Nichts ist stärker als eine starke Entwicklungspartnerschaft

Es liegt in unserer Hand

Entwicklungszusammenarbeit hat unendlich viele Facetten – eine der wichtigsten ist die Frage des Geldes. Im Jahr 2000 hat Deutschland, wie andere Industrienationen auch, im Rahmen der Millennium-Entwicklungsziele zugesagt, bis zum Jahr 2015 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für Entwicklungszusammenarbeit auszugeben. Diese Zusage gab es übrigens bereits in den 1970er Jahren, ohne dass Deutschland je in die Nähe des 0,7-Prozent-Ziels gekommen ist. Auch im Jahr 2015 war Deutschland noch weit von der Zielerreichung entfernt: Der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zufolge investierte die Bundesregierung lediglich 0,52 Prozent.

Erneuert wurde das Versprechen im Jahr 2015 im Rahmen der nachhaltigen Entwicklungsziele, wonach das 0,7-Prozent-Ziel erst bis 2030 erreicht sein soll. Das ist jedoch deutlich zu spät, denn eine Verschiebung hätte verheerende Folgen für die Menschen in armen Ländern und alle nachfolgenden Generationen.

Investitionen in Entwicklung wirken – das zeigen zum Beispiel die Erfolge des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria und der Impfallianz Gavi. Gesundheit spielt eine herausragende Rolle für nachhaltige Entwicklung, denn Investitionen in diesen Bereich verbessern die Entwicklungschancen armer Länder.

Auch die große Mehrheit der Bundesbürger wünscht sich einen verstärkten entwicklungspolitischen Einsatz der Bundesregierung, wie aus einer repräsentativen Umfrage aus dem Jahr 2015 hervorgeht. Vier von fünf Befragten befürworten demnach, dass Deutschland das 0,7-Prozent-Ziel einhält. Fast die Hälfte der Bundesbürger wünscht sich zudem einen höheren Anteil als 0,7 Prozent. Die Umfrage wurde von TNS Emnid im Auftrag der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung durchgeführt.


Deutschland gibt weniger als die meisten denken – und für richtig erachten!

0 %
finden Deutschland sollte zu seiner 0,7% Zusage stehen.
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sind sogar dafür, mehr als 0,7% auszugeben.
0 %
halten es für wichtig oder sehr wichtig, dass Deutschland sich für die Bekämpfung von Armut in Entwicklungsländern einsetzt.

Quelle: Repräsentative von TNS Emnid im Auftrag der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung im August 2015. Befragt wurden 1.004 Bundesbürger ab 18 Jahren.


Deutschland sollte zu seinen Versprechungen stehen und zumindest die zugesagten 0,7% des Bruttonationaleinkommens in die Bekämpfung extremer Armut und vermeidbarer Krankheiten investieren.

Es gibt zahlreiche positive Beispiele, die zeigen: Entwicklungszusammenarbeit wirkt.

Beispiel 1: Infektionskrankheiten

Eine Welt ohne

Tuberkulose ist hierzulande kaum noch existent und mit Malaria kann man sich in unseren Breiten nicht infizieren. In anderen Regionen sieht das anders aus, denn jedes Jahr sterben Millionen an diesen Infektionskrankheiten. Jeder Todesfall ist nicht nur ein persönliches Schicksal, die Verluste stellen auch ein großes Entwicklungshindernis für die betroffenen Staaten dar.

Im Jahr 2000 hat die Weltgemeinschaft ein Bündnis gegen Infektionskrankheiten geschmiedet. Zivilgesellschaft, Regierungen und Unternehmen gründeten den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria.

Die immensen Fortschritte, die seither gemacht wurden, beweisen: Der Kampf gegen die lebensbedrohlichen Krankheiten ist kein Kampf gegen Windmühlen. Infektionskrankheiten wie Aids, Tuberkulose und Malaria können bald verschwinden – wenn die Weltgemeinschaft das auch wirklich will.



Kurze Erklärung zu HIV und Aids, Tuberkulose und Malaria



Weltweite Erfolge mit dem Globalen Fonds


Über den Globalen Fonds getätigte Investitionen haben 17 Millionen Menschen das Leben gerettet und eine größere soziale Gerechtigkeit für Familien und Gemeinschaften weltweit geschaffen. Wissenschaftliche Fortschritte, innovative Ideen und das Know-how der Privatwirtschaft ermöglichen Verbesserungen bei der Prävention und Behandlung dieser Krankheiten. Millionen von HIV-Infizierten befinden sich heute in antiretroviraler Behandlung und sind nicht mehr unmittelbar dem Tod geweiht, der früher bei einer HIV-Infektion unausweichlich schien. Die Zahl der Menschen, die an Malaria sterben – die meisten von ihnen sind Kinder –, konnte halbiert werden. Dank effektiver Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten leiden jedes Jahr weniger Menschen unter Tuberkulose und haben bessere Überlebenschancen.

17 Millionen Menschenleben
wurden mit Hilfe des
Globalen Fonds gerettet.

HIV und Aids

Die Zahl der Aids-Toten ist seit 2004 um 42% gefallen. Mit Hilfe des Globalen Fonds haben 8,1 Millionen Menschen eine antiretrovirale Therapie gegen Aids erhalten.

Malaria

Seit dem Jahr 2000 konnte die Zahl der Sterbefälle fast um die Hälfte reduziert werden. Mit Hilfe des Globalen Fonds wurden 548 Millionen Moskitonetze zur Vorbeugung verteilt.

Tuberkulose

Die Sterblichkeitsrate durch Tuberkulose ist zwischen 1990 und 2013 um 45% gefallen. Mit Hilfe des Globalen Fonds wurden 13,2 Millionen Menschen auf Tuberkulose getestet und behandelt.

Mehr Informationen unter: http://www.theglobalfund.org/


Und dennoch wird noch viel zu wenig investiert.
Denn jedes Jahr sterben…

…1,2 Millionen Menschen an Aids…
…438.000 Menschen an Malaria …
…und 1,5 Millionen Menschen an Tuberkulose.

Eigentlich ein gutes Investment!
Das Beispiel Malaria

Menschenleben vor Infektionskrankheiten zu schützen ist nicht nur aus humanitären Gründen sinnvoll. Auch aus finanzieller Sicht sollte viel mehr investiert werden. Für die am meisten betroffenen Länder sind die Verluste ein riesengroßes Entwicklungshemmnis. Das Beispiel Malaria zeigt: Die Kosten, die durch die Behandlung von Malaria entstehen, sind viel größer als die Kosten einer flächendeckende Prävention von Malaria. In Afrika südlich der Sahara, wo mit Abstand am meisten Kinder an einer Malariaerkrankung sterben, schlafen 60 Prozent der Kinder noch immer nicht unter einem Moskitonetz. Allein dadurch könnten 20 Prozent mehr Kinder jedes Jahr überleben!

  • Kosten, um jeden Menschen vor Malaria zu schützen:

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    5 Milliarden Euro

  • Welche Kosten zurzeit durch Malariaerkrankungen entstehen:

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    12 Milliarden Euro

Trotzdem werden nur ein bis zwei Prozent der globalen Forschungsgelder für infektiöse Krankheiten aufgewendet, die besonders Entwicklungsländer betreffen.

Beispiel 2: Impfungen

Der Grundstein für ein gesundes Leben wird bereits in der Kindheit gelegt. Gesundheit ist eine wichtige Voraussetzung dafür, in die Schule zu gehen, eine Ausbildung zu machen und sich selbst aus der Armut zu befreien.

Doch jedes Jahr sterben 1,5 Millionen Kinder an Durchfallerkrankungen, Lungenentzündung und anderen Krankheiten, die durch Impfen verhindert werden könnten. Nicht einmal jedes fünfte Kind auf der Welt hat einen Basisimpfschutz.

Mit der Impfallianz Gavi wurden bereits mehr als
500 Millionen Kinder geimpft

Die Impfallianz Gavi trägt dazu bei, dass mehr Kinder geimpft und Leben gerettet werden. Seit ihrer Gründung im Jahr 2000 hat die Allianz nach eigenen Angaben 500 Millionen Kinder geimpft und dadurch etwa sieben Millionen Leben gerettet. Mit ihrer Arbeit trägt Gavi dazu bei, die Kindersterblichkeit zu senken und das Gefälle in der Gesundheitsversorgung zwischen Industrie- und Entwicklungsländern zu überwinden.

Bei Gavi arbeiten Regierungen von Entwicklungs- und Geberländern, die Weltgesundheitsorganisation (WHO), UNICEF, die Weltbank, die Bill & Melinda Gates Stiftung, zivilgesellschaftliche Organisationen, Impfstoffhersteller, Forschungs- und Technologieinstitute sowie Privatunternehmen Hand in Hand. Gavi nutzt die Stärken und Potenziale aller Akteure, schafft Synergien, koordiniert bestehende Systeme und profitiert von der Vermeidung von Doppelstrukturen.



 

Gavi will zwischen 2016 und 2020 weltweit 300 Millionen Kinder impfen und dadurch fünf bis sechs Millionen Leben retten.

Für dieses Ziel hat die Weltgemeinschaft auf der Gavi-Konferenz 2015 in Berlin einen großen Schritt gemacht und mehr als 7,5 Milliarden US-Dollar zur Verfügung gestellt.

 

Unsere Arbeit: Lobbyismus für die gute Sache!

Wir setzen uns mit aller Kraft dafür ein, dass sowohl in Deutschland als auch international die Entwicklungszusammenarbeit einen höheren Stellenwert einnimmt. Daher arbeiten wir national und international eng mit Regierungsvertretern, Parlamentariern, zivilgesellschaftlichen Netzwerken sowie
mit Partnern aus Wirtschaft und Forschung zusammen. In politische Entscheidungen lassen wir unsere Erfahrungen, die wir in unseren Entwicklungsprojekten vor Ort sammeln, einfließen und tragen so dazu bei, die Situation von jungen Menschen in Entwicklungsländern nachhaltig zu verbessern.

Zu unserer Politischen Arbeit