle durch vernachlässigte tropische Krankheiten. Für viele dieser Krankheiten fehlt es noch immer an zuverlässigen Diagnosemöglichkeiten, wirksamen Impfungen und Medikamenten zur Behandlung.

Internationale Vertreter des Gesundheitsbereichs diskutierten in Berlin über Tuberkulose. Die Veranstaltung “The G20 – Leading the Way to End Drug Resistant Tuberculosis” wurde organisiert von der DSW, Ärzte ohne Grenzen, Freunde des Globalen Fonds Europa und Stop TB Partnership.

Foto: Christian Thiel

Hochrangige, internationale Gäste diskutierten am 18. Mai in Berlin darüber, wie sich die G20 stärker für ein Ende von Tuberkulose (TB) einsetzen kann. Gesundheitsminister aus Indien, Indonesien und Südafrika nannten als drängende Probleme die weite Verbreitung latenter TB, veralteten Diagnosemöglichkeiten und langwierige Behandlung mit vielen Nebenwirkungen. Bei einer multiresistenten Form sind diese noch schwerwiegender, hinzu kommen enorm hohe Kosten der Behandlung.

Der Gesundheitsminister Südafrikas, Dr. Aaron Motsoaledi, betonte, wie wichtig ein neuer TB-Impfstoff sei. Außerdem forderte er die deutsche Regierung auf, bei den G20-Gesprächen zu TB eine Führungsrolle einzunehmen. Ähnlich äußerte sich Dr. Michèle Boccoz, französische Sonderbotschafterin für die Bekämpfung von HIV und Infektionskrankheiten. Sie begrüßte, dass das Thema globale Gesundheit erstmals auf der G20-Agenda steht und betonte die Verantwortung der internationalen Gemeinschaft bei der Bekämpfung von TB.

Hoffnung geben Produktentwicklungspartnerschaften, die Forschungseinrichtungen mit öffentlichen und privaten Institutionen vernetzen. Vier von fünf neuen TB-Medikamenten, die aktuell in der Forschung und Entwicklung sind, wurden durch solche internationale Partnerschaften ermöglicht. Die DSW fordert daher eine stärkere Finanzierung.

Blogserie zu vernachlässigten Armutskrankheiten

Noch bis Mitte Juli läuft unsere Blogserie zu vernachlässigten und armutsbedingten Krankheiten. Wir erklären, warum Barfußlaufen in manchen Regionen gefährlich ist, wie Lepra, Buruli Ulcer und Tuberkulose zusammenhängen und weshalb sich die Bundesregierung stärker für die globale Gesundheit einsetzen sollte. Die wichtigsten Fakten haben wir kompakt in Infografiken zusammengefasst:
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Cover des Weltbank-Berichts Reports “From panic and neglect to investing in health security”, 2017

Die meisten Länder sind ungenügend auf mögliche weltweite Krankheitsausbrüche vorbereitet. Zu diesem Schluss kommt ein Report der Weltbank. Demnach fehlt es an Investitionen zur Überwachung von Krankheitsherden, Diagnoseeinrichtungen und Notfallzentren. Diese sind jedoch dringend notwendig, um Ausbrüche rechtzeitig zu erkennen und entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten. Laut den Verfassern könnten mehrere Millionen Menschen bei einer großen Pandemie sterben.

Ein solcher Ausbruch würde jährlich rund 0,7 Prozent des weltweiten Einkommens (570 Mrd. US-Dollar) kosten. Dabei könnten Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen ihre Gesundheitssysteme mit zusätzlichen Investitionen von einem US-Dollar pro Person und Jahr auf Pandemien vorbereiten. Der Report enthält zwölf Empfehlungen zur finanziellen Stärkung entsprechender Ressourcen und Infrastrukturen.

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MAI 2017

Gute Nachrichten: Malawi verbietet Kinderehen.
Foto: Jessica Lea/Department for International Development

Malawis Präsident Peter Mutharika hat eine Verfassungsänderung unterzeichnet, die das gesetzliche Ehealter auf 18 Jahre erhöht. Dies ist der letzte Schritt eines jahrelangen Kampfes um das Verbot der Kinderehe. Jetzt muss das Land das neue Verbot konsequent durchsetzen, um Jugendliche vor einer Eheschließung im Kindesalter zu schützen.

Mädchen vor einer Kinderehe zu schützen, ist in Malawi höchste Zeit: Laut einer von der malawischen Regierung herausgegebenen Studie heiraten 47 Prozent der Frauen und Mädchen vor ihrem 18. Geburtstag. Kinderehen tragen der Studie zufolge zu einer erhöhten Sterblichkeit bei Müttern und Neugeborenen bei.

Auch in Afghanistan gibt es Fortschritte: In dem Land, in dem 33 Prozent der jungen Frauen unter 18 Jahren heiraten, hat die Regierung einen Aktionsplan zu Eliminierung der Kinderehe verabschiedet.

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Eine Frau kurz nach der Geburt in einem Gesundheitszentrum im Senegal
Foto: Jonathan Torgovnik

Ein kostengünstiger und fast überall verfügbarer Wirkstoff könnte jeder dritten Frau das Leben retten, die andernfalls an schweren Blutungen nach der Geburt sterben würde. Das geht aus einer Studie hervor, die in der medizinischen Fachzeitschrift Lancet veröffentlicht wurde.

2015 starben laut den Vereinten Nationen weltweit 303.000 Frauen durch Komplikationen bei der Schwangerschaft oder Geburt – 18 Prozent von ihnen durch schwere Blutungen nach der Geburt. Davon sind vor allem Frauen in Afrika und Asien betroffen. Für die Studie wurden weltweit 20.000 Frauen mit einer Veranlagung für schwere Nachblutungen untersucht. Sie bekamen innerhalb von drei Stunden nach der Geburt den Wirkstoff Tranexamsäure oder ein Placebo-Präparat gespritzt. Durch Gabe des Wirkstoffs wurde die Sterbewahrscheinlichkeit durch Blutungen um 31 Prozent reduziert.

Die Wissenschaftler konnten keine Nebenwirkungen feststellen und empfehlen daher, den Wirkstoff bei Nachblutungen so schnell wie möglich einzusetzen. Da gerade in ärmeren Regionen die entsprechenden Möglichkeiten einer intravenösen Gabe nicht vorhanden sind, setzen sich die Wissenschaftler für weitere Forschung in diesem Bereich ein.

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Cover des WHO-Reports “Integrating neglected tropical diseases into global health and development”, 2017

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtet in ihrem vierten Report zu vernachlässigten Tropenkrankheiten über große Erfolge in den vergangenen Jahren. So erhielten 2015 rund eine Milliarde Menschen eine Behandlung zu mindestens einer der 18 Krankheiten. Die Zahl der Neuinfektionen mit der afrikanischen Schlafkrankheit ging zwischen 2000 und 2015 um 89 Prozent zurück. Und 2016 wurden weltweit nur noch 25 Infektionen mit dem Guineawurm gemeldet. Damit könnte die Krankheit bald der Vergangenheit angehören. Zu diesen Erfolgen haben laut Report unter anderem starke politische Unterstützung und die Verbesserungen der Lebensbedingungen in den am schwersten betroffenen Ländern beigetragen.

Die WHO weist allerdings auch darauf hin, dass noch immer große Herausforderungen bei der Eindämmung von Krankheitsüberträgern wie Stechmücken, dem allgemeinen Zugang zu Gesundheit und den hygienischen Verhältnissen bestehen.

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Die asiatische Tigermücke überträgt zahlreiche Krankheiten und breitet sich weltweit aus.
Foto: CDC/James Gathany

So klein und doch so gefährlich: Kein Tier auf der Welt verursacht so viele Todesfälle wie die Mücke. Insbesondere Tropenmücken bergen viele Gefahren, denn sie übertragen Viren von Krankheiten wie Malaria, Dengue-Fieber, Zika und Gelbfieber. Durch Reisende werden die exotischen Insekten zunehmend auch nach Deutschland eingeschleppt.

Die asiatische Tropenmücke Aedes albopictus – die gefährlichste von allen – hat vergangenes Jahr bereits Baden-Württemberg und Thüringen erreicht. Schuld daran sind die milden Winter. Bislang konnten sich die gefährlichen Insekten hier aber nicht vermehren. Zwar können sie die winterlichen Temperaturen bis zu einem gewissen Grad überleben, ihre Eier sterben jedoch in der Kälte ab.

Forscher gehen davon aus, dass sich tropische Mückenarten weiter in Nordeuropa ausbreiten werden. Je wärmer die Winter in Nordeuropa werden, desto höher ist die Gefahr, dass sich die Tropenmücke hier fest ansiedelt.

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Start der Blogserie zu vernachlässigten Armutskrankheiten

Die DSW startet Mitte Mai – zum Gesundheitsministertreffen der G20 in Berlin – eine achtwöchige Blogserie zu vernachlässigten und armutsbedingten Krankheiten. Bis zum G20-Gipfel in Hamburg am 7./8. Juli nehmen wir diese Krankheiten in den Fokus und berichten über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen. Wollen Sie wissen, welches Bakterium besonders weit verbreitet ist, welchem Wurm demnächst der Garaus gemacht wird oder vor welchem Virus bald eine Impfung schützen kann? Dann schauen Sie auf unser Blog.
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Frauenrechte in Afrika südlich der Sahara verbessern.
Foto: Jonathan Torgovnik

Im April startete ein Gemeinschaftsprojekt der DSW und sieben weiterer Organisationen mit dem Ziel, Frauenrechte in Afrika südlich der Sahara zu verbessern. Das von der Europäischen Union geförderte Projekt wird nach einer ersten Bestandsaufnahme in ausgewählten Ländern in Afrika bis Frühjahr 2020 laufen.

Zivilgesellschaftliche Organisationen vor Ort sollen besseren Zugang zu Informationen über die Situation von Frauenrechten in Afrika erhalten. Dadurch können sie ihre Aktivitäten zielgerichtet planen und sich bei politischen Entscheidungsprozessen besser einbringen. Ferner sollen mehr als 240 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie Meinungsführende aus der Region für das Thema Frauenrechte sensibilisiert werden.

Eine öffentliche Aufklärungsveranstaltung für Jugendliche in Kampala, Uganda.
Foto: Jonathan Torgovnik

Mit einem vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) geförderten Projekt in Uganda will die DSW die junge Bevölkerung des Landes dabei unterstützen, ihre Potenziale voll zu entfalten. Zwischen April 2017 und August 2020 erhalten 40.000 junge Menschen zwischen zehn und 24 Jahren Sexualaufklärung und erwerben ein betriebswirtschaftliches Grundwissen. Mit diesem Wissen können sie ihre soziale und wirtschaftliche Situation verbessern. Außerdem werden Gemeindemitglieder und kommunale Entscheidungsträger für die Bedarfe der Jugendlichen sensibilisiert.

Jugendliche sind eine Chance für Entwicklungsländer.

Das neue Infoblatt der DSW „Jugendliche – Schlüssel zur Demografische Dividende“ erklärt anschaulich, weshalb Investitionen in Jugendliche – gerade in Entwicklungsländern – so wichtig sind. Außerdem wird das Konzept der demografischen Dividende und ihre Entstehung kurz und bündig dargestellt.
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APRIL 2017

Parlamentarier beim TB Summit.

Anlässlich des vom Global TB Caucus organisierten ersten TB Summits lud der Caucus zusammen mit der DSW am 21. März Parlamentarier aus den G20-Staaten sowie Experten und Vertreter der Zivilgesellschaft ein, um sich zum Thema „multiresistente Tuberkulose“ auszutauschen. Mit insgesamt 1,8 Millionen Todesfällen pro Jahr ist Tuberkulose die weltweit tödlichste Infektionskrankheit. Angesichts zunehmender Resistenzbildungen – allein im Jahr 2015 wurden 580.000 neue Fälle registriert – droht die Eindämmung der Infektionskrankheit in weite Ferne zu rücken.

Beim Parlamentarischen Abend wurden Möglichkeiten diskutiert, wie die Bekämpfung von Tuberkulose sowie die zunehmenden medikamentenresistenten Erreger auf die Tagesordnung des G20-Gipfels gebracht werden können. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG stellte in diesen Rahmen eine neue Studie vor, in dem sie prognostiziert, dass der Weltwirtschaft bis zum Jahr 2050 durch Tuberkulose ein Schaden von 16,7 Billionen US-Dollar entstehen werden. Der Großteil dieses Schadens – 10,5 Billionen US-Dollar – entsteht innerhalb der G20-Staaten.

Die Teilnehmer des TB Summits appellierten in ihrem Abschlussdokument an die G20-Regierungen, das Thema Tuberkulose sowie die Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen stärker auf die nationale und internationale Agenda zu nehmen.

Renate Bähr, Geschäftsführerin der DSW, überreicht Dirk Roßmann den Steiger Award. Foto: Bauer

Im Rahmen einer Galaveranstaltung mit 250 Gästen in Dortmund wurde Dirk Roßmann am 25. März der „Steiger- Award“ verliehen. Der prominente Preis lehnt an die Tugenden des Bergmanns an und wird daher auch als „Ruhrpott-Oscar“ bezeichnet. Geehrt werden Menschen, „die in ihrem Handeln und Denken Gradlinigkeit, Offenheit und Toleranz bewiesen haben; Menschen, die sich auf ihrem Weg nicht beirren lassen und bereit sind, Verantwortung zu übernehmen“.

Dirk Roßmann erhielt den Preis in der Kategorie „Charity“ für sein Engagement als Stifter der DSW. Die Laudatio hielt DSW-Geschäftsführerin Renate Bähr, die auf 20 gemeinsame Jahre Stiftungsarbeit zurückblickte. Sie erkenne bei Dirk Roßmann „einen unumstößlichen Glauben an das Potenzial junger Menschen“, sagte Renate Bähr. Es gehe ihm immer darum, „die Erwachsenen von morgen und damit unser aller Zukunft“ zu fördern. Es sei diese Weitsicht, die sowohl sein unternehmerisches als auch sein soziales Engagement auszeichne.

Unser Youth Truck in Uganda

Nach einem Projektbesuch in Uganda sagte Alfred Biolek einmal: „Der Youth Truck ist eines der effizientesten und eindrucksvollsten DSW-Projekte. Wir bräuchten zehn davon!“. Doch Bios Traum hat sich bis heute leider nicht erfüllt.

Mehr noch: Es sieht nicht gut aus für unser aktuelles Jugendaufklärungsmobil in Uganda! Die notwendigen Reparaturen sind schon heute zu teuer und es dauert nicht mehr lange, bis wir es nicht mehr für die wichtigen Einsätze nutzen können. Dabei wird Aufklärung in Uganda so dringend benötigt: Fast die Hälfte der etwa 37 Millionen Einwohner ist jünger als 15 Jahre. In diesem Alter haben viele von ihnen bereits ihren ersten Sexualkontakt gehabt, ohne ausreichend aufgeklärt zu sein.

Die Konsequenz: Etwa ein Viertel aller Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren haben bereits ein Kind oder sind schwanger. Damit wir die wichtige Aufklärung auch in Zukunft mithilfe des Youth Trucks in die entlegensten Regionen des Landes bringen können, brauchen wir dringend Ihre Hilfe. Mindestens 35.000 Euro wird es kosten, einen passenden Gebrauchtwagen zu kaufen und für den Einsatz auszustatten. Jeder Beitrag zählt, bitte helfen Sie mit!

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Jugendliche eines Jugendklubs der DSW führen im Bonga-Projekt in Äthiopien ein Theaterstück zu sexueller Gesundheit auf

Patientin bei einer Konsultation in Äthiopien.

Schätzungen zufolge leben weltweit 3,5 Millionen Frauen mit Scheidenfisteln. Schwere innere Verletzungen während des Geburtsvorgangs führen dazu, dass sich sogenannte Scheidenfisteln bilden. Ursachen dafür sind frühe Schwangerschaften und mangelnde medizinische Versorgung. Die jungen Frauen leiden oft ihr ganzes Leben unter Inkontinenz und werden häufig von ihren Familien verstoßen. Dabei sind 95 Prozent der Fälle von Scheidenfisteln heilbar.

Äthiopien ist eines der am stärksten betroffenen Länder der Welt. Mit dem Fight Fistula-Projekt trägt die DSW durch Aufklärung dazu bei, dass Fisteln gar nicht erst entstehen – und vermittelt den Betroffenen eine medizinische Behandlung, sodass sie ein schmerzfreies Leben führen können. Bei unseren Aufklärungsmaßnahmen wird das Umfeld der Betroffenen miteinbezogen, um ihre Stigmatisierung zu beenden.

Im vergangenen Jahr haben wir mit unserer Aufklärungsarbeit über 24.500 Gemeindemitglieder für das Thema Fistula sensibilisiert. 67 Verdachtsfälle wurden in umliegende Krankenhäuser übermittelt. Sechs junge Fistula-Patientinnen erhielten eine kostenlose Behandlung und wurden in ihren Gemeinden reintegriert.

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Jugendliche eines Jugendklubs der DSW führen im Bonga-Projekt in Äthiopien ein Theaterstück zu sexueller Gesundheit auf

Theaterstücke sind ein Teil der Aufklärungsarbeit in den Jugendklubs beim Bonga-Projekt in Äthiopien.

In 2016 haben wir mit dem Umwelt- und Aufklärungsprojekt Bonga in der Region Kaffa im Südwesten Äthiopiens 15.000 Menschen sensibilisiert. Durch Informationsveranstaltungen wurden die Themen sexuelle Gesundheit, Geschlechtergerechtigkeit und nachhaltiger Umweltschutz in der Gemeinschaft präsenter. Insbesondere schädliche, traditionelle Praktiken wie Kinderehen und weibliche Genitalverstümmelung und deren Auswirkungen wurden angesprochen. Das führte dazu, dass Jugendliche verstärkt Angebote zu Aufklärung und Verhütung in Anspruch nahmen.

Ferner haben wir 33.500 Setzlinge von einheimischen Bäumen und Kaffeepflanzen an die Gemeindemitglieder verteilt und den Jugendklubs Geld für Saatgut zur Verfügung gestellt. Durch den Verkauf von eigenen Setzlingen und Kaffee haben die beteiligten Jugendklubs ihre Einkommen erhöht und so ganz konkret zum Umweltschutz beigetragen.

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Eine Mitarbeiterin des UN-Bevölkerungsfonds (UNFPA) in einem Projekt für freiwillige Familienplanung in Sierra Leone.

Eine Mitarbeiterin des UN-Bevölkerungsfonds (UNFPA) in einem Projekt für freiwillige Familienplanung in Sierra Leone.
Foto: Abbie Trayler-Smith, H6 Partners (CC BY-NC-ND 2.0)

Die US-Regierung hat Anfang April angekündigt, die Zahlungen an den UN-Bevölkerungsfonds (UNFPA) zu stoppen. Begründet wird dies damit, dass UNFPA angeblich Zwangssterilisationen und -abtreibungen in China unterstützt habe. Diese Vorwürfe weist UNFPA in einer Stellungnahme zurück.

Die Ankündigung der USA wird starke Auswirkungen auf die Arbeit des Fonds haben. 2016 waren die USA mit insgesamt 69 Millionen US-Dollar der drittgrößte staatliche Geldgeber.

UNFPA setzt sich seit 1969 weltweit für das Menschenrecht auf freiwillige Familienplanung und Frauengesundheit ein. Im vergangenen Jahr verhinderte der Fonds mit seiner Arbeit 947.000 ungewollte Schwangerschaften, 295.000 unsichere Abtreibungen und 2.340 Todesfälle bei Schwangerschaft und Geburt.

Zur Stellungnahme
Frau mit Gießkanne in einem Gemüsegarten im Senegal

Foto: Annabelle Shemer (CC BY-NC-ND 2.0)

Die Einnahme der Antibaby-Pille senkt das Risiko für Darm-, Eierstock- und Gebärmutterkrebs deutlich. Diese Schutzwirkung bleibt auch 30 Jahre nach Ende der Einnahme bestehen – zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler der Universität Aberdeen in einer aktuellen Studie.

Die Forscher untersuchten 46.000 Frauen über einen Zeitraum von 44 Jahren. Sie stellten zudem fest, dass die Einnahme bei Frauen, die die Pille während ihrer Fortpflanzungsjahre genommen haben, nicht zu neuen Krebsrisiken im späteren Leben führt.

Gebärmutter- sowie Darmkrebs zählen zu den häufigsten Krebsformen bei Frauen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt Gebärmutterkrebs zu der zweithäufigsten Krebserkrankung bei Frauen weltweit. In Entwicklungsländern sind jährlich ca. 445.000 Frauen betroffen (84 Prozent der neuen Fälle weltweit).

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Frau mit Gießkanne in einem Gemüsegarten im Senegal

Kinder in einem von USAID unterstützen Projekt in der demokratischen Republik Kongo.
Foto: USAID (CC BY-NC 2.0)

Viele Menschen in Afrika südlich der Sahara sind auf der Flucht. Wegen Dürren, Hungersnöten, Krankheiten, Krieg und Gewalt. Nun hat US-Präsident Donald Trump in seinem Haushaltsentwurf angekündigt, die Gelder für die Außenbeziehungen der USA um 28 Prozent von 38 Milliarden auf 27,1 Milliarden US-Dollar zu kürzen.

Das betrifft hauptsächlich die US-Behörde für internationale Entwicklung (USAID) sowie verschiedene Institutionen der Vereinten Nationen. Dadurch hätten die Kürzungen direkte Auswirkungen auf das Leben der Menschen in Afrika südlich der Sahara. Besonders stark würden die Kürzungen Menschen auf der Flucht und in den großen Camps für Geflüchtete zu spüren bekommen.

Nach Genehmigung durch die beiden Kammern des Kongresses würde der Haushaltsplan im Oktober in Kraft treten.

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Frau mit Gießkanne in einem Gemüsegarten im Senegal

Einkommen schaffende Maßnahme: Frau in einem Gemeinschaftsgarten im Senegal
Foto: Jonathan Torgovnik, 2014

Zwischen 1990 und 2015 haben sich mehr als eine Milliarde Menschen weltweit aus der Armut befreit. Es drohen jedoch Rückschläge bei der Entwicklung durch Epidemien, Gewalt, Klimawandel und Naturkatastrophen. Zu diesem Schluss kommt der Bericht zur menschlichen Entwicklung (Human Development Report) 2016 des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP).

Ungleiche Chancen innerhalb von Ländern und zwischen Männern und Frauen ist weiterhin verbreitet. Auch wenn sich die Lücke der mangelnden Geschlechtergerechtigkeit langsam schließt, besteht besonders in Entwicklungsländern großer Nachholbedarf. Frauen in Afrika südlich der Sahara beispielsweise haben eine geringere Schulbildung und ein geringeres Einkommen. Im Durchschnitt verliert die Region 95 Milliarden US-Dollar pro Jahr, weil Frauen in geringerem Maße am bezahlten Arbeitsmarkt teilnehmen. In Krisen sind Frauen besonders gefährdet, stellt der Bericht fest: Während der Ebola-Epidemie hatten sie ein höheres Infektionsrisiko als Männer, weil sie hauptsächlich die Pflege der Kranken übernahmen.

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Mutter mit Neugeborenem auf der Entbindungsstation einer Klinik in Uganda

Mutter in einer Entbindungsklinik in Mbale, Uganda
Foto: Jonathan Torgovnik, 2014

Die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau in Uganda (15 bis 49 Jahre) ist seit 1988/89 von 7,4 auf 5,4 gesunken. Das geht aus dem Uganda Demographic Health Survey (DHS) 2016 hervor. Große Unterschiede gibt es zwischen ländlichen und städtischen Gebieten mit heute 5,9 respektive vier Kindern pro Frau.

Teenagerschwangerschaften sind in dem ostafrikanischen Land verbreitet: Knapp ein Viertel (24,8 Prozent) der Frauen zwischen 15 und 19 Jahren waren zum Zeitpunkt der Untersuchung schwanger oder hatten bereits ein Kind (1988/89: 37,2 Prozent). Dabei steigt der prozentuale Anteil innerhalb dieser Gruppe mit zunehmendem Alter stark an. Bei den 19-Jährigen hatten bereits über die Hälfte (53,9 Prozent) ein Kind oder waren schwanger. Die Studie stellt fest, dass Kinder junger Mütter ein höheres Krankheits- und Sterberisiko haben und die jungen Mütter häufiger Komplikationen während der Schwangerschaft oder Geburt erleiden. Außerdem haben sie schlechtere Bildungschancen als gleichaltrige Mädchen und Frauen, die später Kinder bekommen.

Von den befragten verheiraten Frauen wenden 39 Prozent Verhütungsmethoden an, 28 Prozent haben keinen Zugang zu Verhütungsmitteln. Bei den übrigen Frauen besteht aktuell ein Kinderwunsch.

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Frauen beim Aufklärungsgespräch im Senegal
Foto: Jonathan Torgovnik, 2014

Weltweit haben Regierungen und private Stiftungen bei der „She Decides“-Konferenz in Brüssel am 2. März mehr als 180 Millionen US-Dollar zugesagt, um die Finanzierungslücke von 600 Millionen zu verkleinern, die durch Donald Trumps in Kraft gesetzte „Global Gag Rule“ entsteht. Deutschland hingegen hält sich mit einer Finanzierungszusage zurück.

Der Ende Januar unterzeichneten Richtlinie zufolge werden allen Organisationen, die Abtreibungen anbieten, sich für deren Legalisierung einsetzen oder Frauen und Mädchen zum Thema Schwangerschaftsabbruch beraten, US-amerikanische Entwicklungsgelder komplett gestrichen – auch für solche Angebote, die nichts mit Schwangerschaftsabbrüchen zu tun haben.

Foto: UNAIDS

Aktuell leben weltweit 18,6 Millionen mit HIV infizierte Mädchen und Frauen. Jedes Jahr kommen eine Million Neuinfizierte hinzu. Das geht aus dem Bericht „When women lead, change happens“ von UNAIDS hervor. Vor allem junge Frauen sind von HIV bedroht: In Afrika südlich der Sahara entfallen drei Viertel der Neuinfektionen bei den 15- bis 19-Jährigen auf junge Frauen.

Die Gründe dafür sind vielfältig und beginnen bereits im Kindes- und Jugendalter. Kinderehen und Gewalt gegen Mädchen verdoppeln beispielsweise das Risiko, sich mit HIV zu infizieren. Oft fehlt es auch an entsprechendem Wissen. In den 35 in Afrika südlich der Sahara untersuchten Ländern wussten nur 30 Prozent der jungen Frauen und 36 Prozent der jungen Männer, wie sie sich effektiv vor einer Ansteckung mit HIV schützen können. Laut Bericht haben viele Länder mittlerweile die Wichtigkeit früher Aufklärung erkannt und in ihre Lehrpläne integriert.

Foto: Chijungunya Mosquito _ CDC Global (CC BY 2.0)

12. März 2017. Ein Medikament gegen Malaria wirkt laut einer Studie der London School of Hygiene & Tropical Medicine gleichzeitig gegen sexuell übertragbaren Krankheiten (STIs). Bei Schwangeren, die eine normale Dosis des Mittels bekamen, gingen lebensbedrohliche Komplikationen, die durch die Infektion mit Malaria oder STIs ausgelöst worden waren, bei der Geburt deutlich zurück. Eine höhere Dosierung zeigte noch größere Erfolge bei der Behandlung. Die Forscher gehen davon aus, dass in der Konsequenz eine erhöhte Gabe des Mittels die Säuglingssterblichkeit senken können. Laut Bericht haben viele Länder mittlerweile die Wichtigkeit früher Aufklärung erkannt und in ihre Lehrpläne integriert.
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Foto: Treffen des Parlamentarischen Beirats, UNFPA

Bei einem Treffen des Parlamentarischen Beirats für Bevölkerung und Entwicklung am 8. März tauschten sich Vertreter des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA), Abgeordnete und Vertreter der DSW zu den Entwicklungen im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und Rechte (SRGR) aus. UNFPA-Exekutivdirektor Babatunde Osotimehin sieht massive Auswirkungen der Global Gag Rule von US-Präsident Trump auf die Arbeit zivilgesellschaftlicher Organisationen. Um die entstandene Finanzierungslücke zu schließen, bräuchte es sowohl eine schnelle und beherzte Reaktion als auch eine langfristige Lösung. Die Initiative „She Decides“ sei dafür ein guter Anfang.

Inwiefern UNFPA von Mittelkürzungen durch die US-Regierung betroffen sei, ließe sich derzeit noch nicht sagen. Osotimehin fürchtet allerdings erhebliche Budgetkürzungen von bis zu 40 Prozent beim State Department und bei USAID, die sich auch auf die Finanzierung von UNFPA auswirken würden. Konkrete Auswirkungen würden sich vermutlich erst Ende dieses Jahres zeigen. Umso wichtiger sei jetzt ein stärkerer Einsatz Deutschlands für SRGR.