Nichts ist stärker als junge Menschen, die ihre Potentiale nutzen können.

Jugendliche brauchen Chancen und keine verbaute Zukunft.


Heute lebt die größte Jugendgeneration aller Zeiten. Mehr als ein Viertel der Weltbevölkerung ist unter 15 Jahre alt. In Afrika südlich der Sahara ist es sogar fast jeder Zweite. Die Jugendlichen bieten ein enormes Entwicklungspotential für ihre Länder – wenn sie eine gute Ausbildung erhalten, für ihre Gesundheit gesorgt ist und Mädchen die gleichen Chancen wie Jungen haben.

Jugendliche in Entwicklungsländern haben häufig keine Möglichkeit, offen über Sexualität oder die Veränderung ihres Körpers zu sprechen. Dies ist einer der Gründe dafür, dass jedes Jahr 7,3 Millionen Mädchen unter 18 Jahren ein Kind bekommen – und für die hohe Zahl von HIV-Infektionen unter Jugendlichen.

Deswegen haben wir ein Netz von Jugendklubs in Äthiopien, Kenia, Tansania und Uganda geschaffen, in denen Jugendliche mit anderen Jugendlichen über Sexualität und Verhütung sprechen – und darüber hinaus lernen, wie sie ihre Lebensperspektiven selbst verbessern können.

Barrieren für Jugendliche

Jugendliche stehen vor zahlreichen Barrieren, die sie daran hindern, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und ihr volles Potential zu entfalten. Zum Beispiel sind sie häufig von Aufklärungsprogrammen ausgeschlossen oder bekommen keine Verhütungsmittel. Damit sind sie einem hohen Risiko ausgesetzt, ungewollt schwanger zu werden oder sich mit sexuell übertragbaren Krankheiten wie HIV anzustecken.

In Entwicklungsländern verfügen viele Jugendliche, vor allem Mädchen und junge Frauen, zudem kaum über Schulbildung, von einer Berufsausbildung können sie nur träumen.

Auch schädliche kulturelle Praktiken und mangelnde Rechte hindern insbesondere Mädchen daran, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. So werden weltweit 40.000 Mädchen unter 18 Jahren verheiratet – jeden Tag! Rund 200 Millionen Mädchen und junge Frauen sind von Genitalverstümmelung betroffen. Und das, obwohl Kinderehen und Genitalverstümmelung in vielen Ländern verboten sind.

Jugendliche klären andere Jugendliche auf

Und geben ihnen so die Chance auf ein gesundes, selbstbestimmtes Leben.

Woher bekomme ich ein Kondom, und wie benutzt man es richtig? Was passiert bei der Regelblutung? Und wie behandle ich meinen Partner mit Respekt? Die Jugendklubs der DSW sind Orte, an denen Jugendliche über Themen sprechen, die sonst weitestgehend tabu sind.

Von uns ausgebildeten Jugendberater vermitteln anderen Jugendlichen im Alter von zehn bis 24 Jahren die Grundlagen der Sexualität und geben Tipps zu Gesundheits- und Alltagsfragen.

Darüber hinaus erfahren die Jugendlichen in den Jugendklubs, welche anderen Verhütungsmittel es gibt und wo sie diese erhalten können. Aufklärung beinhaltet auch, Jugendliche umfassend über Risiken und Wege einer HIV-Ansteckung zu informieren und gängige Mythen und Stigmata zu minimieren. Die Jugendberater wissen außerdem, wo Jugendliche professionelle gesundheitliche Beratung und Behandlung in ihrer Umgebung bekommen und verweisen auf entsprechende Gesundheitsstationen.

  • Die Jugendberater und die Jugendklubmitglieder sind in einem ähnlichen Alter. Der Umgang miteinander fällt so leichter. Die Jugendlichen treffen sich in ihren Klubs, diskutieren über Aufklärungsthemen und bereiten Veranstaltungen in ihren Gemeinden vor.
    Jugendaufklärung
  • Einige Klubs sind direkt auf dem Schulgelände. Die Jugendlichen können ihre Mitschüler so direkt mit ihren Mitschülern sprechen, wie sie zum Beispiel eine Ansteckung mit HIV vermeiden können.
    Aufklärung in Schulklubs
  • In schwer erreichbaren, ländlichen Gebiete kommen die mobilen Jugend- und Gesundheitstrucks zum Einsatz.
    Der Youth Truck
  • In den Trainingszentren der Stiftung werden die Jugendlichen zu Jugenberatern ausgebildet. In Workshops lernen sie, wie das Thema Sexualität gut vermittelt wird, wie sie ihren Klub führen und managen können.
    Die Trainingszentren

Aufklärung nicht nur in den Klubs, sondern auch in den Gemeinden – und das mit viel Tam-Tam!

Damit sich die Situation von Jugendlichen nachhaltig verbessert, beziehen wir ihr komplettes soziales Umfeld in die Aufklärungsarbeit ein. Die Jugendklubmitglieder veranstalten eigenständig Aufklärungskampagnen in ihrer Umgebung, in denen sie Eltern, Lehrer, lokale Politiker und religiöse Führer davon überzeugen, dass Aufklärung und Verhütung Leben retten. Dabei überlegen sie sich eigene Musikstücke, Tänze oder gar ganze Theaterstücke und führen diese dann öffentlich auf. Die Jugendklubmitglieder sind wichtige Vorbilder und so genannte Change Agents, die in ihren Gemeinden mittlerweile ein hohes Ansehen genießen. Neben Aufklärung setzen sich die Klubs auch für ihre Gemeinden ein und organisieren beispielsweise Müllsammel- und Baumpflanzaktionen, oder sie reinigen lokale Wasserstellen oder Gesundheitsstationen.
  • Theatershows gehören zum wichtigsten Aufklärungsinstrument der Jugendklubmitglieder. Hier können sie ihren Gemeindemitgliedern bildlich vor Augen führen, welche Probleme sich in ihrem alltäglichen Leben ergeben können – und wie man sie lösen kann!
    Theatershows
  • In einigen Jugendklubs gibt es Musikbands. Sie schreiben ihre eigenen Stücke, in denen Sie auch Aufklärungsthemen mit verarbeiten. Die Auftritte sind dann meist spontan auf öffentlichen Plätzen, wie hier an einer äthiopischen Bushaltestelle. Eine große Zuhörerschaft ist schnell gefunden.
    Musik
  • Auf öffentlichen Plätzen verteilen die Jugendlichen Aufklärungs- und Informationsmaterial, um mehr Menschen zu erreichen.
    Infos zum Mitnehmen
  • Präsentation eines Femidoms in Kampala, Uganda
    Die Jugendklubmitglieder nutzen Plätze in Dörfern und Städten, um die Menschen über die wichtigen Jugendthemen zu informieren und bei ihnen auch ein Verständnis für die Jugend zu schaffen.
    Aufklärung in der Öffentlichkeit

Die Jugendklubs bieten auch Perspektiven – und die Chance auf ein Einkommen.

Die Zukunft liegt in den Händen der Jugendlichen, heißt es so schön. Doch die Chancen der vielen Jugendlichen in Afrika südlich der Sahara sind eher dürftig. Viele haben zwar eine Grundschulbildung, besuchen aber keine weiterführende Schule – etwa weil den Eltern das Geld für die Schulgebühren fehlt. Somit haben viele junge Menschen kaum eine Chance, den Teufelskreis aus Armut, Gesundheitsrisiken und Perspektivlosigkeit langfristig zu durchbrechen.

Deshalb schulen wir Jugendklubmitglieder nicht nur im Bereich Aufklärung, sondern auch im Einmaleins wirtschaftlicher und unternehmerischer Fähigkeiten. So lernen sie, selbstständig Geschäftsideen in den Klubs oder individuell zu entwickeln, diese in die Praxis umzusetzen und dadurch ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften. Einige Jugendliche nutzen dann ihr Wissen, um zum Beispiel ein Café, einen Kiosk oder einen Frisörsalon zu gründen. Andere betreiben als Gruppe eine kleine Schafzucht. Von der Stiftung erhalten sie eine Anschubfinanzierung, um ihre eigenen Ideen zu verwirklichen.

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