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Umweltkämpfer, Vorreiter, Menschenfreund: DSW trauert um Kuratoriumsmitglied Klaus Töpfer

Blog | 12. Juni 2024 | #Deutsche Stiftung Weltbevölkerung #Entwicklungspolitik #Entwicklungszusammenarbeit

Sein Name ist wie kaum ein anderer mit der Umweltpolitik verbunden, und doch stand Klaus Töpfer für sehr viel mehr.  Er hatte das große Ganze im Auge, aber vor allem eines: den Menschen. Im Jahr 2001, als er schon längst seinen Amtssitz von Bonn nach Nairobi verlagert hatte, nicht mehr Bundesminister, sondern Leiter des Umweltprogramms der Vereinten Nationen war, trat er in das Kuratorium unserer Stiftung ein, dem er bis zu seinem Tod treu blieb.

Umweltpolitik war für Töpfer auch immer ein Kampf gegen Armut und für mehr Lebensqualität. Als Minister vertrat er Deutschland 1996 auf der UN-Habitat-Konferenz in Istanbul, 2001 wurde er Vorsitzender des Rates für Nachhaltige Entwicklung und 2014 Vorsitzender des UN-Netzwerks Sustainable Solutions Network. Diese sind nur einige seiner zahlreichen Stationen, auf denen er mit politischem Talent und wissenschaftlichem Fundament sein Lebensthema verfolgte.

Bevor Klaus Töpfer 1978 in die Politik ging, hatte er als Lehrbeauftragter der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften bereits entwicklungspolitische Gutachten für Ägypten, Malawi, Brasilien und Jordanien erstellt und gehörte dem Sachverständigenrat für Umweltfragen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) an. Neben diversen Honorarprofessuren hatte er ab 2007 eine Professur für Umwelt und nachhaltige Entwicklung an der Tongji-Universität in Shanghai inne.

Als Klaus Töpfer das Amt des Bundesumweltministers 1987 antrat,  glich das Ressort eigentlich mehr einem  Provisorium (sein Vorgänger Walter Wallmann wechselte nach nur zehn Monaten in die Landepolitik). In den sieben Jahren seiner Amtszeit wurde das Ministerium dann zu einer Institution, die bis zum heutigen Tage mit seinem Namen verbunden ist. Sein beherzter Sprung in den Rhein ist Legende geworden und steht doch vor allem für eines: einen Politiker, der sich mit Leib und Seele für die Sache einsetzt.

In einem seiner letzten Interviews, das er der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ gab, bekannte er: „Ich bin ja nun wirklich alt. Aber deshalb bin ich doch nicht verantwortungslos! Ganz im Gegenteil komme ich zur Erkenntnis, dass Änderungen zwingend geboten sind.“ Und gab der jungen Generation mit auf den Weg, doch weniger pessimistisch zu sein: „Im Reparieren, im Wandel, in der Neujustierung stecken riesige Chancen.“  Im Alter von 85 Jahren ist der optimistische Kämpfer für eine bessere Welt nun gestorben. Seine Stimme wird fehlen – die Erinnerung an ihn bleibt unsere Inspiration.

Nicole Langenbach

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