Es sollte ein Medienereignis werden – so der Plan. Die Herausgabe des Weltbevölkerungsbericht des UN-Bevölkerungsfonds (UNFPA) sollte Anlass zu größerer Berichterstattung und Auseinandersetzung mit dem Thema in Deutschland werden, fünf Jahre nach der Weltbevölkerungskonferenz und dann noch mit diesem Thema: „6 Milliarden Menschen“! Wenn das nicht echte News sind.

Nach dem Umzug der Regierung von Bonn nach Berlin sollte nun auch die neue Hauptstadt Ort der Pressekonferenzen der DSW werden. Aber wohin im noch irgendwie unfertigen Berlin am besten Journalisten einladen, welche Räumlichkeiten nutzen? Hotel an der Friedrichstraße, Rotes Rathaus, Bundespresseamt: Nach vielen Besichtigungen war dann letztlich die Einladung der Bundespressekonferenz die Rettung, zwar noch nicht am heutigen Ort, aber in jedem Fall zentral in Mitte. Hier erreicht man die meisten der Hauptstadtjournalisten. Nur ein kleiner Unsicherheitsfaktor bleibt in jedem Jahr bestehen: Wenn das Bundeskabinett etwas Wichtiges zu verkünden hat, behält sich der Verein der Journalisten vor, den repräsentativen blauen Saal mit dem Bundesadler dafür zu nutzen, und wir fliegen raus, aber das ist in all den Jahren nicht ein einziges Mal passiert.

Die Rechnung ging 1999 auf: Die Pressekonferenz war sehr gut besucht, die Berichterstattung überwältigend und es gab sogar einen kleinen Eklat am Rande: Eine Gruppe von Demonstranten hatte sich unter die Journalisten gemischt und entrollte die Plakate mit Forderungen an UNFPA nach mehr Selbstbestimmung und weniger Zwang bei der Familienplanung, als der Sprecher von UNFPA das Wort ergriff. Aber genau zu dem Thema hatte der Weltbevölkerungsbericht von 1999 viel zu bieten.

[x_alert type=”success”]Als Partnerin von UNFPA erstellt die DSW jährlich die deutsche Version des von UNFPA herausgegebenen „State of World Population“. Von der Vorstellung des Weltbevölkerungsberichts in der Bundespressekonferenz berichten Nachrichtenagenturen, alle großen Tageszeitungen, TV- und Radiosender.[/x_alert]