Gruppe von Mädchen in Äthiopien
Gruppe von Mädchen in Äthiopien.

Teenagerschwangerschaften – die Rechte von Mädchen stärken!

Ute Stallmeister Blog, Frühe Aufklärung, Jugendliche 0 Comments

Am 11. Oktober ist Internationaler Mädchentag. Braucht man sowas? Unbedingt! Denn in vielen Teilen der Welt, besonders in Afrika südlich der Sahara, werden die Rechte von Mädchen nach wie vor mit den Füßen getreten. Ihre Zukunftsperspektiven sehen alles andere als rosig aus.

Das gilt vor allem für diejenigen, die schon im Teenageralter schwanger werden. Teenagerschwangerschaften sind in Entwicklungsländern weit verbreitet: Fast jede Fünfte bringt dort vor ihrem 18. Geburtstag ein Kind zur Welt.

Grafik: Teenagerschwangerschaften – Geburten pro 1.00 Frauen 15–19 Jahre

Das hat oft fatale Folgen: Komplikationen bei Schwangerschaft und Geburt sind (nach Suizid) die zweithäufigste Todesursache bei Mädchen und jungen Frauen zwischen 15 und 19 Jahren. Eine frühe Geburt kann zudem schwerwiegende gesundheitliche Auswirkungen haben, unter denen junge Mütter bis an ihr Lebensende leiden.

Warum werden Mädchen so früh schwanger? Nur die wenigsten von ihnen werden aus freien Stücken schwanger. Vielmehr haben Teenagerschwangerschaften in der Regel damit zu tun, dass die Rechte von Minderjährigen missachtet werden. Zum Beispiel wird ihnen allzu oft das Recht auf Bildung verwehrt, und es fehlt ihnen an Sexualaufklärung und Verhütungsmöglichkeiten. Auch Armut, Kinderehen und sexuelle Gewalt resultieren allzu oft in Teenagerschwangerschaften.

Mädchen schützen – aber wie?

Was kann man also tun, um junge Frauen in Entwicklungsländern vor Teenagerschwangerschaften zu schützen? Wichtig sind vor allem drei Bereiche:

  1. Bildung: Mädchen, die eine Grund- und Sekundarbildung erhalten haben, kennen ihre Rechte und können sich besser vor Ausbeutung schützen. Sie entscheiden sich zudem mit höherer Wahrscheinlichkeit, erst später und dann auch weniger Kinder zu bekommen.
  2. Aufklärung und Verhütung: Junge Menschen brauchen eine umfassende, altersgerechte Sexualaufklärung, und sie müssen die Möglichkeit erhalten, jugendgerechte Gesundheitsangebote – einschließlich Verhütung – in Anspruch zu nehmen. Um diese Angebote zu verbessern, muss lokales Gesundheitspersonal weitergebildet werden.
  3. Aus- und Weiterbildung: Aufklärung ist besonders erfolgreich, wenn Schülerinnen gleichzeitig neue Perspektiven auf ein besseres, wirtschaftlich unabhängiges Leben erhalten. Durch ein eigenes Einkommen werden sie eigenständiger, können ihre Rechte besser wahrnehmen und sich selbst aus der Armut befreien. Um die Chancen von Mädchen auf dem Arbeitsmarkt und die Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern, müssen Parlamentarier, lokale Behörden und Arbeitgeber eingebunden werden.

Bei allen Maßnahmen müssen Jungen und Männer, aber auch die Eltern der Mädchen, die Gemeinschaft sowie religiöse und politische Entscheidungsträger unbedingt mit einbezogen werden. Dass die Kombination aus Sexualaufklärung und Weiterbildung sowie die Einbeziehung des sozialen Umfeldes von Mädchen funktioniert und Teenagerschwangerschaften vermeiden hilft, wissen wir durch unsere Projektarbeit mit jungen Menschen in Ostafrika.

Es ist höchste Zeit, Mädchen und jungen Frauen ihre vollen Rechte zu gewähren. Ich hoffe sehr, dass es den Internationalen Mädchentag, der auf die weltweite Benachteiligung von Mädchen aufmerksam macht, bald nicht mehr geben muss!

Hier geht’s zu unserem Film zum Internationalen Mädchentag.

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