Moskitonetz mit Anopheles-Mücke, die Malaria überträgt
Imprägnierte Moskitonetze sind eine günstige und wirkungsvolle Maßnahme im Kampf gegen Malaria. Foto: Radio Okapi (CC BY 2.0)

5 Fragen – 5 Antworten zu Malaria

Leonie Müßig Blog, Globale Gesundheit 7 Comments

Ein Stich der tödlich enden kann: Malaria gibt es bereits seit über 3.000 Jahren und war einige Zeit auch in Europa stark verbreitet. Die Menschen im mittelalterlichen Italien glaubten, die schlechte Luft (mal’aria) der Sümpfe löse die Krankheit aus. Obwohl der tatsächliche Erreger 1880 entdeckt wurde, gibt es noch immer keinen wirksamen Impfstoff.

Steckbrief Malaria1. Was ist Malaria?

Malaria zählt zu den gefährlichsten parasitären Erkrankungen des Menschen. Der Erreger wird durch den Stich einer weiblichen Anopheles-Mücke übertragen. Dabei gelangt der Parasit über den Speichel der Mücke ins Blut. Die Erreger verbreiten sich über den Blutweg in die Leber, vermehren sich dort und befallen dann die roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Durch die Vermehrung in den Erythrozyten werden diese zerstört, und es kommt zur Erkrankung. Eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

Die Symptome sind hohes, wiederkehrendes Fieber, Schüttelfrost, Beschwerden des Magen-Darm-Trakts und Krämpfe. Besonders gefährlich ist die Krankheit für Kinder unter fünf Jahren und für Schwangere. Malaria ist grundsätzlich heilbar und vermeidbar – wenn entsprechende Vorbeugungsmaßnahmen ergriffen werden sowie effektive Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten verfügbar sind.

2016 erkrankten nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit 216 Millionen Menschen an der Tropenkrankheit. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der neuen Malariafälle um fünf Millionen gestiegen. 445.000 Menschen starben infolge der Infektion.

2. Wie kann man sich vor Malaria schützen?

Da es noch keinen wirksamen Impfschutz gegen Malaria gibt, ist die Vermeidung von Stichen die wichtigste Vorbeugungsmaßnahme. Wichtiges und günstiges Hilfsmittel hierbei sind imprägnierte Moskitonetze, da Stechmücken vorwiegend in den Nacht- und Dämmerungsstunden aktiv sind. Zusätzlich sollte man auf hautbedeckende Kleidung und ausreichenden Mückenschutz achten.

Eine weitere Schutzmaßnahme ist die Einnahme von Medikamenten zur Prophylaxe (medikamentöse Prophylaxe). Diese verhindern lediglich den Ausbruch der Krankheit, nicht aber die Infektion. Das heißt, die Medikamente töten den Erreger in dem Stadium ab, in dem sie die roten Blutkörperchen angreifen.

3. Welche Regionen sind am stärksten betroffen?

Malaria tritt – von Ausnahmen abgesehen – nur in tropischen und subtropischen Gebieten auf. Besonders betroffen ist nach wie vor Afrika südlich der Sahara: Auf diese Region entfallen rund 90 Prozent aller Malariatodesfälle und -erkrankungen.

4. Weshalb sind vor allem arme Menschen von Malaria betroffen?

Malaria zählt neben Aids und Tuberkulose zu den „drei großen“ Armutskrankheiten. Das sind Krankheiten, die vor allem in armen Ländern auftreten und bei denen es an Diagnostika, Impfstoffen und Behandlungsmöglichkeiten fehlt. Malaria betrifft vor allem Menschen, die auf dem Land in schlecht gebauten Häusern leben, die nur wenig Schutz vor Anopheles-Mücken bieten. Zusätzlich haben Menschen mit geschwächten Immunsystemen aufgrund von Mangelernährung eine geringere Chance, sich gegen den Erreger zu wehren.

Neben der Vorsorge ist auch eine ärztliche Behandlung für viele Menschen sehr kostspielig und damit schafft die Krankheit sozusagen neue Armut. Ausgaben für Medikamente und Arztbesuche, kombiniert mit Einkommensverlust im Krankheitsfall kann viele Familien direkt in die Armut stürzen.

5. Was muss getan werden?

Obwohl das Krankheitsbild bereits seit der Antike bekannt ist, gibt es keinen wirksamen Impfstoff gegen Malaria – Stiche zu vermeiden, ist bislang der einzige Schutz. Außerdem tauchen vermehrt resistente Malariaerreger auf, gegen die die bestehenden Medikamente nichts ausrichten können. Wichtig sind deshalb Investitionen in die Forschung und Entwicklung von Impfstoffen, Diagnostika und Medikamenten. Um die Malaria-Epidemie effektiv zu bekämpfen, wären bis 2020 6,5 Milliarden US-Dollar jährlich nötig – das sind 3,8 Milliarden US-Dollar mehr, als derzeit zur Verfügung stehen.

Deutschland hat sich zusammen mit den anderen UN-Mitgliedstaaten im Rahmen der Agenda 2030 verpflichtet, in den nächsten 13 Jahren globale Epidemien wie Malaria zu beenden. Dazu bedarf es eines größeren weltweiten politischen und finanziellen Engagements. Deutschland sollte seine Mittel für den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria weiter aufstocken. Denn seit seiner Gründung im Jahr 2002 hat der Globale Fonds beachtliche Erfolge bei der Bekämpfung von Malaria erzielt: Unter anderem wurden 548 Millionen Moskitonetze zur Vorbeugung der Tropenkrankheit verteilt und unzählige Menschenleben gerettet.

Dieser Beitrag ist erstmals erschienen am 22.04.2016 und wird regelmäßig aktualisiert.

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