Nichts ist stärker als ein Mädchen,
das zur Schule gehen kann, statt sich um Ehemann und Kind kümmern zu müssen.

Mädchen: Bildung statt Ehe und Kind.
Warum eine frühe Sexualaufklärung so wichtig ist.


Die Ziele und Träume junger Menschen in Ostafrika unterscheiden sich kaum von denen junger Menschen in Deutschland: zur Schule gehen, eine unbeschwerte Kindheit führen, später einen tollen Job und eine kleine Familie haben. Die Realität sieht häufig anders aus: Statt in der Schule für die Zukunft zu lernen, werden viele schon früh verheiratet und müssen sich zum Teil im Alter von 13 oder 14 Jahren bereits um ihre eigenen Kinder kümmern. Und das obwohl sie selbst noch Kinder sind. Ein Grund: In Schulen werden die Themen Sexualität und Pubertät häufig zu spät oder überhaupt nicht angesprochen. Das fehlende Wissen ist vor allem für die Mädchen fatal. Sie sind älteren Männern häufig schutzlos ausgeliefert, weil sie nicht um ihre Rechte wissen.

Aufklärung über Sexualität und die eigenen Rechte sollte daher so früh wie möglich erfolgen. Die Schule spielt dabei eine entscheidende Rolle. Unser Projektansatz, mit Schülern und Lehrern zusammenzuarbeiten, erspart vielen Mädchen das Schicksal einer ungewollten, frühen Mutterschaft.

Wenn aus jungen Mädchen Bräute und Mütter werden

Für Millionen Mädchen ist es bittere Realität, bereits als Kind verheiratet zu werden.
Kinderehen gibt es überall auf der Welt, unabhängig von Kontinent, Kultur oder Religion.
Sie sind eine der meistverbreiteten Menschenrechtsverletzungen – und ein massives Entwicklungshindernis.

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Mädchen werden verheiratet.
JEDEN TAG!

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Mädchen bekommen in Entwicklungsländern ein Kind bevor sie volljährig sind.
JEDEN TAG!

Fast alle dieser Schwangerschaften sind ungewollt. In neun von zehn Fällen ist das Mädchen dabei schon verheiratet.

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Mädchen sterben pro Jahr an Komplikationen bei Schwangerschaft und Geburt, weil ihre Körper noch nicht voll entwickelt sind.

Aus der Traum

Was eine frühe Verheiratung mit den Mädchen macht.

Aus der Traum

Kinderehen bedeuten für viele Mädchen lebenslange Bevormundung und Abhängigkeit von ihrem Partner. Sie verstärken soziale Ungleichheit und Diskriminierung. Kinderbräute sind nicht in der Lage ihren meist älteren Männern Sex zu verwehren oder die Verwendung von Verhütungsmitteln einzufordern und werden dadurch oft kurz nach der Heirat schwanger.

Gefährliche Schwangerschaft

Warum eine frühe Schwangerschaft das Leben von
Mutter und Kind bedroht.

Gefährliche Schwangerschaft

Eine frühe Schwangerschaft ist für die jungen Mütter und ihre Neugeborenen lebensbedrohlich, da der Körper der Mädchen noch nicht vollständig entwickelt ist. Auch die spätere körperliche und geistige Entwicklung der Kinder kann beeinträchtigt werden.

Komplexe Ursachen

Warum Kinderehen immer noch ein weitverbreitetes
Phänomen sind.

Komplexe Ursachen

Kinderehen entstehen meist aus traditionellem Denken und aus Armut. Eltern wollen durch die Frühverheiratung die Zukunft ihrer Töchter absichern, Bündnisse schließen oder Streitigkeiten beilegen. In extremen Fällen wird das Mädchen gegen Geld verkauft.

Verbaute Zukunft

Eine frühe Verheiratung ist für junge Mädchen
der Anfang vom Ende.

Verbaute Zukunft

Wenn jung verheiratete Mädchen schwanger werden,
müssen sie vorzeitig die Schule verlassen und bekommen
selten die Chance ihre Ausbildung fortzusetzen. Damit
sinken auch ihre beruflichen Aussichten und die Möglichkeit finanziell auf eigenen Beinen zu stehen. Sie bleiben in der Armutsfalle gefangen.

Der Lösungsweg

  • Connector.

    Regierungen in die Pflicht nehmen

    Regierungen müssen Kinder vor Zwangsverheiratung schützen. Dazu müssen Gesetze erlassen werden, die das Mindestalter auf 18 Jahre anheben. Außerdem müssen Staaten dafür sorgen, dass die Gesetze auch wirklich angewendet und durchgesetzt werden.

  • Connector.

    Kulturellen Wandel fördern

    Gesetze müssen vom Papier zu den Menschen kommen. Des­halb muss auch auf kom­mu­na­ler Ebene dar­auf hingewirkt werden, dass Kin­der­ehen nicht län­ger gesell­schaft­lich akzep­tiert werden. Programme für Kinder, Eltern, Politiker und Religionsführer in den besonders betroffenen Regionen müssen gestärkt werden.

  • Connector.

    Mädchen Perspektiven bieten

    Mädchen brauchen altersgerechte Aufklärungsangebote, bei denen sie von ihren Rechten erfahren und lernen, wie sie sich durchsetzen können. Das bestärkt sie darin, selbst zu entscheiden und ihren eigenen Weg zu gehen.

  • Connector.

    Extreme Armut bekämpfen

    Extreme Armut ist eine der Hauptursachen von Kinderehen. Deshalb muss der Kampf gegen Kinderehen einhergehen mit umfassenden Programmen zur Armutsbekämpfung.

Unser Ansatz: frühe Aufklärung!

Unsere Aufklärungsprogramme finden nicht nur in den Jugendklubs und auf öffentlichen Veranstaltungen statt. Wir kooperieren auch zunehmend mit Schulen. Das nützt nicht nur den Schulkindern, sondern ebenso den Lehrern. Und: Mädchen gehen zur Schule, anstatt früh zu heiraten.

Fünf Menschen aus Kenia erklären, wie die frühe Aufklärung in den Schulen funktioniert.

Unterstützen Sie unsere Arbeit, damit mehr Mädchen in den Schulen bleiben, anstatt zu jung Mutter zu werden.


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Der Mentor


Benjamin – Mitglied des “Safe Community” Jugendzentrums der DSW


“Am Anfang bilden Lehrer und Schüler zwischen zehn und 14 Jahren in einer Schule den Jugendklub. Wir als Mitglieder eines Jugendzentrums der DSW unterstützen sie dabei. Wir betreiben schon jahrelang Aufklärungsarbeit und haben das Wissen und die nötige Erfahrung. In einzelnen Kursen vermitteln wir den Lehrern und Schülern, wie sie ohne Scham und Vorurteile über Themen des Erwachsenwerdens sprechen können.

Die Schüler begleiten wir dann auch, wenn sie ihr Wissen in den Schulstunden an ihre Mitschüler weitergeben. Wir schauen, ob die Informationen stimmen und geben ihnen Tipps für ihre nächsten Aufklärungsstunden. Außerdem können sich die Schüler immer an uns wenden, wenn es “komplizierter” wird.

Die Schülerin


Claudia – Schülerin an der Bodoi Grundschule


“Ich bin eine der fünf Schülerinnen, die in unserer Schule zu Jugendberaterinnen ausgebildet wurden. In unserer Schule mussten schon viele Mädchen in meinem Alter die Schule verlassen, weil sie früh schwanger geworden sind. Wir gehen dann von Klasse zu Klasse und reden mit anderen Schülern zum Beispiel über die Menstruation, die richtige Verwendung von Verhütungsmitteln und auch Dinge wie Alkohol und Drogen.

Ich möchte meinen Mitschülern helfen, dass sie Informationen bekommen und sich nicht von Älteren ausnutzen lassen. Wir geben unser Wissen auch an andere Mitschüler weiter, die dann ebenfalls in die Klassen gehen und informieren. Wenn ich groß bin, möchte ich gern Krankenschwester werden und weiter anderen Menschen helfen.”

Die Lehrerin


Nana Hasan – Lehrerin für Englisch und Naturwissenschaften an der Benyoka Grundschule in Rabai


“Ich bin in meiner Schule die Ansprechpartnerin für die Schüler, die sich um die Aufklärungsstunden kümmern und auch Vertrauenslehrerin für alle anderen Schüler, die über Jugendthemen sprechen möchten. Insbesondere Mädchen kommen zu mir, um über ihre Periode zu sprechen. Ein Thema, das die Mädchen früher vor solch immense Probleme gestellt hat, dass sie zum Teil die Schule verlassen mussten. Jetzt kann ich ihnen mit Gesprächen oder ganz praktisch mit Binden oder Unterwäsche helfen, die sie sich sonst nicht leisten können.

Mehr Schüler treten in die freiwilligen Schulklubs ein und geben ihr neues Wissen an andere Klassen weiter. Dies ist auch nötig, denn häufig besuchen rund 3.000 Schüler eine Schule.”

Der Schulleiter


Collins Kay – Stellvertretender Schulleiter sowie Lehrer für Englisch und Geografie an der Bodoi Grundschule


“Am Anfang hatten die meisten Lehrer noch die Einstellung ‘lasst die mal machen’. Doch nachdem auch sie die Trainings durchlaufen haben, hat sich ihre Einstellung geändert. Viele Lehrer haben dadurch nicht nur gelernt, wie wichtig Sexualaufklärung ist, sie gehen insgesamt besser mit den Kindern um. Sind geduldig. Hören den Kindern zu. Und lernen von ihnen.

Wir haben auch die Gemeindefüher mit eingebunden, die jetzt voll hinter dem Ansatz stehen. Das liegt unter anderem an unseren Jugendklubs, die zusätzlich Workshops für Eltern und die Gemeinden geben, damit sie ein besseres Verständnis bekommen und selbst in der Lage sind, mit ihren Kindern offen über das Thema Sex zu sprechen.”

Die Krankenschwester


Stella Bendera – Krankenschwester in Mtwapa


“Ich arbeite in einer besonders jugendfreundlichen Gesundheitsstation, die immer eine offene Tür für Schüler hat, die eine Untersuchung oder eine spezielle Beratung brauchen. Wir testen hier bei uns natürlich auch auf HIV und andere sexuell übertragbare Krankheiten. Die Schüler schämen sich nicht mehr, weil sie von ihren Mitschülern erfahren haben, dass es das normalste der Welt ist, zum Arzt zu gehen, wenn etwas zwickt und juckt. Wir stehen auch in ständigem Austausch mit den Mitarbeitern der DSW, den Jugendklubs und den Schülern und Lehrern der Schulen.

Und da die Eltern ebenfalls in die Programme mit eingebunden sind, unterstützen sie nun ihre Kinder und begleiten sie zu den Untersuchungen.”

Keine Binden? Keine Schule!

Es ist unglaublich aber wahr: In vielen Ländern können Mädchen nicht zur Schule gehen, wenn sie ihre Regel bekommen. Der Grund: Ihnen fehlt das Geld für Hygieneartikel wie Binden, Unterhosen oder Tampons. Zudem fehlen ihnen die Informationen darüber, was während ihrer Periode mit ihrem Körper passiert.
Viele Mädchen versuchen sich das Geld zu leihen und geraten dabei häufig an ältere Männer, die auf kurz oder lang sexuelle Gegenleistungen für „Großzügigkeit“ verlangen.

Deswegen stellen wir jungen Mädchen diese Hygieneartikel zur Verfügung und haben uns zum Ziel gesetzt, dass kein Mädchen mehr aufgrund ihrer Periode der Schule fernbleiben muss – und so zwangsweise ihre Zukunft gefährdet.