Urbanisierung: Stadtansicht von Tokio
Heute lebt etwas mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten. Bis 2050 werden es voraussichtlich zwei Drittel sein. Wie hier in Tokio – der weltweit größten Megacity.

Im Jahr 2050 werden zwei Drittel der Weltbevölkerung in Städten leben

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Weltweit leben immer mehr Menschen in Städten. Während heute 55 Prozent der 7,62 Milliarden Erdenbürger Stadtbewohner sind, werden es im Jahr 2050 voraussichtlich zwei Drittel (68 Prozent) sein. Besonders stark nimmt die Urbanisierung in Entwicklungs- und Schwellenländern zu, wie die heute veröffentlichten World Urbanization Prospects der Vereinten Nationen zeigen. Weltweit wird die Zahl der Stadtbewohner den Projektionen zufolge bis zum Jahr 2050 um 2,5 Milliarden Menschen zunehmen, fast ausschließlich in Asien und Afrika. In Deutschland leben schon heute drei von vier Bewohnern (77 Prozent) in Städten, im Jahr 2050 werden es voraussichtlich 84,3 Prozent sein.

DSW: „Zunehmende Urbanisierung bietet Chancen“

„Die Verstädterung bietet Menschen in armen Ländern die Chance auf einen höheren Lebensstandard – wenn eine geplante Stadtentwicklung erfolgt“, sagt Renate Bähr, Geschäftsführerin der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW). „In den Metropolen lassen sich medizinische Versorgung, Schulen und andere öffentliche Dienstleistungen mit niedrigeren Pro-Kopf-Kosten als in ländlichen Gebieten bereitstellen. Voraussetzung für eine geplante Stadtentwicklung ist jedoch, dass gezielt in solche Angebote investiert wird. Dabei müssen vor allem die Bedürfnisse von benachteiligten Gruppen berücksichtigt werden. Nur so können sich die Lebensperspektiven der Stadtbewohner in armen Ländern verbessern.“

Über die DSW

Die DSW ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ziel unserer Arbeit ist es, zur Umsetzung des Menschenrechts auf Familienplanung und zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Jugendliche sind daher die wichtigste Zielgruppe unserer Projekte. Auf nationaler und internationaler Ebene nehmen wir Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter.

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Comments 5

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  2. Einschraenkend sollte erwaehnt werden, dass in Entwicklungslaendern (ich lebe seit 35 Jahren in Papua New Guinea) sehr viele Stadtbewohner noch gar keine “echten” Staedter” sind, die gutbezahlte feste Jobs haben, sondern sogenannten “informellen” Wirtschaftsaktivitaeten nachgehen (urbanisation without industrialisation), und dabei in squatter settlements, “slums”, “shanty towns” leben, in Verbindung mit nach wie vor doerflich-laendlich verwurzelten traditionellen Weltbildern und Lebensvorstellungen. Diese Menschen sind erst dabei, zu “richtigen” Staedtern (zu “modernen Menschen”) zu werden, was ein sich ueber die Generationen hinweg erstreckendes hoffnungsvolles Unterfangen ist, das auch gruendlich scheitern kann und dadurch dann oft den unguten Naehrboden fuer die “Modernisoerunhskrisen” dieser Entwicklungslaender abgibt.

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  5. Guten Tag, ich sehe keine “Chance” bei der Urbanisierung.
    Nur weil im Moment vielleicht bessere Verdienstmöglichkeiten vorgegaukelt werden, muss man sich aber auch die Konsequenzen in der Summe vorstellen.
    Und man muss sich die Arbeit Zukunft vorstellen – die Digitalisierung kann keine Bauern ersetzen.
    Und es macht wenig Sinn bei der Stadtverwaltung und Versicherung und Finanzamt für jeden Bauer fünf Arbeitsplätze einzurichten…
    Als Vergleich möchte ich unsere Schnellstrassen “Autobahnen” heranziehen. Während vor etwa 3o Jahren noch der Werbespruch “BMW-aus Freude am fahren” und “freie Fahrt für freie Bürger” in jedermanns Munde war, werden um die Ballungszonen Stuttgard, Frankfurt, Berlin, Hamburg etc die kleinen Behinderungen unter 15 Minuten Warte Zeit nicht mehr im Stauradio gemeldet.
    Wie die Verkehrsdichte unsere Mobilität an die Grenzen gebracht hat, wird auch die Versorgung mit Wohnraum und Nahrung durch die Verkehrsdichte begrenzt sein. Oder warum gibt es soviele “Tafeln”?
    Wenn im Moment noch einige Mega-citys “funktionieren”, ist doch längst schon die Abstandhaltung der einzelnen Stadtteile untereinander deutlich messbar. Da werden Grundstückspreise hochgesetzt, um sozialschwächere rauszuhalten usw. Die Menschen mit kleinem Vermögen wollen ihren Wohlstand nicht teilen, die mit großem Vermögen leben nicht in Ballungszentren. Sinvoll und weitsichtig wäre in meinen Augen kleine autarke Lebensgemeinschaften aufzubauen, die geringen Transportaufwand benötigen. Weder zu lange arbeitswege noch zu weite Wege für Lebensmitteltransporte. Das bedarf natürlich einen anderen Konsumanspruch. Dann wäre aber, wie bei der dezentralen Stromversorgung, mehr Menschen eine Zukuft ermöglicht.
    Frohe Ostern und liebe Grüße

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