Tuberkulose ist die zweittödlichste Infektionskrankheit der Welt!

Maximilian Geigenmüller Blog, HIV und Aids 0 Comments

Die Zahl der Tuberkulose-Erkrankungen geht weltweit zurück, doch Resistenzen gegen den Erreger machen Medizinern zunehmend Sorgen. Wir brauchen mehr Engagement im Kampf gegen diese vermeidbare und behandelbare Krankheit.

Was ist Tuberkulose?

Tuberkulose (abgekürzt: TB) ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien ausgelöst wird. Die Erreger befallen meist die Lunge und lösen Husten aus. Durch Tröpfcheninfektion überträgt sich die Krankheit dann von Mensch zu Mensch. Die Betroffenen fühlen sich müde und abgeschlagen, bekommen Fieber und haben Schmerzen beim Atmen. In seltenen Fällen befällt die Krankheit auch andere Organe.

Wer erkrankt an Tuberkulose?

Etwa ein Drittel der Weltbevölkerung trägt Tuberkuloseerreger in sich. Die Krankheit bricht jedoch nicht bei allen Menschen aus – nur etwa jeder fünfte bis Zehnte erkrankt nach einer Ansteckung. Besonders gefährdet sind Kinder und Jugendliche sowie Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist – darunter auch HIV-Infizierte.

95 Prozent der Tuberkulosefälle treten in weniger entwickelten Ländern auf. Die meisten Tuberkulosefälle gibt es in Südostasien, im Westpazifik und in Afrika. In Deutschland sind im Jahr 2013 4.318 Menschen an Tuberkulose erkrankt.

Warum ist es wichtig, Tuberkulose zu bekämpfen?

Tuberkulose ist nach Aids die zweittödlichste Infektionskrankheit der Welt. 2013 erkrankten laut WHO weltweit 9 Millionen Menschen an Tuberkulose und 1,5 Millionen starben daran. Zudem ist Tuberkulose für ein Viertel der Todesfälle von HIV-Infizierten verantwortlich.

Die Krankheit ist nicht nur für die Betroffenen ein Problem, Tuberkulose richtet massive wirtschaftliche Schäden an. Innerhalb von zehn Jahren entstehen dadurch Kosten in Höhe von zirka einer bis drei Billionen US-Dollar. Das behindert die Entwicklung ganzer Länder.

Ein zunehmendes Problem ist die multiresistente Tuberkulose, die 2013 bei etwa 480.000 Menschen auftrat. Ihre Behandlungskosten liegen bei einem Vielfachen. In Deutschland betragen sie Schätzungen zufolge 50.000 Euro pro Patient – im Gegensatz zu etwa 3.000 Euro für eine Behandlung der „normalen“ Tuberkulose. Weil sich immer mehr Resistenzen gegen die gängigen Medikamente bilden, steigt das Sterberisiko.

Was kann man gegen Tuberkulose tun?

Tuberkulose ist heilbar – wenn sie rechtzeitig erkannt und behandelt wird. Mithilfe von Antibiotika lässt sich die Krankheit innerhalb von sechs bis acht Monaten behandeln. Da die Behandlung aufwändig ist und verschiedene Arten von Antibiotika umfasst, wird sie häufig nicht bis zum Ende durchgeführt – wodurch neue Resistenzen entstehen.

Eine umfassende Impfung gibt es bisher nicht, doch lassen sich Risikogruppen vorbeugend behandeln – so dass ihr Immunsystem den Erreger beim ersten Kontakt unter Kontrolle bringen kann.

Was muss geschehen?

Die Weltgesundheitsorganisation hat berechnet, dass die Zahl der Tuberkulosetoten bis zum Jahr 2035 um 95 Prozent und die Zahl der Neuerkrankungen um 90 Prozent gesenkt werden kann. Um dieses Ziel zu erreichen muss viel passieren.

Deutschland kann vor allem im Bereich Forschung und Entwicklung zu einem Ende von Tuberkulose beitragen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert seit 2011 Produktentwicklungspartnerschaften, durch die mehr und bessere Präventionsmethoden, Diagnostika und Medikamente gegen Armutskrankheiten entwickelt werden sollen. HIV und Aids, Tuberkulose und Malaria wurden dabei jedoch bisher nicht berücksichtigt. Die zweite Förderrunde, die derzeit vorbereitet wird, sollte diese Krankheiten einbeziehen. Und die Förderung sollte auf 25 Millionen Euro pro Jahr steigen.

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