Massai-Schülerinnen der Shompole Schule im südlichen Kenia.
Schülerinnen der Shompole Schule im südlichen Kenia. Die Schule unterstützt alternative Übergangsriten und Zeremonien für junge Massai-Stammesmädchen. So wird verhindert, dass die Schülerinnen die traditionelle weibliche Beschneidung durchmachen und dafür gesorgt, dass sie weiterhin zur Schule gehen können. Foto: Jonathan Torgovnik

Neue Studie der DSW: YOUTH CAN! Warum sich Deutschland für eine aufgeklärte und gesunde Jugend in Afrika engagieren sollte

Leonie Müßig Aktuelles aus der DSW, Frühe Aufklärung, Jugendliche Leave a Comment

Millionen Jugendliche in Afrika südlich der Sahara haben keinen Zugang zu umfassender Sexualaufklärung und Verhütungsmitteln. Das verletzt nicht nur die Rechte dieser jungen Menschen und verbaut oftmals ihre Zukunftschancen, sondern behindert auch die Entwicklung ganzer Volkswirtschaften. Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung hat im Auftrag der DSW untersucht, welchen Beitrag die Bundesregierung in den Bereichen sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte, kurz SRGR, leistet und wo Handlungsbedarf besteht. Zentrales Ergebnis: In der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika südlich der Sahara hat das Thema SRGR in den letzten Jahren zwar an Bedeutung gewonnen, doch angesichts der wachsenden jungen Bevölkerung sollten gerade Aufklärung und der Zugang zu Verhütungsmittel für Jugendliche weiter ausgebaut werden.

Mangelnde Aufklärung hat weitreichende Folgen

Wie wichtig eine umfassende und vor allem frühe Sexualaufklärung besonders für Mädchen und junge Frauen ist, zeigen die Zahlen zu Müttern im Teenageralter. Jedes fünfte Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren in fast der Hälfte der Länder Afrikas südlich der Sahara hat bereits mindestens ein Kind zur Welt gebracht. Viele dieser Schwangerschaften sind ungewollt und haben weitreichende Folgen für die jungen Mütter: Denn Schwangerschaft und Entbindung zählen bei jungen Mädchen in Ländern mit niedrigen Einkommen zu den Haupttodesursachen. Hinzu kommt, dass schwangere Mädchen oftmals die Schule abbrechen müssen und dadurch schlechtere Chancen auf einen Arbeitsplatz haben und sich damit die Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben verringern.

Diese und weitere Ergebnisse wurden im Rahmen einer Fachveranstaltung und einer anschließenden Podiumsdiskussion am 22. Februar in Berlin vorgestellt. Vertreter*innen des Bundestages, des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie von Nichtregierungsorganisationen bekräftigten die Handlungsempfehlungen der Studie. Zudem betonte die entwicklungspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Gabi Weber, die Wichtigkeit der Agenda 2030 und plädierte dafür, dass die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDGs) in allen Politikbereichen der Bundesregierung einbezogen würden. Die Forderung, die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit insgesamt zu erhöhen und verstärkt in SRGR zu investieren, wurden auch von den Grünen Abgeordneten Anja Hajduk und Katja Dörner unterstützt. Die beiden stellvertretenden Vorsitzenden der Grünen Bundestagsfraktion plädierten für eine Aufstockung der Mittel für die International Planned Parenthood Federation (IPPF) und den Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA). Katja Dörner forderte zudem, Deutschland solle sich der „She Decides“ Initiative anschließen. Diese hat es sich zum Ziel gesetzt, die Finanzlücke für den Bereich SRGR zu schließen, die seit dem Regierungswechsel in den USA stark gewachsen ist.

Auch der Parlamentarische Staatssekretär beim BMZ, Thomas Silberhorn, kommentierte bei der Veranstaltung die Ergebnisse der Studie und erklärte, dass Investitionen in den Bereich SRGR von Jugendlichen einen wichtigen Beitrag zur positiven Entwicklung der Region leisten könnten.

Die entwicklungspolitische Referentin der DSW in Kenia, Imali Ngusale, die Bundestagsabgeordnete Katja Dörner (Bündnis 90/Die Grünen) und Niels Breyer vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sprechen über die Ergebnisse der Studie

Im Gespräch (v.l.n.r.): Die entwicklungspolitische Referentin der DSW in Kenia, Imali Ngusale, die Bundestagsabgeordnete Katja Dörner (Bündnis 90/Die Grünen) und Niels Breyer vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
Foto: Jörg Farys, die.projektoren

Die entwicklungspolitische Referentin der DSW in Kenia, Imali Ngusale, unterstrich in der Podiumsdiskussion, wie wichtig es sei, sich für die Rechte junger Mädchen in der Region einzusetzen. Bei der Planung und Umsetzung von Programmen, die dem universellen Zugang zu SRGR dienen, müssten die Erfahrungen und Meinungen von Jugendlichen mit einbezogen werden. Nur so könne man sicher sein, dass ihre Stimme Gehör finde.

Die Studie zum Download
Klicken Sie auf das Bild, um zur Studie (PDF) zu gelangen: Die Highlights der Studie als Infoblatt (PDF):


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