UNFPA-Weltbevölkerungsbericht 2019: Selbstbestimmungsrecht bleibt Zukunftsmusik

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Familienplanung noch längst nicht für alle Menschen möglich

Hannover, 10. April 2019. Eine zukunftsfähige, menschenrechtsbasierte Bevölkerungspolitik bedarf einer weltweiten Durchsetzung sexueller und reproduktiver Selbstbestimmung sowie der Gleichstellung der Geschlechter. Doch davon sind wir trotz aller in der Vergangenheit erzielten Erfolge noch weit entfernt. Zu diesem Schluss kommt der diesjährige Weltbevölkerungsbericht, den der UN-Bevölkerungsfonds UNFPA unter dem Titel Unfinished business – Reproduktive Rechte und Entscheidungsfreiheit FÜR ALLE im Jahr seines 50-jährigen Bestehens heute in Berlin vorlegte.

„Universeller Zugang zu sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechten – insbesondere für Mädchen, Frauen und Jugendliche – ist entscheidend für die Erreichung der in der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung formulierten Ziele“, betont UNFPA-Exekutivdirektorin Dr. Natalia Kanem. Diese Überzeugung stand bereits im Zentrum der Kairoer Weltbevölkerungskonferenz 1994, auf der erstmals Bevölkerungs-, Entwicklungs- und Frauenrechtspolitik verbunden wurden.

Noch immer sind zentrale Aspekte sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechte wie umfas­sende sexuelle Aufklärung und Zugang zu zuverlässigen Verhütungsmitteln, Informationen und Dienstleistungen durch politische, ökonomische und soziale Umstände sowie durch kulturelle Normen beeinträchtigt. Insbesondere die fehlende Geschlechtergerechtigkeit, Gender-Normen und deren Auswirkungen auf zwischenmenschliche Beziehungen stehen der Umsetzung des Kairoer Aktionsprogrammes im Wege. Geschätzte 214 Millionen Frauen und Mädchen weltweit haben heute noch immer keinen Zugang zu modernen Verhütungsmitteln – das ist jede vierte Frau im gebärfä­higen Alter in Entwicklungsländern.

Nachhaltige Entwicklungsziele der Agenda 2030 ohne Verwirklichung reproduktiver Rechte nicht erreichbar

„Es ist höchste Zeit“, so DSW-Geschäftsführerin Renate Bähr, „die Themen von Kairo noch stärker in die aktuellen Entwicklungs-Strategien zu integrieren. Ein Engagement für eine globale nach­haltige Entwicklung kann nur gelingen, wenn die sexuellen und reproduktiven Rechte und die Entscheidungsfreiheit aller Menschen umgesetzt werden. Dafür müssen vor allem der universelle Zugang zu Verhütungsmitteln ermöglicht, die Versorgung bei Schwangerschaft und Geburt gewährlei­stet sowie Aufklärung und Bildung für junge Menschen deutlich verbessert werden.

Regionale und globale Allianzen zivilgesellschaftlicher und staatlicher Organisationen stellen sich mit UNFPA hinter das Kairoer Aktionsprogramm. Sie arbeiten gemeinsam daran, eine menschenrechts­basierte Bevölkerungsentwicklung zu ermöglichen. Diese Bemühungen müssen intensiviert werden, damit alle Jugendlichen aufgeklärt, alle Schwangerschaften gewollt und alle Geburten sicher sind.

Die deutsche Kurzfassung des Weltbevölkerungsberichts, die auch die jüngsten demografischen Indikatoren und Gesundheitsdaten für alle Länder und Regionen der Erde enthält, finden Sie unter www.dsw.org/weltbevoelkerungsbericht

Die englische Originalfassung sowie spanische und französische Übersetzungen finden Sie unter www.unfpa.org

Über UNFPA
UNFPA fördert eine Welt, in der jede Schwangerschaft gewollt, jede Geburt sicher und das Potenzial jedes jungen Menschen verwirklicht wird.

Über die DSW
Die DSW ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ziel unserer Arbeit ist es, zur Umsetzung des Menschenrechts auf Familienplanung und zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Jugendliche sind daher die wichtigste Zielgruppe unserer Projekte. Auf nationaler und internationaler Ebene bringen wir uns in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein.

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