Eine Krankenschwester impft Kinder in einer Klinik in der Demokratischen Republik Kongo
Eine Krankenschwester impft Kinder in einer Klinik in der Demokratischen Republik Kongo. Foto: Ivy Lahon/Save the Children

Die Impfallianz Gavi – wer sollte investieren, und in welcher Höhe?

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Die Impfallianz Gavi braucht von 2016 bis 2020 7,5 Milliarden US-Dollar an neuen Geldern, um Millionen Kinder zu retten. Der Bericht A Chance to Reach Every Child von Save the Children und Action zeigt, wie viel die jeweiligen Geber investieren müssen, um dieses Ziel zu erreichen – und wie diese Gelder am besten genutzt werden sollten.Im Januar 2015 wird eine Wiederauffüllungskonferenz für Gavi unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Merkel in Berlin stattfinden.

Seit der letzten Finanzierungsperiode ist Gavi’s Finanzbedarf um ca. 1/3 gestiegen. Wenn alle Geber ihren Anteil dementsprechend erhöhen würden, wäre das Ziel erreicht. Entscheidungen von Gebern werden jedoch von der politischen Lage, wirtschaftlichen Entwicklungen, dem Globalhaushalt, dem Entwicklungspolitischen Haushalt, sowie Prioritäten innerhalb dieses Etats beeinflusst. Alle diese Faktoren haben sich seit der letzten Wiederauffüllungskonferenz im Jahr 2011 verändert. Wie haben wir festgelegt, wer in welcher Höhe investieren soll?

Eine Methode – und diese haben wir für diesen Bericht benutzt – ist eine „fair share“ Kalkulation, wie sie derzeit auch für Ebola genutzt wird. Wir haben die Frage beantwortet: „Was sollte ein Geberland, basierend auf der Größe seiner Wirtschaft, investieren?“

Gavi’s bisherige Finanzierung ist hauptsächlich von drei Gebern gewährleistet geworden: Großbritannien, Norwegen und der Gates Stiftung, die insgesamt ungefähr 60% aller Kosten tragen. Der deutsche Anteil liegt im Vergleich niedrig, bei 2,6 %.

Wenn die drei großen Geber ihre Finanzierung reduzieren würden, wären die Konsequenzen drastisch – mit negativen Folgen für Impfziele und Kinderleben. Wir können jedoch nicht erwarten, dass diese drei Geber konstant ihre Beiträge erhöhen wenn andere Geber dies nicht tun. Andere Länder – wie Deutschland, Japan und die USA – müssen daher ihren Anteil an Mitteln für Gavi steigern.

Mehr Investitionen und neue Geberländer – wer kann Gavi unterstützen?

Wir rufen auch neue Geber auf, Gavi zu finanzieren. Wir haben Geber identifiziert, die bisher Gavi nicht unterstützen, jedoch ähnlich aufgebaute Organisationen finanzieren, wie zum Beispiel den Globalen Fonds für Aids, Tuberkulose und Malaria. Länder die zu dieser Gruppe gehören sind zum Beispiel neue Geberländer wie Brasilien und China.

Wie viel sollen einzelne Geberländer dann investieren? Durch Gespräche mit Aktivisten, Regierungsmitgliedern und Gavi’s Sekretariat haben wir eine Tabelle zusammengestellt in der zusammengefasst wird, was zivilgesellschaftliche Organisationen von Gebern fordern. Zudem haben wir kalkuliert, wie viele Kinder durch diese Beiträge geimpft und wie viele Leben dadurch gerettet werden könnten. Wir haben dabei die Wirtschaftsgröße, den politischen Kontext, den Entwicklungshaushalt sowie erwartete Prioritäten in der Entwicklungspolitik mit einkalkuliert. (Diese Tabelle wird bis zum 27. Januar regelmäßig aktualisiert.)

Save the Children fordert, dass Deutschland – als Gastgeber der Wiederauffüllungskonferenz im Januar – 500 Millionen Euro für den Zeitraum 2016–2020 beiträgt. Bisher haben wir positive Signale aus Großbritannien, Deutschland, Japan, den USA, Frankreich sowie Italien gesehen. Aber positive Töne reichen nicht. Wir brauchen Taten. Bis wir gemeinsam diese Ziele erreicht haben, werden wir unsere Kampagnenarbeit fortführen.

Unsere Ambitionen sind hoch: Wir erwarten, dass alle Geberländer mehr als je zuvor in die Impfallianz investieren. Der Gewinn – bis zu sechs Millionen gerettete Kinderleben – ist aber noch viel höher.

Werdet aktiv und verlangt von der deutschen Regierung, €500 Millionen für den Zeitraum 2016–2020 in die Impfallianz Gavi zu investieren.

Der Beitrag erschien im Original auf Englisch am 5. November auf dem Blog von Save the Children und wurde von Katri Kemppainen-Bertram übersetzt.

 

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