Urbanisierung: Die größten Städte der Welt heute und 2030

Christoph Behrends Allgemein, Blog, Frühe Aufklärung 1 Comment

Stellen Sie sich vor, halb Deutschland – fast 40 Millionen Menschen – würde in einer einzigen Stadt leben. Diese Megacity wäre zwölfmal so groß wie Berlin, 28-mal so groß wie München oder fast 60-mal so groß wie Frankfurt. Im Großraum Tokio leben schon heute fast 38 Millionen Menschen.

Im Zuge der Urbanisierung werden viele Megastädte bis zum Jahr 2030 weiter wachsen: Der Ballungsraum Delhi von heute 25 auf etwa 36,1 Millionen Einwohner, der Shanghais von derzeit 23 auf 30,1 Millionen. Im Jahr 2030 wird es vier Mal so viele Ballungsgebiete mit mindestens zehn Millionen Einwohnern geben wie im Jahr 1990. So prognostizieren es Experten der Vereinten Nationen in den World Urbanization Prospects 2014.

Wachsende Städte Megastädte Urbanisierung

Immer mehr mittelgroße Siedlungen

Während 1950 nicht einmal jeder dritte Erdbewohner in urbanen Gebieten wohnte, ist es heute schon jeder zweite (54 Prozent). Der Trend der Verstädterung wird sich weiter fortsetzen: Im Jahr 2030 werden voraussichtlich zwei Drittel aller Menschen in Städten leben. Am schnellsten schreitet die Urbanisierung in Entwicklungs- und Schwellenländern voran. Doch das massive Wachstum von Metropolen wie Mumbai, Peking, Dhaka und Karatschi ist nur ein Aspekt. Künftig werden immer mehr Menschen in kleinen und mittleren Städten wohnen – vor allem in Asien und Afrika. Schon heute lebt ungefähr die Hälfte aller Stadtbewohner in verhältnismäßig kleinen und mittelgroßen Siedlungen mit weniger als 500.000 Einwohnern.

Grafik: Stadt- und Landbevölkerung 1950–2050

Urbanisierung bedeutet nicht Verslumung

Die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Urbanisierung sind komplex. Gerade wenn Städte sehr schnell und unkontrolliert wachsen, kann dies zu Problemen bei der Grundversorgung der Bewohner führen. Dazu zählen Wohnraum, Nahrungsmittel, Gesundheitsdienste, Wasser, Elektrizität, Schulen und Nahverkehr genauso wie die Entsorgung von Abwasser und Abfällen. Insofern stellt die rasante Urbanisierung in Entwicklungs- und Schwellenländern ein Risiko für eine nachhaltige Entwicklung dar.

Doch führt die Verstädterung nicht notwendigerweise zur Verslumung. Im Gegenteil – sie kann zu einer Verbesserung der Lebenssituation beitragen, sofern eine geplante Stadtentwicklung erfolgt. Beispielsweise können Städte den Menschen Arbeitsplätze und einen besseren Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen wie medizinischer Versorgung und Schulen bieten. In den Metropolen lassen sich solche Angebote für eine große Anzahl Menschen günstiger als auf dem Land bereitstellen. Wenn rechtzeitig und gezielt in Infrastruktur, Gesundheitseinrichtungen und Schulen investiert wird, können die Risiken in Chancen verwandelt werden – und alle Menschen davon profitieren.

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