Aids-Schleife in Händen
Aids: Eine der größten Armutskrankheiten. Foto: Keila Trejo/iadMedia (CC BY-NC 2.0)

5 Fragen – 5 Antworten zu HIV und Aids

Leonie Müßig Blog, Globale Gesundheit, HIV und Aids 1 Comment

Aids gehört mit Malaria und Tuberkulose zu den drei großen Armutskrankheiten. Die Krankheit verbreitete sich in den 1980er Jahren rasend schnell und ist heute eines der drängendsten Herausforderungen für die globale Gesundheit. Darauf wird jedes Jahr insbesondere am 1. Dezember – dem Welt-Aids-Tag – aufmerksam gemacht.

1. Was ist der Unterschied zwischen HIV und Aids?

HIV ist das Virus, das die Krankheit Aids auslösen kann. HIV steht dabei für die Abkürzung Human Immunodeficiency Virus, also das menschliche Immunschwäche-Virus. Wer sich mit dem HI-Virus angesteckt hat, ist nicht sofort krank. Ein gesundes Immunsystem kann anfangs das Virus meist noch erfolgreich bekämpfen und der Infizierte bleibt beschwerdefrei. Doch das Virus verschwindet nicht, sondern vermehrt sich weiter und schwächt das Immunsystem. Bis zu dem Punkt, an dem es den Körper nicht mehr vor anderen Infektionen schützen kann und die Krankheit ausgebrochen ist. Dann kann selbst eine harmlose Erkältung zur tödlichen Bedrohung werden. Ab diesem Moment spricht man von Aids (Acquired Immune Deficiency Syndrome), dem erworbenen Immundefektsyndrom.

2. Wo ist das Virus verbreitet und wer ist besonders gefährdet?

HIV ist mittlerweile weltweit verbreitet. Ende 2015 gab es 36,7 Millionen Menschen mit HIV. Zwei Drittel der mit HIV Infizierten lebten in Afrika südlich der Sahara.

Junge Menschen haben ein besonders hohes Risiko, sich mit HIV zu infizieren. Allein im Jahr 2015 haben sich weltweit rund 670.000 junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren mit dem Virus angesteckt. Damit entfällt rund ein Drittel aller HIV-Neuinfektionen weltweit auf allein diese Altersgruppe. Einer der Hauptgründe: Sexualaufklärung ist in Entwicklungsländern oftmals nicht im Lehrplan vorgesehen und außerschulische Aufklärungsangebote sind Mangelware. Es fehlt auch an frühzeitiger und altersgerechter Aufklärung. Zudem ist das Thema in der Gesellschaft ein Tabu. Dadurch entstehen teils gefährliche Mythen zu Sexualität und Verhütung. Außerdem fehlt Jugendlichen oft der Zugang zu entsprechenden Verhütungsmitteln. Das ist für die jungen Menschen lebensgefährlich: Aids ist die häufigste Todesursache bei Jugendlichen in Afrika.

3. Wie kann man sich vor einer Ansteckung schützen?

Steckbrief HIV und AidsAm häufigsten wird HIV durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Deshalb ist es auch so wichtig, ein Kondom zu benutzen. Oder die weibliche Variante – das Femidom. Außerdem wird gerade zu den Einsatzmöglichkeiten von sogenannten Mikrobiziden geforscht. Dabei spielen Produktentwicklungspartnerschaften eine wichtige Rolle. Die International Partnership for Microbicides (IPM) hat 2016 bereits einen Vaginalring getestet, der ein Mikrobizid auf antiretroviraler Basis mit dem Wirkstoff Dapivirine enthält. Dadurch lässt sich das HIV-Infektionsrisiko beim Geschlechtsverkehr deutlich senken. Im nächsten Schritt soll der Ring durch ein Kontrazeptivum ergänzt werden. So können sich Frauen – vor allem in Entwicklungsländern – auch mit dem Vaginalring vor einer ungewollten Schwangerschaft und einer HIV-Infektion schützen.

Bisher gibt es keine Möglichkeit, sich gegen HIV impfen zu lassen. Es wird an verschiedenen Impfstoffen geforscht, die teilweise bereits an Menschen getestet wurden, doch der durchschlagende Erfolg steht noch aus. Umso wichtiger ist es, die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs voranzutreiben. Ganz vorne mit dabei ist die International AIDS Vaccine Initiative (IAVI) – ebenfalls eine Produktentwicklungspartnerschaft.

Derzeit gibt es eine sogenannte Präexpositionsprophylaxe (PrEP). Das sind Medikamente, mit denen sich gefährdete Personen vor einer Ansteckung schützen können. In einigen Ländern sind die Medikamente bereits verfügbar, allerdings sind sie extrem teuer.

4. Ist Aids behandelbar?

Die Behandlungsmöglichkeiten für HIV-positive Menschen haben sich in den letzten Jahren sehr verbessert. Dennoch bekam nur knapp die Hälfte der HIV-Infizierten (46 Prozent) 2015 eine sogenannte antiretrovirale Therapie (ART). Damit haben Betroffene fast so eine lange Lebenserwartung wie Menschen, die nicht von HIV betroffen sind.

5. Was ist zu tun, damit HIV und Aids bald der Vergangenheit angehört?

Um die Verbreitung des Virus einzudämmen und Aids zu beseitigen, muss dringend in weitere Forschung und Entwicklung investiert werden. Und zwar in allen Bereichen, welche die Diagnose, Vorbeugung und Behandlung einer HIV-Infektion und der Krankheit Aids betreffen: Dazu gehören unter anderem umfassende Aufklärung, HIV-Schnelltests, Verhütungsmöglichkeiten, Prophylaxen, Medikamente und Impfstoffe.

Besonders Investitionen in die Vorbeugung zahlen sich für die Gesundheitssysteme der Länder aus. Denn wenn Neuinfektionen reduziert werden, entfallen die Kosten für langwierige und teure Therapien.

Dieser Beitrag ist erstmals erschienen am 18.05.2017

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