Die Jugend hat Rechte!

Der Jugend wird ja gern alles Mögliche nachgesagt: Sie sei faul, uninteressiert und aufmüpfig. Doch das trifft nur in den wenigsten Fällen zu. Jugendliche machen Dinge einfach anders als ihre Elterngeneration – und das ist auch gut so. Ansonsten würden wir ja nur auf der Stelle treten und es gäbe keinen Fortschritt. Erfahrung ist einerseits eine gute Eigenschaft, sie kann aber auch den Blick für Neues und Ungewöhnliches versperren. Damit ist die fehlende Erfahrung junger Menschen wiederum ein großer Vorteil. Einfach mal machen und sehen, was dabei rauskommt.

Der Ernst des Lebens kommt noch früh genug

Kinder und Jugendliche sollen die Möglichkeit haben, sich frei entwickeln zu können, sich selbst auszuprobieren und Kind oder Jugendlicher sein zu dürfen – der Ernst des Lebens kommt noch früh genug. Konkrete Rechte (und Pflichten) haben die Vereinten Nationen am 20. November 1989 im „Übereinkommen über die Rechte des Kindes“ festgelegt. Die sogenannte UN-Kinderrechtskonvention gilt für alle Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren weltweit. In den 54 Artikeln sind unter anderem das Recht auf Gesundheit und Schulbildung festgelegt, der Schutz vor (wirtschaftlicher) Ausbeutung und sexuellem Missbrauch und das Recht, sich zu informieren und auch die eigene Meinung zu äußern.

Doch gerade in Entwicklungsländern werden diese Rechte oft nicht eingehalten. Minderjährige, die stundenlang in Fabriken schuften, Mädchen, die als Kinderbräute verkauft werden, und Jugendliche, die nicht zur Schule gehen können. Wichtig ist, dass die jungen Menschen über ihre Rechte Bescheid wissen, damit sie für diese eintreten können und ungerechte Behandlung nicht als gegeben hinnehmen. Immerhin ist mehr als ein Viertel der Weltbevölkerung unter 15 Jahre alt. Ihre Anliegen und Ideen müssen gehört werden, denn sie werden mit den Konsequenzen der heute getroffenen Entscheidungen leben.

Sylvia – „Vom Mädchen zur Frau“

Die 14-jährige Sylvia aus Uganda möchte sich ihre Träume erfüllen – wie jeder andere Teenager auch: einen spannenden Beruf ausüben, die große Liebe finden, gesund durchs Leben gehen. Doch diese Vorstellung ist für Sylvia genau wie für viele Jugendliche und insbesondere für Mädchen noch immer ein Wunschdenken. In dem Kurzfilm zeigt Sylvia, was passieren würde, wenn sie ihr Recht auf sexuelle und reproduktive Gesundheit wahrnehmen könnte – und warum es sich lohnt, dafür zu kämpfen.

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Dinge ändern per Online-Petition

Jugendliche in Deutschland sind neugieriger auf Politik als noch im vergangenen Jahrzehnt: 41 Prozent, so die Shell-Jugendstudie 2015, seien politisch interessiert. 2002 sagten dies nur 30 Prozent von sich. Fast sechs von zehn haben sich bereits an politischen Aktionen beteiligt. Besonders beliebt bei Jugendlichen seien Online-Petitionen. Mehrere Plattformen im Internet bieten die Möglichkeit, eine solche Petition zu starten. Die nach eigenen Angaben weltweit größte Plattform ist change.org. Eine ihrer bekanntesten Aktionen setzte sich für die Rechte von Lesben in Südafrika ein. Sie waren in Hunderten Fällen vergewaltigt worden, um „ihr Verhalten zu korrigieren“. Die Kampagne erreichte 2011, dass die Regierung gesetzliche Maßnahmen ergriff, eine Aufklärungskampagne gegen solche Sexualverbrechen startete und Schutzhäuser für betroffene Frauen einrichtete.