Warum wir zur Hochzeit von Michael und Anna einladen

Christoph Behrends Blog, Jugendliche 2 Comments

Michael und Anna heiraten! Sie wollen alle an ihrem Glück teilhaben lassen und laden deshalb zur Hochzeit ein. Auf ihrer Hochzeits-Webseite www.michael-und-anna.de können sie sich anmelden und mehr über die Trauung erfahren.

Was die Besucher der Webseite zunächst nicht ahnen: Anna ist 14, ihr Zukünftiger fast 40. Für sie beginnt mit dem „schönsten Tag des Lebens“ eine Tortur, bei der sie ihre Rechte und ihre Chance auf ein freies, selbstbestimmtes Leben aufgibt. Kurz nach der Hochzeit wird sie schwanger und muss die Schule abbrechen. Dabei hätte sie gern ihren Abschluss gemacht, sie hätte gern studiert und später einen Mann geheiratet, den sie liebt.

Alle zwei Sekunden wird ein Mädchen verheiratet

Die Geschichte von Anna ist erfunden, aber sie spielt sich in dieser Form tausendfach ab, jeden Tag, in fast allen Teilen der Welt. Da ist Aracely aus Guatemala, die mit 11 Jahren verheiratet wurde, und deren Mann sie im vierten Monat der Schwangerschaft sitzen ließ. Da ist Destaye aus Äthiopien, ebenfalls 11 Jahre, die eigentlich Ärztin werden wollte und die dann bei der Geburt fast verblutet wäre …

Jedes Jahr werden 15 Millionen Mädchen verheiratet, bevor sie volljährig sind – das entspricht einer Kinderehe alle zwei Sekunden. Viele Mädchen sind noch nicht einmal 15 Jahre alt. Um auf dieses Problem und seine Folgen aufmerksam zu machen, haben wir die Kampagne „Heiraten ist kein Kinderspiel“ gestartet und Einladungen zur fingierten Trauung von Michael und Anna verschickt. Eine Trauung, die verhindert werden muss.

Babys statt Spielzeug und Bildung

Kinderehen haben für die betroffenen Mädchen dramatische Folgen und können sogar lebensbedrohlich werden. Viele Mädchen werden kurz nach der Eheschließung schwanger. Eine Schwangerschaft in jungen Jahren birgt erhebliche Risiken für die Mütter und ihre Neugeborenen. Für junge Frauen zwischen 15 und 19 Jahren zählen Komplikationen während der Schwangerschaft oder Geburt zu den häufigsten Todesursachen.

Mit der Kinderehe und Schwangerschaft einher geht oft der Schulabbruch. Die Mädchen müssen den Haushalt beschicken und werden so schon früh in die Rolle der Hausfrau und Mutter gedrängt, statt eigene Perspektiven für ihr Leben zu entwickeln. Das Menschenrecht auf Bildung bleibt ihnen verwehrt, was ihre Abhängigkeit weiter erhöht.

Wie wir uns gegen Kinderehen einsetzen

Wir engagieren uns für die Jugendlichen von heute und die Erwachsenen von morgen. Kinderehen sind insbesondere für Mädchen eines der Haupt-Entwicklungshindernisse. Im Rahmen unserer Aufklärungsarbeit stärken wir sie deshalb darin, ihre Rechte kennenzulernen und durchzusetzen und wirken in ihrem sozialen Umfeld darauf hin, dass Kinderehen gar nicht erst zustande kommen. Außerdem setzen wir uns dafür ein, dass Kinderehen gesetzlich verboten werden.

Heiraten ist kein Kinderspiel!

Helfen sie uns hinzuschauen! Unsere Kampagnenseite www.heiraten-ist-kein-kinderspiel.de bietet neben Hintergrundinformationen zu Kinderehen auch die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden. Und helfen sie uns dabei, das Thema in die Öffentlichkeit zu tragen, indem Sie unsere Kampagne weiterverbreiten. Jede Stimme zählt!

#heiratenistkeinkinderspiel

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