Wo ist der Aufschrei? Täglich sterben 520 Kinder an Aids!

Ute Stallmeister Blog, HIV und Aids, Jugendliche 1 Comment

Ich war schockiert, als ich diese Nachricht las: 95 Prozent aller Kinder, die in Afrika mit Aids leben, haben keinen Zugang zu Behandlung! Mit dramatischen Folgen: Im Jahr 2013 starben weltweit 190.000 Kinder an Aids – die meisten von ihnen in Afrika südlich der Sahara. Das sind 520 Kinder an jedem einzelnen Tag! Würde täglich ein voll besetzter Jumbo-Jet abstürzen, wäre der Aufschrei groß. Diese Kinder aber sterben in aller Stille. Das dürfen wir nicht länger zulassen!

Es gibt auch eine gute Nachricht und Grund zur Hoffnung, dass sich etwas ändert, wenn nur genug getan wird: Die Zahl der HIV-Neuinfektionen ist bei Kindern unter 15 Jahren um rund 60 Prozent zurückgegangen. Das zeigt: Investitionen in HIV-Prävention zahlen sich aus.

Was ist zu tun?

Zum einen sind Präventionsprogramme wie Aufklärung und Verhütungsangebote lebenswichtig. Diese müssen sich gezielt auch an junge Menschen richten, die bisher oft von solchen Programmen ausgeschlossen werden. Vor allem Mädchen brauchen besseren Schutz, da sie einem besonders hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind.

Zudem muss dringend in Forschung und Entwicklung etwa von Aids-Impfstoffen, aber auch anderen Präventionsmethoden sowie Diagnose- und Behandlungsmethoden investiert werden. Letzteres ist gerade für Kinder überlebenswichtig, da es bisher an kindgerechten Medikamente noch weitgehend fehlt.

In wenigen Tagen versammeln sich die G7-Staats- und Regierungschefs in Elmau. Die Bundesregierung sollte diesen Anlass nutzen und zusammen mit den anderen führenden Industrienationen der Welt neue Finanzquellen bereitstellen, um in Forschung und Entwicklung sowie funktionierende Gesundheitssysteme zu investieren. Sie sollten zudem pharmazeutische Hersteller auffordern, ihre HIV-Medikamente für Kinder und Erwachsene an den Medicines Patentpool zu lizensieren, damit die lebenslange Versorgung in Entwicklungsländern sichergestellt werden kann.

Zur Überwindung der Aids-Epidemie trägt wesentlich auch der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria bei. Die Bundesregierung sollte ihre Beiträge an den Fonds erhöhen, und zwar auf 400 Millionen Euro pro Jahr – ein Betrag, der der Wirtschaftskraft Deutschlands angemessen wäre.

Es ist höchste Zeit zu handeln! Denn jedes einzelne der täglich 520 an Aids sterbenden Kinder ist eines zu viel!

Comments 1

  1. Es ist erschütternd, dass noch immer zu wenig Aufklärung gemacht wird und man diese Seuche nicht in den Griff bekommt und unschuldige Kinder sterben müssen. Traurig!!!

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